Memes der Woche: Viel Schuld auf einmal

Die Ereignisse der Woche, kommentiert im Internet. Diesmal: Uli Hoeneß und Ernst Strasser oder 3,5 x 2.

3,5 x 2 Jahre Häfn innerhalb weniger Stunden: Am Donnerstag traute man fast seinen Augen nicht. Da wurden doch tatsächlich Uli Hoeneß und Ernst Strasser zu je drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Was beide Fälle gemeinsam haben: Immer war die Gier größer als der Anstand - und auf beide Fälle reagierte auch das Internet, wo unsere Serie "Memes der Woche" ins Spiel kommt. Denn im Internet war man sich schon länger sicher, dass Uli Honeß mit seiner Steuerschuld von - wie sich erst im Laufe des Verfahrens herausstellen sollte - 27,2 Millionen Euro nicht ungeschoren davonkommen würde - und bastelte fleißig an Memes wie diesem. Denn welchen umstrittenen Kurs gab die CSU, die wie der hochgelobte Fußballclub zur bayerischen Dreifaltigkeit (es fehlt noch die Weißwurst) gehört, aus? "Wer betrügt, fliegt." - Im Fall von Uli Hoeneß eben ins Gefängnis. Der Verein Freunde der Tagespolitik kümmerte sich indes um die Memefizierung des Strasser-Urteils... ... und hatte auch noch ein paar nette Worte für die Strasserschen Erklärungsversuche parat. Nachtrag zur Vorwoche: Während der mächtige Präsident des großen FC Bayern München ohmächtig das Urteil der deutschen Justiz entegennehmen musste, ließ ein anderer Präsident seine Muskeln spielen. Wladimir Putin dominiert seit Olympia praktisch durchgehen die weltweiten Schlagzeilen. Denn die (allerdings geleugnete) Besetzung der Halbinsel Krim durch russische Truppen, löste auch im Internet heftige Reaktionen aus. Mit genügend Abstand zu den dramatischen Ereignissen von vergangener Woche lässt sich vielleicht sogar darüber schmunzeln. Zumindest dieses Meme ist jedenfalls gelungen. 2. - 9. März: Memes der Woche mit Heinz(i) Fischer
Unser aller Bundespräsident Heinz Fischer genießt gemeinhin ja die Nachrede, von staatsmännischer Getragenheit beseelt zu sein, die manche auch mit tagespolitischer Behäbigkeit verwechseln. Oder umgekehrt. Je nach Betrachtungsweise eben. Jedenfalls führt Heinz Fischer seit Jahr und Tag die Beliebtheitsrankings heimischer Politiker an. Da war ein eigenes Meme ja nur eine Frage der Zeit, oder? Die Facebook-Gruppe "Heinzi-Memes" (aktuell mehr als 12.500 Likes) widmet sich seit September vergangenen Jahres dem österreichischen Staatsoberhaupt. Vorrangiges Ziel der Kommentare: Der Verdienst von Heinz Fischer (22.848 Euro brutto im Monat, 14 Mal im Jahr - und somit immerhin mehr als sein amerikanischer Amtskollege Barack Obama). Betrieben wird die Facebook-Seite von drei Jugendlichen zwischen 17 und 18 Jahren. "Die Idee dazu ist uns während einer Europareise gekommen, nachdem uns unsere geteilte Sympathie für Heinz Fischer aufgefallen war", erklären sie in einem Statement gegenüber KURIER.at. Allzu kritisch oder sehr politisch würden sie jedoch gar nicht zu sein wollen. Es geht eben darum, "die heimische Politik ein wenig zu veräppeln." Und dafür, da sind sich alle einig, ist wohl immer Platz. Zurück zum Tagesgeschehen: Nach all dem Hickhack um die MaHü entschieden sich die Wiener (zumindest jene des 6. und 7. Bezirks) ja dann letztlich doch noch für die Verkehrsberuhigung der größten Wiener Einkaufsstraße. Ein halbes Jahr lang bewegte die FuZo die Gemüter - auch im Netz. Zum Abschluss der Thematik zeigen wir hier noch zwei Memes, die den (potenziellen) Befürwortern... ... und den emotional geführten Auseinandersetzungen rund um die MaHü auf den Grund gehen. Damit ist das Thema jetzt hoffentlich erledigt. Memes der Woche: Das schwer beschäftigte Baby
Ganze zwei Monate hat es gedauert bis die ersten Baby-Memes des Jahres aufgetaucht sind, doch nun sind sie da. Das "Business Baby" taufte es die Netzgemeinde und macht gerade mit prägnanten Sprüchen die Runde: "Es ist mir egal ob sie meine Mutter ist  - Es ist Schlafenszeit wenn ich sage, es ist Schlafenszeit" Aufgekommen ist das Meme bei reddit. Der User C0LDBLUERIBB0N postete ein Foto vom schwer beschäftigten Kind eines Freundes und erheiterte damit die restlichen Benutzer, erklärt mashable.com. Diese benutzen das Foto, garnierten es mit diversen Sprüchen, die das Baby als Chef aufspielen, und schickten es um die Welt.
