Schüler entdecken die Sprachenviel­falt

Am 19. September stellen Schüler in der Wiener Hauptbücherei ihre Projekte zur Schulaktion "Interkulturalität und Mehrsprachigkeit - eine Chance!" vor.

Mehr als 4.300 SchülerInnen beteiligten sich im Schuljahr 2010/11 an der vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur initiierten und von KulturKontakt Austria koordinierten Schulaktion. Aus über 125 Konzepteinreichungen wählte eine Fachjury 86 förderungswürdige Projekte aus. Frei nach Ilse Aichingers Roman "Die größere Hoffnung" verfassten SchülerInnen der Bundesfachschule Kalvarienberggasse in Wien ein mehrsprachiges Theaterstück, das sie gemeinsam mit SchülerInnen des Gymnasium/Realgymnasium Billrothstraße 7 und Die Herbststraße – Höhere Lehranstalt für Mode- und Bekleidungstechnik und künstlerische Gestaltung in Wien  mit großem Erfolg im Theater Akzent und an der Volkshochschule Ottakring aufführten. Ein beeindruckendes Werk schufen fünfzehn SchülerInnen des Sonderpädagogischen Zentrums 2, Holzhausergasse in Wien. Mit digitaler Bildbearbeitung und analogen, handwerklichen Techniken (wie Collage, Übermalung) gestalteten sie ein mehrsprachiges Comic. Ihre Begabungen in bildnerischem Gestalten, Tanz, Gesang und Performance konnten die SchülerInnen der KMSI-Hernals (Informatikhauptschule) in Workshops mit KünstlerInnen und ExpertInnen entdecken. Zielsetzung war die Stärkung des Selbstbewusstseins im Umgang mit multikulturellen und mehrsprachigen Schul- und Alltagssituationen. Einen regen Austausch mit SchülerInnen des Lycée René Cassin in Gonesse (Frankreich) pflegten die SchülerInnen der Handelsakademie des Schulvereins der Benediktiner am Stift Lambach in ihrer Facebook-Gruppe "ensemble in one world". Sie stellten das eigene schulische Umfeld vor, karikierten LehrerInnen und dachten über Schule allgemein nach. Im wöchentlichen „Sprachenkarussell“ können die acht- bis elfjährigen SchülerInnen der Ganztagsvolksschule – Europaschule Wien unbekannte Sprachwelten entdecken: 14 Sprachen, darunter Arabisch, Chinesisch, Russisch und selbst ausgefallene Sprachen wie Romanes, stehen in diesen Schnupperkursen zur Auswahl. Ein Radiofeature, das auf Radio Orange 94.0 gesendet wurde, produzierten Lehrlinge der Berufsschule für Verwaltungsberufe Castelligasse in Wien gemeinsam mit dem gecko-art-Team. In verschiedenen Erstsprachen wurden typische Begrüßungen, Redewendungen und Gesten sowie Feste aus dem eigenen Lebensumfeld vorgestellt. Eine kulinarische Weltreise unternahmen SchülerInnen der BHAK/BHAS in Hallein: In ihrem "Multi-Culti-Kochbuch" präsentierten sie nicht nur Rezepte und Bilder verschiedener Landesspezialitäten, sondern auch viel Wissenswertes rund um diese Länder. Für die mehrsprachige Bibliothek schrieben die SchülerInnen der Polytechnischen Schule Herrgottwiesgasse in Graz Kritiken zu ihren Lieblingsbüchern. Das Projekt ist nur eines von 21 Projekten, die einen Schwerpunkt zum mehrsprachigen Lesen gesetzt haben. Eine Castingshow für Sprachentalente fand mit Unterstützung des Filmemachers Ivan Siljić am GRG 12 Rosasgasse in Wien statt. Inspiriert von "Starmania" präsentierten SchülerInnen in Kleingruppen ihr Können. Dabei wurden erstaunliche Talente entdeckt! Einen poetischen Skulpturengarten mit eigenen Gedichten entwarfen die SchülerInnen der Hauptschule Kirchberg in Tirol. Als Abschluss wurden die Gedichte auf große Bachsteine geschrieben und mit einem passenden Mosaik verziert. Der Besuch im Sendestudio von "Freies Radio B 138" und die Aufnahme von vorgelesenen Geschichten der Kinder aus mehrsprachigen Büchern für eine Radiosendung zählten zum Höhepunkt des Projekts der Volksschule Micheldorf in Oberösterreich. Ihren eigenen Schülerkalender gestalteten die SchülerInnen der Bundeshandelsschule in Neunkirchen: Jeder Monat ist einem anderen Land gewidmet, die Monatsnamen und Wochentage wurden in zehn Sprachen übersetzt. Mit ihrem Kalender haben die kreativen Jugendlichen bei einem Wettbewerb des Landes NÖ den dritten Platz gewonnen. Neue Erfahrungen sammelten die Kinder der zweisprachigen Volksschule Hermagoras/Mohorjeva bei den Treffen mit SchulkollegInnen ihrer slowenischen Partnerschule, der Volksschule Ruse in Slowenien. Dabei wurden auch neue Freundschaften geschlossen. Das Gemeinsame und Verbindende suchten und entdeckten die Kinder der Volksschule Oberpullendorf bei ihrem Projekt "Warum verstehen wir den anderen nicht?" Sie verglichen Melodien und Rhythmen von Liedern, lernten verschiedene religiöse Feste und Bräuche kennen und sammelten Sprichwörter sowie Redewendungen. Vom Volkstanz über die Aufführung des Theaterstückes "Nathan der Weise" bis hin zu einem Präsentationsabend zum Thema "Morgenland trifft Abendland" reichte das breite Spektrum der Projekte der SchülerInnen der Hauptschule Alkoven in Oberösterreich. An der Volksschule Brüßlgasse lernten die SchülerInnen bei Bedarf nicht nur auf Deutsch, sondern auch in ihren Erstsprachen Lesen und Schreiben. Das Lehrerteam wurde dabei vom Sprachförderzentrum Wien unterstützt. Die Kinder nahmen motiviert und begeistert die mehrsprachigen Lehrbehelfe an und sind stolz auf ihre Sprachkenntnisse.
(kurier) Erstellt am
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