Memes der Woche: So jung und schon so alt

In unserer Serie zeigen wir neue Memes und wie die Ereignisse der Woche im Internet kommentiert wurden. Diesmal: Faymann II und ein "60 Jahre altes Mädchen".

Wer in jungen Jahren schon alt aussieht, hat's schwer. Das musste diese Woche nicht nur die neue, alte Bundesregierung erfahren, auch ein neues Meme war mit einem reichlich gehässigen Unterton konfrontiert. Am Mittwoch veröffentlichte ein User namens Clayton Prater dieses Bild, das seine Frau Lindsay als kleines Mädchen zeigt, auf der Social-News-Seite Reddit. Sein Kommentar: "Meine Frau sah als Kind wie eine 60-Jährige aus." Damit, dass sich das Bild innerhalb kürzester Zeit verselbständigen und Vorlage eines neuen Memes werden würde, hatte er offenbar nicht gerechnet. Der Account "Beerdrummer", von dem aus Prater das Bild hochgeladen hatte, wurde mittlerweile von dem Posting entfernt. Zurück bleibt eines der lustigsten Memes der vergangenen Monate: "60 Year Old Girl". In einem Interview mit dem Nachrichtenportal von Yahoo erklärte Clayton Prater, dass er von dem Erfolg seines Postings zunächst überwältigt gewesen sei und er deshalb seinen Namen entfernt hätte. Mittlerweile seien er und seine Frau Lindsay aber sogar ein wenig stolz ein eigenes Meme geschaffen zu haben und können über die Kommentare herzhaft lachen. Ihr Lieblingsmeme: "Bestellt das Kindermenü - bekommt einen Senioren-Rabatt" Deutlich weniger zu lachen hatte diese Woche die neue Bundesregierung. Getreu dem von Kanzler Faymann ausgegebenen Motto: "Man muss das erfolgreiche Land Österreich nicht neu erfinden" sah das Kabinett Faymann II schon bei der Präsentation am Donnerstag irgendwie alt aus. Reformelan klingt jedenfalls anders, wie zahlreiche kritische Stimmen bemerkten. Die Memebastler vom "Verein Freunde der Tagespolitik" werden hier noch drastischer: SPÖ und ÖVP setzen ihren Kurs fort - wohin das bei der Titanic geführt hat, ist ja bekannt. Memes der Woche 1. - 8. Dezember: Alles für den Weihnachtsbaum
Weihnachten ist nicht mehr weit. Heute kann schon die zweite Kerze am Adventkranz angezündet werden. Höchste Zeit also, sich auch über den weihnachlichten Christbaumschmuck Gedanken zu machen. Alle, die auch am Heiligen Abend Humor beweisen wollen, können dies ja auch mit diesem Schmuckstück machen: Eine Christbaumkugel, die kurzerhand zu Miley Cyrus' "Wrecking Ball" umfunktioniert wurde - so gesehen bei Bordedpanda.com. Zur Erinnerung: Für ihr Video zum Einrissbirnen-Song, wurde Miley Cyrus auch in zahlreichen Memes ordentlich abgestraft. Zu gewollt sexy und vor allem zu ungelenk, so der einhellige Tenor. Vielleicht macht das Popsternchen ja unterm Weihnachtsbaum eine bessere Figur. Wir finden die Idee jedenfalls wundervoll.  Erste Weihnachtsboten zogen übrigens bereits am Freitag durch Österreichs Stuben: Die Krampusse.  Der Nikolaus kommt hierzulande nämlich nicht alleine, sondern hat meistens auch gleich einen ganzen Rudel Krampusse im Schlepptau. Ein durch und durch österreichisches Phänomen, wie diese Memes zeigen. Dass die Krampusse in derselben Ausgabe von "Memes der Woche" wie Miley Cyrus vorkommen, ist natürlich Zufall - versprochen. Memes der Woche 24. November bis 1. Dezember: Schlechte Zeiten für Truthähne
Im Herbst 1621 feierten 50 Pilgerväter und 90 Wampanoag-Indianern gemeinsam Erntedank. Auf dieses historisch nicht zu hundert Prozent belegte Ereignis beruft sich die amerikanische Thanksgiving-Tradition. Am Donnerstag war es wieder so weit und die Familien versammelten sich zum gemeinsamen Truthahnessen. Ohne die Hilfe der Indianer hätten die Pilgerväter damals das erste Jahr auf fremdem Boden nur schwerlich überlebt und so bedankten sie sich der Überlieferung nach mit dem Thanksgiving-Mahl bei ihren Gönnern. In Memes, die sich mit diesem Gemälde aus dem Jahr 1912 auf die historische Dimension von Thanksgiving beziehen, werden jedoch andere Aspekte als das gemütliche Beisammensein in den Vordergrund gerückt: "Kannst du mir mal den Kürbis und den Mais reichen? Dafür bekommst du die Pockendecken."  Verständlich, dass die heutigen Indianer in Amerika nicht viel Sinn darin sehen, die Ankunft der Gründerväter auch noch mit einem eigenen Fest zu feiern. 