"Charles, ich glaube wir müssen einige drastische Änderungen vornehmen - beginnen wir mit meiner Windel". "Johnson, ändere meine Lunch-Reservierung auf zwei Personen - ich bringe Elmo mit" "Versuch mich nicht zu verarschen Johnson, ich bin nicht erst seit gestern auf der Welt - ich wurde vor vier Monaten geboren." Memes der Woche 23. Februar - 1. März: WhatsApp als Statusmeldung
Unglaubliche 19 Milliarden Dollar blätterte Facebook diese Woche für den SMS-Dienst WhatsApp hin. Mark Zuckerberg bestätigte den Deal am Mittwoch per Facebook-Posting persönlich. Es ist eine Statusmeldung des Social-Media-Platzhirschen, der mit dem Kauf einen seiner gefährlichsten Konkurrenten schluckte. Die Reaktion der Meme-Macher fiel dennoch verhalten aus. In Anlehnung an die standardisierte WhatsApp-Meldung machte aber diese adaptierte Statusmeldung Mark Zuckerbergs die Runde: "Hey There! I Am Bying WhatsApp." Auch über die "Statusmeldung" von WhatsApp-Gründer Jan Koum und Mitgründer Brian Acton machten sich manche Memes Gedanken.
Alle Infos über die Hintergründe des Milliardendeals erfahren Sie hier, Alternativen zu WhatsApp gibt es hier. Hierzulande beschäftigte die Meme-Macher ein ganz anderer "Milliardendeal" in ähnlich hohem Ausmaß: Bis zu 19 Milliarden (Euro, wohlgemerkt) könnte die Steuerzahler bekanntlich ja auch die Hypo Alpe Adria kosten. Auch wenn mittlerweile andere Zahlen kolportiert werden, der aktuelle Hypo-Chef Picker sprach gar von erwartbaren Kosten von "0 bis 4 Milliarden" - das verantwortliche Trio ist nach Meinung des "Verein Freunde der Tagespolitik" schnell ausgemacht. Auch, dass Verteidigungsminister Gerald Klug seines Kanzlers Absicht mitteilte, sich der versammelten Presse nach dem Ministerrat nur noch "situationselastisch" zu stellen, gab Anlass zu Hohn. Übrigens ist in der NLP mit dem Begriff eigentlich "Steh-auf-Kompetenz" gemeint (mehr dazu hier). Wie Hans Rauscher im Standard schrieb, dürfte mit "situationselastisch" aber wohl eher folgendes gemeint sein: "Wir trauen uns nur heraus, wenn's net zu gefährlich ist." Wie Österreichs Twitteria auf die Wortneuschöpfung antwortete, können Sie hier nachlesen. Memes der Woche 9. - 16. Februar: Wer oder was ist eigentlich "Doge"?
