Wien im Zeichen des Regenbogens

Nackte Haut, schrille Kostüme und eine Demo gegen sexuelle Kleinkariertheit. Die 16. Wiener Regenbogenparade wurde erst am Abend zur "Regenparade".

Am Samstag war Wien wieder ganz im Zeichen des Regenbogens. Bei der 16. Regenbogenparade hieß es wieder Haut, Vorlieben und vor allem Liebe stolz zu zeigen. Auch Promis wie Alfons Haider zeigten ihre Solidarität. ...

KURIER.at war dabei. Klicken Sie sich durch die besten Bilder der Regenbogenparade 2011 ... Diesmal führte die Route im Uhrzeigersinn um den Wiener Ring. Dies deshalb, da die Schlussveranstaltung am Rathaus stattfinden, aber die Parade, laut HOSI-Chef Christian Högl, aus symbolischen Gründen am Parlament vorbeiziehen sollte. Um 15 Uhr war der Beginn der Parade angesetzt. Etwas verspätet, fuhr der Security Nr. 1 vorne weg. Ihm folgten ... ... skurrile Masken ... ... thailändische "Herrscher" ... ... die "Saturn Sisters" und ... ... sonstige maskierte und feiernde Menschen. Zum ersten Mal wurde die beste teilnehmende Gruppe gewählt. Die Jury bestand unter anderem aus Uwe Kröger, Alfons Haider und Modedesigner Nhut La Hong. Für TV-Entertainer Alfons Haider ist die Parade "nach wie vor ein Ausdruck politischer Unzufriedenheit, weil es immer noch soviel Dummheit, Homophobie und Ablehnung gibt." Auch "Helden von Morgen"-Juror Mario Soldo gesellte sich zu den "Dancing Stars" Uwe Kröger und Alfons Haider. Wie jedes Jahr führten die "Dykes on Bikes" die Parade an ... ... in der Mitte ließen sich auch dieses Jahr wieder die menschlichen "Fiakerpferde" finden. Ob das den echten Wiener Fiaker gefällt bleibt die Frage, aber ein interessantes Bild für die Innenstadt wäre es allemal. Die Polizei beobachtete das Treiben relativ entspannt von der Seite. Und zeigte sich sogar solidarisch, wie die Regenbogenfahne zeigt. Aber auch in mitten im Getümmel waren Uniformierte zu finden. Im Army-Stil ... ... oder in der Lederkluft. Nackte Haut war an diesem Tag allgegenwärtig. Bemalt, ... ... notdürftig verdeckt ... ... als Engel verkleidet, oder ... ... direkt einer ägyptischen Pyramide  entsprungen. Wird hier an den "afrikanischen Frühling" erinnert? Auch internationale Abordnungen waren auf die Ringstraße gekommen. Getanzt wurde ebenfalls auf jedem Truck. "It's the human rights, stupid!" (frei nach Bill Clinton) Wer auf sich aufmerksam machen will, muss manchmal auch Lärm machen ... Das Punks Ketten nicht abgeneigt sind, kann man täglich auf der Mariahilfer Straße sehen, aber das sie sich an der kurzen Leine herumführen lassen, ist doch eher selten. Die Grünen waren ebenso vertreten ... ... wie die SPÖ, aber auch die ... ... FPÖ ... Verzeihung, die FPO war mit von der Partie. Diese nützte die Regenbogenparade zu einem Wahlkampf der anderen Art. Ob sie mit diesen Slogans allerdings die breite Mehrheit der Österreicher erreicht, wird die nächste Wahl zeigen. Eines ist jedoch fix, egal ob sie auf Männer, Frauen oder beides stehen, ... ... EINEN Mann würden sie alle von der Bettkante stoßen. Offen zu seinen Gefühlen stehen war an diesem Tag Pflicht, das zeigten auch diese jungen Herren. Durch die Anwesenheit von einem Geistlichen war der Parade der Segen von oben ebenfalls sicher, auch wenn der gute Herr im Himmel ein paar Tropfen niederprasseln ließ. Nackte Hintern waren besonders bei Männern beliebt, ob als Cowboy, oder ... ... im Borat Kostüm. Aber auch die "Damen" geizten nicht mit ihren Reizen. Als Fortbewegungsmittel diente alles. Von Trucks über Cabrios und Traktoren, ... ... Rollern ... ... schwererem Gerät ... ... bis hin zu Tretautos fand sich alles. Es war ein Fest für die ganze Familie. Aus der Regenbogenparade ist mittlerweile sehr viel mehr geworden als nur eine Demonstration, ... ... auch wenn sich der ein oder andere Ordner vermummte. Davon spürte man an diesem Tag zum Glück nichts. Jeder konnte offen zu seiner Liebe stehen ... ... und Manuela kam einfach nur nach Hause. Und selbst die hinterher fahrende Putzkolonne der "48er" schmückte einen LKW in Regenbogenfarben. Fehlte nur noch, dass sie sich in "69er" umbenannt hätten.
(KURIER.at / Mathias Morscher, tem, Fotos: Stefanie Scholz) Erstellt am
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