Post-it-Krieg: Ich kleb' dir eine...

... Pacman-Figur. Der kreative Wettkampf aus Pariser Büros, sich mit bunten Zettel-Figuren zu übertrumpfen, hält auch in Wien Einzug.


Die Klebezettel-Industrie, die übrigens letztes Jahr 30 Jahre alt geworden ist, hätte keinen besseren Einfall haben können: Mit der Idee, mit bunten Post-its die Glasfassaden ihrer Bürogebäude zu verschönern, haben die Mitarbeiter Pariser Großkonzerne Aufsehen erregt. Banken, Versicherungen, Medienunternehmen und Industriekonzerne haben sich dem Wettkampf angeschlossen. Mittlerweile sind auch in Wien Zettel-Figuren zu bewundern.

Zum Duchklicken und Nachkleben... Der Wettbewerb begann bereits im Mai im Gewerbegebiet Montreuil östlich von Paris, wie der britische Guardian berichtete. Dort ist zum Beispiel der Spieleriese Ubisoft angesiedelt. Von dort aus sei der farbenfrohe Stickerkrieg auch im Pariser Geschäftsviertel La Défense und in weiteren Business Parks ausgebrochen. Weiter ging es dann auch etwa bei Coca Cola France in Issy im Südwesten von Paris. Mittlerweile finde man auch auf den Fassaden Pariser Wohnungen scheinbar pixelige Figuren, so die britische Tageszeitung. Auch andere Städte wie Lille im Norden oder Lyon im Südosten des Landes sind vom Post-it-Fieber erfasst.

Bei "La guerre des Post-it" ("Post-it-Krieg") geht es darum, die aufwendigsten, ausgefallensten und kreativsten Motive an die Glasflächen zu kleben. Beliebte und in Onlinecommunitys bereits gefeierte Motive sind etwa die berühmte herausgestreckte Zunge als Markenzeichen der Rolling Stones,... ...das Batman-Symbol, das Apple-Logo, die Cartoonfiguren Homer und Bart Simpson, Tim und Struppi, Charaktere aus "Super Mario" und die gelben, runden Figuren aus "Pacman", das Konterfei von Marilyn Monroe, Hello Kitty, Tomb Raider und selbst das berühmte Antlitz der Mona Lisa. Der Wettbewerb hat inzwischen eine eigene Website (www.postitwar.com). Aktueller Champion ist der Videospieleentwickler Ubisoft, wie der Guardian und der New Zealand Herald berichten. Das Bild des Unternehmens, eine Figur aus dem Computerspiel "Assasin's Creed", bestand aus mehr als 3000 Klebezetteln und war drei Stockwerke hoch. Sein Design wurde zuvor am Computer entworfen. Neben Spaß und Prestige bringt der Wettbewerb noch weitere Vorteile. Ein Beteiligter im Büro des Energiekonzerns GDF Suez sagte dem Guardian, der "Krieg der Klebezettel" sei sehr gut für das Betriebsklima. Er bringe Leute zusammen, die sich sonst nie getroffen hätten. Vor allem unterbeschäftigte Büromitarbeiter würden vermutlich nun einen Großteil ihres Arbeitstages an den Fensterscheiben ihrer Büros zubringen, so der Guardian. Beim Mittagessen würden die französischen Mitarbeiter gegnerischer Firmen außerdem Motive vergleichen, schreibt der Guardian. "Bei jedem Mal müssen wir mit etwas Größerem, Verrückterem, Gewagterem aufwarten", sagte der Projektmanager der Société Générale, Julien Berissi, dem Fernsehsender TF1 news. Dieses Bild wurde in Wien aufgenommen. Ob es sich um die Freundin eines Klebewütigen handelt? Klicken Sie sich durch weitere Post-it-Werke aus ganz Frankreich.
(KURIER.at) Erstellt am
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