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Buzz
12/05/2011

Rapp wurde "Licht ins Dunkel" abgedreht

Peter Rapp, das "R" vom "ORF", ist mit 67 jetzt sogar "Kult" bei den 30ern. Dafür hat man ihm "Licht ins Dunkel" abgedreht.

Außer Flipper, Fury & Lassie kommt wohl kaum ein Fabelwesen des Fernsehens auf so viele Dienstjahre.

Sechs Jahre, bevor der Mensch den Mond betrat, war Peter Rapp schon on air. Vom ersten Auftritt als Country- Crooner mit "Go, Man, Go!" in der "Teenager-Party" (1963) bis zur jüngsten, von den Jungen bejubelten "Performance" als Golden Oldie in "Willkommen Österreich" ist er eine ganz kleine Nummer geblieben - die Nummer 1 nämlich unter den Entertainern des Landes. Andere kommen und gehen ...

... Rapp bleibt bestehen. 7000 Sendungen hat er in 48 Jahren moderiert.
Insgesamt hat er damit die Einwohnerzahl Chinas (gut 1,5 Milliarden) an Zuschauern erreicht.

"Mein Versuch, niemals aufzugeben"

Nun zieht der graue Star, zeitlebens kein (Sänger-) Knabe von Traurigkeit, beherzt Bilanz. In Buchform ("Mein Versuch, niemals aufzugeben", Seifert, 208 Seiten, 22,80 Euro) und in gewohnter Papierform, wie bereits dem Vorwort zu entnehmen:
"Wenn Sie nach einem Vorbild suchen, nach einem, der niemals aufgegeben, dabei oft alles verloren und wieder von vorne begonnen hat, nach einem, der vielen Gefahren und Prüfungen ausgesetzt war, die häufig mit Frauen verbunden waren, dann - empfehle ich Ihnen Odysseus ..." Die Erinnerungen Rapps sind launig, lakonisch und lustvoll. Nur eines nie - langweilig.

Seine erstaunlich hohe Halbwertszeit erklärt sich mit Talent, Bildung und - wichtiger noch als Humor - mit Selbstironie.

Bei den vergleichsweise blassen Epigonen Grissemann & Stermann punktete der berühmteste Bart der Branche bewegter Bilder mit Sätzen wie: "Mein Navi führt mich dauernd auf den Friedhof: ,Sie haben ihr Ziel erreicht!'" Begeisterung im Publikum.

Dort gewinnt er gerade die urbanen 30er, also seine dritte Fan-Generation.
Auf Facebook fragt wer: "Wie gehst du mit diesem Aufmerksamkeits-Tsunami um?" - Rapps Antwort: "Es ist mir jedenfalls lieber als ein Verdienstzeichen."
Und ein anderer (seiner 3000 "virtuellen" Freunde) schwärmt gar: "Du bist eine coole, alte Sau ..."

Der dreifache Vater und dreimal Verheiratete nimmt's wie immer: Froh, aber gelassen. Freilich: Den nötigen Biss hat er noch, trotz seiner Standard-Pointe bei Geriatrie-Galas ("Brieflos-Show") oder bei Kartonagen-Clubbings ("Lauter alte Schachteln"): "Ich habe keine Zahnschmerzen in der Nacht - meine Zähne und ich schlafen seit Jahren getrennt." Früher, sagt er, hat er Urlaubsfotos hergezeigt, heute Röntgenbilder. Da schwingt naturgemäß Koketterie mit. Reich wird er "in diesem Leben nimmer". Seit seinem Millionen - Konkurs (1997) hat er quasi den Masseverwalter als Manager. Der Rapp-Hype lässt den ORF kalt - nach 25 Jahren strich man ihm "Licht ins Dunkel" ...

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