Wer viel auf Facebook oder Twitter unterwegs ist, stößt immer öfter über ein Bild dieses schräg grinsenden Hundes, verziert mit bunten Wörtern in Comic Sans. "Doge" nennt sich diese neue Meme-Spielart. In unserer dieswöchigen Ausgabe von "Memes der Woche" wollen wir klären, was es mit dem smarten Hund auf sich hat. Zuerst zum Technischen: Der Begriff "Doge" tauchte erstmals 2005 auf, als in einer US-Serie für Kinder das Wort "dog" absichlicht falsch buchstabiert wurde. In Kombination mit dem Bild eines Hundes der japanischen Hunderasse Shiba führte das dann 2013 zu dem beliebten Meme. Dabei werden in absichtlich schlechtem Englisch Schlagworte mit unterschiedlichen Bildern kombiniert. Eigentlich simpel. Vornehmlich werden dabei die Wörter "much...", "such...", und "many..." verwendet. Das war's. Inhaltlich gibt es keinerlei Beschränkung, was wohl ein Grund für die Beliebtheit des Doge-Memes ist. Denn damit eignet es sich besonders gut zur augenzwinkernden Charakterisierung bekannter Persönlichkeiten, wie hier Nicolas Cage. Der andere Grund, weshalb sich das Doge-Meme so schnell verbreitete schaffte, sind wohl die sympathisch grinsenden Shiba-Hunde. Seit Dezember vergangenen Jahres hat "Doge" nun sogar eine eigene Währung, die "Dogecoins". Was ursprünglich nur als Parodie auf Bitcoin gedacht war, stieg in den ersten zwei Wochen rasant. Im Jänner sammelte die Dogecoin-Community Dogecoins im Wert von rund 30.000 US-Dollar für eine mögliche Olympiateilnahme von Jamaikas Bobteam. Keine schlechte Leistung für ein einfaches Meme, das außerhalb der Internet-Community kaum jemanden bekannt ist. Damit nicht genug: Aktuell werden in der Reddit-Dogecoin-Community Dogecoins für eine bemannte Mondmission gesammelt. Memes der Woche 2. - 9. Februar:  Putins PR-Debakel in Sotschi
12 Milliarden Dollar, ein Vielfaches aller Budgets aller Olympischen Winterspiele zuvor, wollte sich Wladimir Putin "seine" Spiele kosten lassen. Um die Spiele nach Sotschi zu holen, hatte sich der russische Allmachtspräsident persönlich ins Zeug geworfen, war vor dem IOC aufgetreten, sprach sogar Englisch. Mit Erfolg. Doch die Olympischen Spiele in Sotschi haben sich längst verselbständigt. Und das nicht nur, was die Kosten - Schätzungen gehen mittlerweile von über 37 Milliarden Dollar aus - betrifft. Aus Putins Lieblingsprojekt ist ein PR-Desaster geworden. Dass sich die letzte Schneeflocke bei der Eröffnungsshow nicht in einen Olympischen Ring verwandeln wollte, ist da nur das kleinste Problem. Neben weltweiten Protesten von Sportlern gegen das Homosexuellengesetz in Russland reißt die Serie an kleinen Pleiten und Pannen nicht ab. Gefundenes Fressen für das Schadenfreude-Begabte Internet: Zuletzt mockierten sich Journalisten über die nur halbfertigen Unterkünfte für Medienvertreter. Kevin Bishop, BBC-Korrespondent in Moskau, twitterte etwa dieses Bild von einer Hotellobby "ohne Boden, aber mit Willkommensbild". Immerhin. Auch der CNN-Mitarbeiter Harry Reekie wusste auf seinem Twitter-Account von halbfertigen Hotelzimmern zu berichten (der KURIER berichtete). Das sind kleine Mängel, über die man bei anderen Olympischen Spielen wohl noch geschmunzelt hätte. In Sotschi fügen sie sich jedoch in das Bild von gravierenden  Korruptionsvorwürfen und aberwitzigen Investitionen. Die Doppeltoiletten in Sotschi sorgten bereits vergangene Woche für hämische Kommentare. In einem Land, das empfindliche Bußgelder verhängt, wenn sich jemand nur positiv über Homosexualität äußert, sind solche Toiletten eben ein gefundenes Fressen für Meme-Bastler. Mittlerweile entwickelt der