Die amerikanische Ausprägung des heimischen Erntedank-Festes erfreut sich ansonsten jedoch größter Beliebtheit. Zu den traditionellen Feierlichkeiten sollen alljährlich etwa 46 Millionen Truthähne verspeist werden. Dazu kommem traditionell Football-Spiele...  ... und große Paraden. Am Donnerstag zog auch die 86. Macy's Thanksgiving Day Parade mit Dutzenden Kapellen, Hunderten Tänzern und den besonders populären Ballons über drei Kilometer durch Manhattan. Sie gehört auch für jene Amerikaner, die sie nur im Fernsehen mitverfolgen können, zum Programm dieses Festtages (die besten Bilder der Parade finden Sie hier). Ein Fest für die ganze Familie - nur nicht für alle Amerikaner.  Memes der Woche 17. - 24. Oktober: John F. Kennedy, Superstar
Bis heute ist John F. Kennedy der beliebteste Präsident der USA. Dabei war er nicht einmal drei Jahre im Amt. Doch seine besonnene Politik, sein Charisma, und wohl nicht zuletzt auch seine Frauengeschichten, machten ihn zum Mythos. Am Freitag jährte sich die tragische Ermordung JFKs zum 50. Mal. Ein trauriges Jubiläum, dem in Amerika mit Trauerbeflaggung und zahlreichen Veranstaltungen im ganzen Land gedacht wurde. Dazu kamen unzählige Medienberichte, die das Leben John F. Kennedy beleuchteten. Auch der KURIER widmete John F. Kennedy ein ausführliches Porträt. Wie sehr seine Landsleute den 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten noch immer verehren, zeigt sich auf plakative Weise auch an ganz anderer Stelle: In Memes. Dort wird schnell klar, wofür JFK noch immer steht:
Er ist und bleibt offenbar der coolste Präsident der USA.
  Memes der Woche 10. - 17. Oktober: Das personifizierte Budgetloch
Das Budgetloch ist also doch nicht so tief wie zunächst angenommen. 18,4 Milliarden Euro (die 5,8 Milliarden für die Bankenhilfe - ergo Hypo Kärnten - noch nicht eingerechnet) soll es betragen. Genug, um Österreich nun ein Verfahren wegen übermäßigen Defizits bei der EU zu bescheren. Von verschobenen Steuerreformen und geplanten Belastungspaketen für Pensionisten und Familien ganz zu schweigen. Soweit, so bekannt. Aber wussten Sie eigentlich dass unser Budgetloch auch bei Twitter ist? Dort gibt es sich allerdings sehr viel bescheidener als sonst: Die zwei Accounts "@DasBudgetloch" und "@Budgetloch" haben aktuell 242 bzw. 125 Follower und folgen auch @KURIER.at. Eigentlich nett. Die Benachrichtigung "Das Budgetloch folgt dir jetzt" liest man dann trotzdem nicht so gerne. Besser sind da schon die Tweets der beiden Budgetlöcher: "Egal ob Loch oder Lücke, @SPOE_at & @oevp machen gerade aus einem Elefanten eine Mücke!", reimte etwa @Das_Budgetloch am Freitag. Um etwaigen Missverständnisse vorzubeugen: Mitleid ist hier natürlich nicht angebracht. Die Meme-Profis von "Verein Freunde der Tagespolitik" haben die Schuldige bereits ausgemacht: Maria Fekter, die von der Schottermitzi zur Finanzministerin wurde, um dann erst recht ein Loch zu graben. Denn so überrascht, wie sich Fekter jetzt gibt, hätte die Finanzministerin nicht sein müssen. Der Parlamentarische Budgetdienst warnte die Regierung bereits im Mai über das drohende Budgetloch. Über den Abgang Maria Fekters