Uncoole Wörter 2010: Übelst, oida!

Nach Niveaulimbo, dem Jugendwort des Jahres 2010, wählte eine Jury des Pons-Verlags nun die uncoolsten Wörter. Lol, übelst und Tschüssikowski sind 2011 Tabu.


Dass Jugendliche in ihrem Slang dauernd neue Ausdrücke kreieren ist nichts Neues, wie die Wörtschöpfung "Niveaulimbo"  zeigt. (Link zum Artikel darüber siehe weiter unten.) Sie wurde 2010 zum "Jugendwort des Jahres" gekürt. 

Und wer nicht von gestern sein will, muss sich ranhalten: So schnell ein Wort im Jugendjargon in Mode kommt, ist es wieder out. Besonders junggebliebene Erwachsene tappen gerne in diese Sprachfalle und blamieren sich mit "megaaffentittengeilen" Sprüchen. Der Pons-Verlag versucht es anders als die Konkurrenz: Im "Wörterbuch der Jugendsprache 2011" steht genau das, was nach Silvester niemandem mehr über die Lippen kommen sollte – die uncoolsten Worte des Jahres 2010. Sie wurden von deutschen, österreichischen und schweizer Schülern gekürt. Das ganze "uncool" zu nennen ist übrigens auch ein no-go: Der Ausdruck "cool" hat es zwar nicht an die Spitze des Rankings geschafft, ist laut Pons Wörterbuch trotzdem nicht empfehlenswert. Damit nach dem Jahreswechsel sprachlich nichts mehr schief geht, gibt es hier die Top Ten der uncoolsten Wörter aus dem Pons-Lexikon und wie sie sich am Besten vermeiden lassen. 

Die Wortkreationen stammen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, deshalb sind wir hierzulande von einigen verschont geblieben. 1. Lol bedeutet lustig und ist die Abkürzung von "laugh out loud". Der Ausdruck kommt eigentlich aus der Chat-Sprache und hat durch Filme und Videospiele seinen Weg in den alltäglichen Sprachgebrauch gefunden. 

2011 lacht man lieber wieder statt lol zu sagen. 2. Knorke heißt so viel wie klasse oder toll.

Diesen Ausdruck gibt’s im Österreichischen nicht. Das soll auch 2011 so bleiben. 3. Übelst ist eine Steigerungsform des Wörtchens übel ("Ich hab ein übelst schlechtes Gewissen").

2011 reicht ein schlechtes Gewissen völlig aus, ‚übelst‘ braucht es nicht mehr zu sein. 4. Deine Mudda, im österreichischen wohl eher "Dei Mama", bedeutet eigentlich nichts und wird als Füllwort verwendet.

Nach dem Motto "weniger ist mehr" wollen wir 2011 zwar nicht auf die Mamas, dafür auf sinnlose Phrasen verzichten. 5. Fett hat neben dick noch andere Bedeutungen: es kann "betrunken", "lustig" oder auch "total" heißen. 

Ohne "fett" und "cool" bedarf es 2011 wohl einer neuen universal einsetzbaren Wortkreation. 6. Zack die Bohne – ein sinnfreier Spruch der soviel heißt wie "Schlag ein". 

2011 kommt man mit "Gib ma 5" über die Runden. "Zack die Bohne" hat es hierzulande ohnehin nie gegeben. 7. Homies ist ein Pluralwort; Jugendliche meinen damit ihre Freunde.

Im neuen Jahr greifen wir auf einen österreichischen Begriff zurück und rufen die Homies wieder Hawara. 8. Alter Schwede ist ein Ausdruck des Erstaunens. 

"Na Servas", kann man 2011 nur in Deutschland sagen. 9. Digga ist eine Anrede für einen Kumpel. 

"Oida" heißt das wohl im heimischen Jugendjargon. Das darf leider 2011 noch gesagt werden. 10. Tschüssikowski heißt so viel wie "Tschüss".

Im Österreichischen tappen wir nicht in diese Sprachfalle und verabschieden uns mit einem "baba" vom alten Jahr.
(KURIER.at) Erstellt am
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