Baupfusch offenbar Kultcharakter. Dieses Bild von zwei olympischen Langläufern ist sicher nicht das letzte, das uns in den nächsten Wochen vom bekanntesten stillen Örtchen Russlands erreichen wird - wie auch der Twitter-Text besagt: "Die ausländischen Sportler, die bei den olympischen Spielen sind, posieren mit Freude auf den speziellen Toiletten in Sotschi." Im Internet kursiert auch bereits dieses alternative Logo für Putins Spiele. Manchmal sagt ein Bild eben mehr als tausend Worte. In diesem Sinne: Wir von "Memes der Woche" freuen uns auf die Olympischen Spiele 2014. Alles, was Sie sonst noch über Sotschi wissen müssen, erfahren Sie in unserem Special. Für dieses Kuriosum um Olympia 2014 kann Putin jedoch bestimmt nichts. Den Machern der Internet-Spaßwährung Dogecoin (in Anlehnung an Bitcoin) ist es Ende vergangenen Jahres tatsächlich gelungen, dem jamaikanischen Bobteam die Reise nach Sotschi zu finanzieren. Nach einem Aufruf, die Meme-Währung - auf den Münzen prangt der oben zu sehende Hund - zu spenden, kamen innerhalb weniger Stunden 26 Millionen Dogecoins zusammen; das waren nach damaligem Kurs 25.000 US-Dollar. Memes der Woche 27. Jänner bis 2. Februar: Obercowboy Pharrell Williams im Rampenlicht
Bei den Grammy-Awards am Beginn vergangener Woche spielte er zwar nur eine Nebenrolle, aber mit seinem riesigen Hut erstaunte Pharrell Williams sogar Thomas Bangalter. Der Robotermann rechts im Bild war nämlich der eigentliche Gewinner des Abends und räumte gemeinsam mit seinem Kollegen Guy-Manuel de Homem-Christo vom House und Helm-Duo Daft Punk fünf Grammys ab. Doch der (ohnehin erwartete) Erfolg geriet in den sozialen Medien schnell zum Nebenthema. Stattdessen stand der Hut von Pharrell Williams im Mittelpunkt. Schon während der Grammy-Verleihung in der Nacht auf Sonntag wurden gleich mehrere Twitter- und Instagram-Accounts angelegt. @Pharrellhat hat inzwischen mehr als 18.000 Follower, die vor allem darüber rätseln, was sich wohl unter dem Hut verstecken könnte. Vice vermutete in seiner Online-Ausgabe gar einen Inside-Job. Pharrell sei von der Fast-Food-Kette Arby's engagiert worden, lautete die verschwörerische These. Keine allzu gewagte Behauptung bei der allzu gewagten Behauptung, oder? Am Freitag erreichte uns dann noch eine andere Nachricht aus der Welt der sozialen Medien: Colonel Meow, seines Zeichens beliebte Meme-Katze und Weltrekordhalter in Sachen Felllänge (stolze 23 Zentimeter), ist tot. Das teilte seine Besitzerin Anne Maria Avey auf der Facebook-Seite ihres Katers mit. Das Posting wurde innerhalb kürzester Zeit mehr als 27.000 Mal geteilt. Memes der Woche 19. - 26. Jänner: Der kleine Justin wird erwachsen
Was ist nur aus dem kleinen, lieben Justin Bieber geworden? Zuerst randalierte er auf seiner Südamerika-Tour in einem Hotelzimmer, danach wird er bei einem Bordell abgewiesen, später muss er von seinem Bodyguard gegen wartende Paparazziszurück gehalten werden (okay, das ist wohl verständlich) Und jetzt das: Am Donnerstag wurde Bieber nach einem illegalen Straßenrennen in Miami Beach festgenommen. Dabei war der kleine Justin doch einmal soooo süüüß. Aber keine Sorge. Im Internet glaubt noch immer niemand an das neue Image des 19-Jährigen, der neuerdings auch in die Muckibude geht. Und mit Mitleid konnte der Popstar sowieso nicht rechnen. Oder hätten Sie tatsächlich erwartet, dass Memebastler auf ihren lieben Hohn verzichten, nur weil der Popstar bei seiner Festnahme unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol stand? Eben. Da wird lieber das süße Lächeln bei Biebers Mugshot kommentiert, ...
