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05.12.2011

"Stille Nacht" mit den halben Kellys

Familienclan auf Tour: Fünf der Geschwister starteten eine Weihnachtsshow, aber von einem Comeback der Kelly Family will niemand sprechen.

Eine schrecklich nette Familie kehrt zurück: Die Kelly Family tourt wieder durch Deutschland - rechtzeitig zum Weihnachtsfest, aber in einer Light-Version. Von den zwölf Geschwistern des berühmten Musik-Familienclans standen zum Tourauftakt am Mittwochabend in Hamburg nur fünf auf der Bühne: Paddy, Patricia, Kathy, Paul und Joey Kelly.

Die treuen Fans der singenden Sippe, die als Straßenmusiker angefangen hatten und in den 90er Jahren die Massen in Deutschland begeisterten, freuten sich dennoch riesig: Kreisch-Alarm wie beim Teenie-Konzert gab es für die Geschwister und ihre Show "Stille Nacht - eine musikalische Weihnachtgeschichte", mit der sie nun bis zum Fest unterwegs sind.

Zwar hatten die Kellys nur einen 1500-Plätze-Saal im Kongresszentrum CCH gebucht, diesen allerdings brachten sie ordentlich zum Beben. Dafür genügte dem inzwischen etwas älteren, aber nach wie vor überwiegend weiblichen Publikum bisweilen das bloße Erscheinen seiner Idole. Vor allem Joey Kelly, in den vergangenen Jahren eher als Extremsportler und "TV total"-Spaßathlet aufgefallen, erntete Begeisterungsstürme, sobald er nur zu singen begann. Solo passierte das jedoch selten, denn der 38-Jährige ist nur bei manchen Konzerten Teil des Programms. Seine ebenfalls in den Medien sehr präsente Schwester Maite ist gar nicht erst dabei, sondern kämpfte am Tag des Tourauftakts bei einer katholischen Aktion für den Nikolaus.

Kein Comeback

Von einem Comeback der Kelly Family will ohnehin niemand sprechen - weder die Familie noch die Veranstalter. Angeführt von Vater Dan Kelly, der im Jahr 2002 starb, hatten neun der zwölf Geschwister jahrelang Straßenkonzerte gegeben. Mit dem Album "Over The Hump" war ihnen 1994 schließlich der Durchbruch gelungen. In den vergangenen Jahren waren einige von ihnen mit Soloprojekten unterwegs, um andere Kellys war es dagegen ganz ruhig geworden.

"Mein Vater ist ja nicht mehr da und ein guter Kapitän ist sehr wichtig", sagte "Let's Dance"-Gewinnerin Maite Kelly zu einem Comeback. "Ich glaube aber schon, dass es möglich ist. Die Nachfrage ist sehr groß. Aber es ist kompliziert. Viele Menschen, viele Köpfe." Vor dem Tourauftakt habe sie noch mit Bruder Paddy telefoniert, erzählte die 31-Jährige. "Es ist wichtig, auch einfach mal nur Geschwister zu sein."

Dass nicht Streit, sondern die diversen eigenen Projekte und Pläne ein Auftritt der gesamten Großfamilie verhinderten, hatten die Kellys schon vor dem Tourstart betont. So sind es nun Paddy, der in den vergangenen Jahren im Kloster lebte, und Patricia, die mittlerweile ihr Debüt als Musical-Darstellerin gab, die im Mittelpunkt der neuen Konzerte stehen. In der Show mixen sie Kelly-Hits mit Weihnachtsliedern und Szenen aus Bibelgeschichten.

Kein Kitsch sollte es werden, lautete die Ankündigung. Denn für Kitsch waren die Kellys früher bekannt. So ganz ohne Schneeflocken, Engelskostüme und sehr besinnliche Momente ging es dann aber doch nicht bei der Weihnachtsshow. Manch kleine Panne und die etwas einfallslos choreographierten Einlagen der Tänzer erweckten allerdings den Eindruck, dass nicht viel Zeit zum Proben blieb.