© Screenshot: Vine

Sozialer Videodienst
07/19/2013

Vine: Unterhaltung in 6 Sekunden

Social Media: Statt Bildern werden jetzt kurze Videos geteilt. Die Themen haben sich dabei kaum verändert.

von Karl Oberascher

Der Share-Wahnsinn hat ein neues Level erreicht. Zuerst waren es nur die Bilder vom perfekt gekochten Frühstücksei. Nun können solche und ähnlich spannende Eindrücke auch in kurzen Videos festgehalten werden.

Social-Sharing-Evolution

Die Entwicklung geht also vom Stand- zum Bewegtbild. Geschichte wiederholt sich - in diesem Punkt sind die Sozialen Medien ausnahmsweise keine Ausnahme. Wohin der Trend gehen wird, lässt sich aber noch nicht abschätzen.

Der Videodienst Vine, der vor einem Jahr von Twitter ins Leben gerufen wurde, hatte zu Beginn mit einer Flut an pornografischen Inhalten zu kämpfen. Aktuell scheinen vor allem - wen wundert's - Selbstdarsteller zu dominieren. (siehe Video unten)

Letztlich hängt es wie zuvor bei Instagram und Twitter auch auf Vine wieder davon ab, wem man folgt. Trotzdem: Raketeningenieure haben wir noch keine entdeckt. Die in Dauerschleife abgespielten Videos erinnern an die anachronistischen GIFs, die in minderer Bildqualität Running Gags´aus dem unerschöpflichen Internet-Fundus zitieren. Auch auf Vine liegt das Hauptaugenmerk auf dem gespielten Witz.

Im Moment befinden sich die 6-Sekunden-Videos - um beim Vergleich zu bleiben - noch im Stumm-Film-Stadium. Der nächste logische Schritt: Längere Videos. Schon jetzt kann man auf der Mitte Juni gelaunchten Konkurrenz-App Instavideo 15 Sekunden seines Privatlebens posten. Quasi Tonfilm.

Konkurrenz durch Facebook

Damit ist dem Pionier-Dienst Vine ein ernsthafter Konkurrent erwachsen. Mit Instavideo ist es möglich seine Videos via Instagram aufzunehmen – der mit Abstand beliebtesten Foto-Sharing Plattform mit laut eigenen Angaben rund 100 Millionen Nutzern. Ein Startvorteil, den Vine mit aktuell 13 Millionen Usern nur schwer aufholen wird können.

Außerdem steht hinter Instagram bekannterweise Social Media-Platzhirsch Facebook. Dessen CEO und Mitgründer Mark Zuckerberg meinte unlängst, dass es die Videos seien, die die wichtigen Momente im Leben aufzeichnen und wiedergeben. Volle Rückendeckung also vom Boss.

Die Schlacht um die künftige Vorherrschaft ist im vollen Gange. Am Start-Tag von Instavideo am 20. Juni sollen die Links zu Vine von knapp 2,5 Millionen auf gut 1,5 Millionen um fast 40 Prozent gesunken sein.

Die kreativeren User scheinen aber nach wie vor auf Vine zu schwören. Während man auf Instavideo seine 15-sekündigen Eindrücke aus dem Privatleben mit den gewohnten Filtern ästhetisieren kann, zählt bei Vine der Unterhaltungswert, wie zahlreiche Compilations (siehe Youtube-Video) zeigen:

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Der bewegte Running Gag

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