Bild: "Der Moment, in dem du gedacht hast, du würdest endlich Street-Cedibility bekommen". ... unverkennbare Ähnlichkeiten zu Popkollegin Miley Cyrus aufgedeckt... ... oder generell über den kleinen Justin hergezogen. Ob Bieber das verdient hat? Keine Ahnung. Jedenfalls, sind die Bilder lustiger als die empörten Medienberichte über den Absturz des Teenie-Idols. Weniger Häme war dort aber auch nicht zu finden. Hierzulande bewegte das Internet aber ein ganz anderes Thema: Der Akademikerball, abermals WKR-Ball. Unter dem Hasthag #NOWKR protestierten vor dem Ball hunderte Facebook-User und Twitteranten  gegen das von der Polizei ausgesprochene Vermummungsverbot - wahlweise mit Schal vorm Gesicht ... ... oder (sehr) speziellen Hundemasken. Dass es in der Nacht auf Samstag dann zu derartigen Krawallen kommen würde, ahnte da wohl noch niemand. Mehr Bilder vom vermummten Protest im Internet finden Sie hier. Memes der Woche 12. - 19. Jänner. Mitleid für Messi
Am Montag wurde Christiano Ronaldo zum Weltfußballer des Jahres gewählt. Wem der Seriengewinner der Vorjahre da noch nicht ein bisschen leid tat, der musste spätestens bei diesem traurigen Anblick Mitleid mit Messi bekommen. Das Bild, das angeblich bei der Gala in Zürich aufgenommen worden war, belustigte die Netzgemeinde tagelang. Blöd nur, dass es sich dabei um eine Fälschung handelte. Antonella Roccuzzo, die Dame, die sich in Bild eins links an Ronaldo schmiegte, saß nämlich in Wirklichkeit auf dem freien Platz links vom eheamligen Weltfußballer - und ist die Lebensgefährtin des 26-Jährigen, wie dieses Bild vom roten Teppich von der Verleihung in Zürich zeigt. Trotzdem: Besser hätte man wohl nicht zeigen können, wie sich Messi gefühlt haben muss. Schnell kursierte auch noch andere Bearbeitungen, wie dieses Bild. Und natürlich durfte auch Mario Balotelli - des gehässigen Teils des Internets wohl beliebtester Fußballer - nicht fehlen. Nette Adaptionen, die alle vor allem eines beweisen: "The Winner takes it all". Zu Beginn dieser Woche wurden außerdem die Golden Globes vergeben. Eine Frau stand dabei wieder besonders im Mittelpunkt: Nach ihrem Vorjahresgewinn in der Kategorie "Beste Schauspielerin", holte sich Jennifer Lawrence diesmal den Preis als beste Nebendarstellerin ab - und zwar in einem Kleid, das viele Menschen offenbar eher an eine festgeschnürte Bettdecke erinnerte. Grund genug, für einen neuen Trend: Unter dem Hashtag #Lawrencing teilten dutzende Twitter- und Instagram-User ihre interpretation des weißen Kleides. Und noch ein unverhoffter -Ing-Trend ereilte uns diese Woche in den sozialen Netzwerken: #Riccing. Auslöser dieses nicht minder schrägen Trends war - wie der Name schon sagt -  Christina Ricci. Die 1,55 Meter große Schauspielerin postete Bilder von sich auf Twitter, die sie eingepfercht in möglichst kleinen Plätzen zeigten. Im Kühlschrank etwa, oder in der Waschmaschine. Das fanden einige Herrschaften offenbar so witzig, dass sie es ihr gleichtun mussten. Naja. Mehr Details und Bilder zu diesen neuen Trends finden Sie hier. Memes der Woche 6. - 13. Jänner: Ein Klobürste wird zum Stadtwappen
Die Proteste in Hamburg tragen immer schrägere Früchte. Seit Mitte Dezember bekämpfen sich dort Polizei und linke Autonome. Um den Erhalt der Roten Flora im Szeneviertel Sternschanze scheint es längst nicht mehr zu gehen. Spätestens seit etwa 30 bis 40 vermummte Autonome die berühmte Davidwache an der Hamburger Reeperbahn mit Steinen attackiert haben, hat sich der Konflikt verschärft. Vergangene Woche erklärte die Polizei nun Teile Altonas, des Schanzenviertels und St. Paulis zur Gefahrenzone, um der eskalierenden Gewalt wieder Herr zu werden. Seither können Passanten ohne konkreten Verdacht angehalten und durchsucht werden.
Bild: Im ganzen Schanzenviertel herrscht jetzt Grumpy Cat. Die Aktion stieß auf viel Kritik in den Medien und ist auch unter den knapp 90.000 Bewohnern des Viertels nicht unumstritten. Der Kurier berichtete. 
Die Autonomen scheinen aber ihren ganz eigenen Weg gefunden zu haben, mit den Leibesvisitationen der Polizei umzugehen: Unter dem Motto "St. Pauli bleibt widerborstig" führen Demonstranten seit letzter Woche Klobürsten mit sich und skandieren "Klo, Klo, Klobürsteneinsatz!" Eine kurze Szene einer solcherart zur Farce geratenen Leibesvisitation war auch in der "Tagesschau" der ARD (zum Video) zu sehen. So wurde innerhalb weniger Tage aus dem nicht ganz ernst gemeinten Protest ein noch immer nicht ganz ernst gemeintes Symbol der Demonstranten. Ein Scheiß-Protest eben. Dazu passt auch die letzte Meldung aus Hamburg: Laut Welt.de sollen die Klobürsten in den betroffenen Vierteln mittlerweile ausverkauft sein. Memes der Woche 29.12 bis 5.1.: Mit Farmer-Selfies ins neue Jahr 
Der Papst tat es, Obama tat es, und überhaupt (fast) jeder auf Facebook tat es: Selfies waren der Trend des vergangenen Jahres. Dass man mit den Selbstporträts auch 2014 noch für Aufsehen sorgen kann, bewies PJ Ryan. Der irische Landwirt gewann zuerst beim Selfie-Wettbewerb des "Irish Farmers Journal" - und wurde wenig später zum viralen Hit. Die britische BBC, der Guardian und zahlreiche deutsche Medien berichteten vergangene Woche, dass nun auch die Farmer beim Internet-Trend des Jahres mitmachen würden.
