Eines der sechs mobilen interkulturellen Teams in Wien

© Kurier/Juerg Christandl

Wien
09/17/2016

Betreuungsprojekt kämpft um Finanzierung für 2017

Mobile Teams helfen Flüchtlingskindern.

von Gabriele Scherndl

Beate Gruber hat Psychologie sowie Kultur- und Sozialanthropologie studiert. Eigentlich wollte sie Schulpsychologin werden. Doch dann stieß sie auf eine Stellenausschreibung für "mobile interkulturelle Teams". Gemeinsam mit einem Sozialarbeiter und einer arabisch sprechenden Sozialpädagogin fährt sie nun in Wiener Schulen und kümmert sich dort um die Integration und den Spracherwerb von geflüchteten Kindern.

Heute sind die drei in der Volksschule Rötzergasse im 17. Bezirk. Das Team sitzt mit zehn Kindern am Boden, hier mischt sich Spiel mit Ernst. Mit Hilfe von "Gefühlskarten" spricht Gruber mit den Kindern über Emotionen und darüber, wie man sie erkennt und ausdrückt. "Das ist wichtig für die Emotionsregulation. Flüchtlingskinder haben oft überwältigende Gefühle in sich – so lernen sie, wie sie damit umgehen können", erklärt die 28-Jährige.

Im Anschluss werden mit dem ganzen Körper Vokabeln gelernt: "Klatschen" und "Stampfen" sind nun ins Repertoire aufgenommen. Geflüchtete Kinder werden für die Zeit mit dem Team meist aus dem Unterricht herausgenommen und in Kleingruppen betreut. "Aber wir machen auch Interventionen mit der ganzen Klasse", sagt Gruber.

In der Rötzergasse sind derzeit 22 geflüchtete Kinder, verteilt auf verschiedene Schulklassen. Direktorin Gerlinde Holzinger forderte im Frühjahr bei der Schulpsychologie des Stadtschulrats die mobilen Teams an – jede Schule mit Flüchtlingskindern kann das tun.

In Wien werden derzeit etwa 40 Pflichtschulen betreut. Holzinger sagt: "Ich merke die Entspannung im Haus, die Lehrerkollegen fühlen sich nicht allein gelassen mit der Situation. Und das Team hat guten Kontakt zu den Eltern. Es erklärt ihnen, wie das Schulsystem hier funktioniert und was die Kinder brauchen."

Noch keine Zusage

Das Projekt wird aus dem Integrationstopf des Bildungsministeriums finanziert und läuft offiziell bis Ende Dezember. Vom Bildungsministerium heißt es, man sei bereits "in guten Gesprächen mit dem Finanzministerium" um das Projekt bis Ende 2017 auszuweiten. Auch Beate Gruber hofft auf eine Verlängerung: "Wir machen hier viel Beziehungsarbeit, erst wenn wir Vertrauen aufgebaut haben, können wir in die Tiefe gehen. Es wäre schade, wenn wir das so früh wieder beenden müssten." Gabriele Scherndl

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