Chronik | Burgenland
14.03.2012

80 Prozent sagen "Nein" zu Pflegeheim

Großpetersdorf: Der Gemeinderat hatte im Oktober den Umbau des defizitären Hotels in ein Pflegeheim beschlossen. Die Bevölkerung ist dagegen.

Mit diesem eindeutigen Ergebnis habe ich absolut nicht gerechnet“, sagt ein merklich konsternierter Wolfgang Tauss. Der SP-Bürgermeister von Großpetersdorf hatte soeben den Ausgang der Volks­abstimmung bekannt gegeben – der KURIER hat in der Causa berichtet.

Dabei sprachen sich 80,63 Prozent der Ortsbevölkerung gegen ein Pflegeheim am Standort Hotel GIP aus, die Beteiligung lag bei 53,47 Prozent.

Der Gemeinderat hatte im Oktober den Umbau des defizitären Hotels in ein Pflegeheim beschlossen. Ein überparteiliches Personenkomitee trat gegen diese Pläne auf und forderte einen Neubau.

„Das Ergebnis wird akzeptiert“, betont Tauss. Trotz der klaren Ansage von SP-Landesrat Peter Rezar, die Tagsatz-Zusage nur für das GIP zu geben, hofft Tauss, „dass die Türe nicht endgültig zu ist“.

Alternative

„Das Thema ist sehr emotional besetzt, die Umbaupläne sind in der Bevölkerung nicht gut angekommen“, nennt Ernst Krammer, Sprecher des Personenkomitees, Gründe für den klaren Ausgang. „Die Herrschaften in Eisenstadt sollten begreifen, dass sie ihre Ohren näher an der Bevölkerung haben müssen und nicht immer drüberfahren können.“

Die Aussage von Landesrat Rezar im Vorfeld der Abstimmung grenze an Erpressung, meint Krammer. „Er hat vermutlich damit spekuliert, die Bevölkerung einschüchtern zu können. Aber viele Leute haben gemeint, dass sie sich das sicher nicht gefallen lassen.“

Ein Pflegeheim sei in Großpetersdorf überfällig, nun solle die Politik über eine Alternative nachdenken, so Krammer.

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