Zum viralen Hit wurde auch die Meldung des deutschen Satire-Blogs Der Postillon, der der aktuellen Nachrichtenlage bereits in der Vergangenheit skurrile Twists gab, die so oder so ähnlich tatsächlich wahr sein könnten. Mit der Meldung, dass Ronald Pofalla in der Vorstand der Deutschen Bahn wechselt, gelang ihm aber ein seltenes Meisterstück. Die Meldung stimmte nämlich tatsächlich, der Postillon datierte seinen Eintrag jedoch einen Tag nach vorne, auf den 1. Jänner - sodass es so aussehen musste, dass die deutschen Medien - inklusive der dpa - Deutsche Presse Agentur - einer Ente des Postillon aufgesessen waren. Auf Twitter ließ der Spott darüber freilich nicht lange auf sich warten. Tatsächlich waren aber die Twitteranten selbst der Meta-Ente des Postillon auf den Leim gegangen. Der Kurier berichtete. Doppelt peinlich. Spott und Häme gebührt jedenfalls den Twitteranten selbst. Ronald Pofalla gelangte als Regierungssprecher von Angela Merkel zu (mehr oder weniger) trauriger Berühmtheit, als er im August vergangenen Jahres den NSA-Skandal für beendet erklärt hatte. Fünf Monate, bevor bekannt wurde, dass auch Merkels Handy vom amerikanischen Nachrichtendienst überwacht worden war. Memes der Woche: Sebastian Kurz wird Außenminister
Seit Montag ist es fix, Sebastian Kurz wird neuer Außenminister und es gibt kein Wissenschaftsressort mehr. Böse Zungen behaupten, ansonsten ist alles wie vor der Wahl und der Stillstand vorprogrammiert. Im Netz wurde besonders über die Bestellung von Kurz diskutiert. Dass das vielleicht nur eine Ablenkung von den fehlenden Themen sein könnte, erkennt niemand, dafür macht man Witze auf seine Kosten. Eh verständlich. Aber es gibt auch positive Töne gegenüber dem 27-Jährigen. Auch das fehlende Wissenschaftsministerium regt die Gemüter auf. Aber man kann sich ja noch immer eins zu Weihnachten wünschen. Und schlussendlich hätten wir ja alle auch eine andere Wahl gehabt, oder? Memes der Woche 9.-15. Dezember: So jung und schon so alt
Wer in jungen Jahren schon alt aussieht, hat's schwer. Das musste diese Woche nicht nur die neue, alte Bundesregierung erfahren, auch ein neues Meme war mit einem reichlich gehässigen Unterton konfrontiert. Am Mittwoch veröffentlichte ein User namens Clayton Prater dieses Bild, das seine Frau Lindsay als kleines Mädchen zeigt, auf der Social-News-Seite Reddit. Sein Kommentar: "Meine Frau sah als Kind wie eine 60-Jährige aus." Damit, dass sich das Bild innerhalb kürzester Zeit verselbständigen und Vorlage eines neuen Memes werden würde, hatte er offenbar nicht gerechnet. Der Account "Beerdrummer", von dem aus Prater das Bild hochgeladen hatte, wurde mittlerweile von dem Posting entfernt. Zurück bleibt eines der lustigsten Memes der vergangenen Monate: "60 Year Old Girl". In einem Interview mit dem Nachrichtenportal von Yahoo erklärte Clayton Prater, dass er von dem Erfolg seines Postings zunächst überwältigt gewesen sei und er deshalb seinen Namen entfernt hätte. Mittlerweile seien er und seine Frau Lindsay aber sogar ein wenig stolz ein eigenes Meme geschaffen zu haben und können über die Kommentare herzhaft lachen. Ihr Lieblingsmeme: "Bestellt das Kindermenü - bekommt einen Senioren-Rabatt" Deutlich weniger zu lachen hatte diese Woche die neue Bundesregierung. Getreu dem von Kanzler Faymann ausgegebenen Motto: "Man muss das erfolgreiche Land Österreich nicht neu erfinden" sah das Kabinett Faymann II schon bei der Präsentation am Donnerstag irgendwie alt aus. Reformelan klingt jedenfalls anders, wie zahlreiche kritische Stimmen bemerkten. Die Memebastler vom "Verein Freunde der Tagespolitik" werden hier noch drastischer: SPÖ und ÖVP setzen ihren Kurs fort - wohin das bei der Titanic geführt hat, ist ja bekannt. Memes der Woche 1. - 8. Dezember: Alles für den Weihnachtsbaum
