… der Arbeiterkammer, in der E-Wirtschaft und anderen (halb-) öffentlichen Unternehmen.

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Inserate
11/20/2013

AK-Werbung: Ringen um ein „Kopfverbot“

In immer mehr Länderkammern wird die Forderung laut, keine Kammerpäsidenten in Inseraten abzubilden

von Matthias Hofer

Sollen die Präsidenten der Arbeiterkammern in Inseraten zu sehen sein oder nicht? An dieser Frage reiben sich Arbeitnehmervertreter in immer mehr Bundesländern. Wenige Wochen vor dem Start der Arbeiterkammerwahlen wird auch die Werbestrategie der Interessensvertretung zum heißen Thema.

Ihren Ausgang nahm die Diskussion in NÖ. Dort segnete die rote FSG-Mehrheit der Kammerführung, unterstützt von der FPÖ, einen Werbedeal über 420.000 Euro ab. 120.000 Euro davon waren ausschließlich für Inserate in der Kronenzeitung vorgesehen – darüber hinaus wird laut Plan in keiner anderen Zeitung inseriert.

Diese Vorgehensweise prangert nun der schwarze ÖAAB Wien an. Dort ist aufgefallen, dass bei einer AK-Kampagne zum neuen Pensionssystem in der Kärntner Ausgabe der Boulevardzeitung „fast ausschließlich FSG-Funktionäre zu bewundern“ waren. In Wien soll in Kürze eine ähnliche Kampagne gestartet werden, heißt es aus den Reihen des Wiener ÖAAB. Seine Fraktionsvorsitzende Gabriele Tamandl: „Die Mittel für Öffentlichkeitsarbeit werden in der AK Wien im Rahmen des Gesamtbudgets beschlossen. Abstimmungen über einzelne Kampagnen gibt es nicht.“ Diese seien auch kaum sinnvoll, sagt Tamandl: „Die FSG würde die Kampagnen mit ihrer Mehrheit sowieso beschließen.“

In einem Punkt gibt sich Tamandl kämpferischer: Kammerpräsidenten sollten nicht in AK-Inseraten abgebildet werden. „Sie sollten wie Minister behandelt werden. Die dürfen auch nicht in Bundes-Inseraten gezeigt werden.“ Gleiches wollten die schwarzen Arbeitnehmervertreter auch in NÖ durchsetzen – ihr Antrag auf ein „Kopfverbot“ wurde abgelehnt. „Eigennützig und verantwortungslos wird hier mit dem Geld der Pflicht-Beitragszahler umgegangen“, wetterte NÖAAB-Manager Bernhard Ebner. Die AKNÖ konterte: „Die Beschäftigten haben ein Recht zu wissen, wer ihre Interessen vertritt.“

Hauptversammlung

Mit Spannung wird nun die Haltung der Bundeskammer erwartet. Der KURIER wurde auf die heute in Krems stattfindende Hauptversammlung verwiesen. „Vermutlich wird es einen Antrag zum ,Kopfverbot‘ geben“, so eine Sprecherin.