Weihnachten ist nicht mehr weit. Heute kann schon die zweite Kerze am Adventkranz angezündet werden. Höchste Zeit also, sich auch über den weihnachlichten Christbaumschmuck Gedanken zu machen. Alle, die auch am Heiligen Abend Humor beweisen wollen, können dies ja auch mit diesem Schmuckstück machen: Eine Christbaumkugel, die kurzerhand zu Miley Cyrus' "Wrecking Ball" umfunktioniert wurde - so gesehen bei Bordedpanda.com. Zur Erinnerung: Für ihr Video zum Einrissbirnen-Song, wurde Miley Cyrus auch in zahlreichen Memes ordentlich abgestraft. Zu gewollt sexy und vor allem zu ungelenk, so der einhellige Tenor. Vielleicht macht das Popsternchen ja unterm Weihnachtsbaum eine bessere Figur. Wir finden die Idee jedenfalls wundervoll.  Erste Weihnachtsboten zogen übrigens bereits am Freitag durch Österreichs Stuben: Die Krampusse.  Der Nikolaus kommt hierzulande nämlich nicht alleine, sondern hat meistens auch gleich einen ganzen Rudel Krampusse im Schlepptau. Ein durch und durch österreichisches Phänomen, wie diese Memes zeigen. Dass die Krampusse in derselben Ausgabe von "Memes der Woche" wie Miley Cyrus vorkommen, ist natürlich Zufall - versprochen. Memes der Woche 24. November bis 1. Dezember: Schlechte Zeiten für Truthähne
Im Herbst 1621 feierten 50 Pilgerväter und 90 Wampanoag-Indianern gemeinsam Erntedank. Auf dieses historisch nicht zu hundert Prozent belegte Ereignis beruft sich die amerikanische Thanksgiving-Tradition. Am Donnerstag war es wieder so weit und die Familien versammelten sich zum gemeinsamen Truthahnessen. Ohne die Hilfe der Indianer hätten die Pilgerväter damals das erste Jahr auf fremdem Boden nur schwerlich überlebt und so bedankten sie sich der Überlieferung nach mit dem Thanksgiving-Mahl bei ihren Gönnern. In Memes, die sich mit diesem Gemälde aus dem Jahr 1912 auf die historische Dimension von Thanksgiving beziehen, werden jedoch andere Aspekte als das gemütliche Beisammensein in den Vordergrund gerückt: "Kannst du mir mal den Kürbis und den Mais reichen? Dafür bekommst du die Pockendecken."  Verständlich, dass die heutigen Indianer in Amerika nicht viel Sinn darin sehen, die Ankunft der Gründerväter auch noch mit einem eigenen Fest zu feiern. 
Die amerikanische Ausprägung des heimischen Erntedank-Festes erfreut sich ansonsten jedoch größter Beliebtheit. Zu den traditionellen Feierlichkeiten sollen alljährlich etwa 46 Millionen Truthähne verspeist werden. Dazu kommem traditionell Football-Spiele...  ... und große Paraden. Am Donnerstag zog auch die 86. Macy's Thanksgiving Day Parade mit Dutzenden Kapellen, Hunderten Tänzern und den besonders populären Ballons über drei Kilometer durch Manhattan. Sie gehört auch für jene Amerikaner, die sie nur im Fernsehen mitverfolgen können, zum Programm dieses Festtages (die besten Bilder der Parade finden Sie hier). Ein Fest für die ganze Familie - nur nicht für alle Amerikaner. 
(KURIER / kob) Erstellt am
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