wird jedenfalls längst spekuliert. Und was machen Werner Faymann und Michael Spindelegger? Einen ausgefeilten Plan, wie das Budgetloch von 24,2 Milliarden Euro binnen fünf Jahren gestopft werden soll, gibt es bisher nicht. Grob gesagt soll bei den Pensionen, der Familienbeihilfe und den Förderungen gespart werden (Details gibt's hier) Das Budgetloch freute das auf Twitter so gar nicht: "Kennt Ihr das, wenn Euch jemand kleiner machen will als ihr eigentlich seid? Das macht man gerade mit mir. Voll unfair." Memes der Woche 3. bis 10. Oktober: Grumpy Cat im Disneyland
Disneyland und Grumpy Cat? Das konnte ja nur schiefgehen. Tat es auch. Tardar Sauce, wie das kleine Kätzchen mit dem berühmten Meme-Gesicht eigentlich heißt, zeigte sich bei seinem Besuch in der Märchenwelt von Disney vergangene Woche so gar nicht vergnügt - aber das liegt ja in der Natur der Sache. Dass die (aktuell) grantigste Katze der Welt in einem Ort, für den mit dem Slogan "The Happiest Place on Earth" geworben wird, besonders unglücklich sein würde, war zu erwarten. Wie das Treffen genau vonstatten ging, ist in diesem offiziellen Video von Disney Parks zu sehen. In dem "glücklichen" Vergnügungspark traf Grumpy Cat übrigens auf einen weitere Meme-Ikone. Hier liebkost sie Zeddie W. Little, der als "lächerlich fotogene Typ" ("overly photogen guy") zu Berühmtheit im und außerhalb des Netzes gelangte. Der Grafik-Designer Eric Proctor kam übrigens schon vor einigen Wochen auf die Idee, Grumpy Cat ins Disney-Universum zu stecken. Allerdings nur mittels Photoshop, versteht sich. Mehr Bilder von seiner Serie sehen Sie hier. Mehr Hintergründe zu dem beliebten Meme erfahren Sie in unseren "20 Fakten über Grumpy Cat" Memes der Woche 27.10 bis 3.11: Unerwartete Ehren für Ströbele
Am Donnerstag traf der Grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele NSA-Aufdecker Edward Snowden in Moskau. Abseits der politischen Relevanz dieses Treffens fand ein besonderes Accessoire Ströbeles im Netz Beachtung: Der rote Schal, den der 74-Jährige sowohl auf dem bekannten Facebook-Foto mit Edward Snowden, als auch bei seiner Rückkehr nach Deutschland und der anschließenden Pressekonferenz trug, wie dieser Screenshot vom US-Nachrichtensender CNN beweist. Der hatte Ströbele übrigens kurzerhand zum deutschen Außenminister erklärt - unerwartete Ehren für den Bundestagsabgeordneten der Grünen. Dass darüber hinaus auch noch Ströbeles Name falsch geschrieben war, sei an dieser Stelle der Vollständigkeit halber noch erwähnt. Der deutsche Unterhaltungsblog "Schlecky Silberstein" nahm den auffälligen Schal Ströbeles jedenfalls zum Anlass, den berühmtesten Schalträger des Landes in ein gemeinsames Bild mit Edward Snowden zu montieren: Jopi Heesters. Und auch auf Twitter wurde Ströbeles Besuch in Moskau schnell in einen neuen Kontext gestellt. Dass Edward Snowden "nach Hause" will wie E.T., ist jedoch nicht überliefert - zunächst möchte der Aufdecker des NSA-Skandals nur in Deutschland aussagen. (Die Hintergründe zu dem Thema erfahren Sie hier) Nachtrag: Dass sich Snowden ausgerechnet jetzt dazu erklärt hat, mit Deutschland bei der Aufarbeitung der Geheimdienstaffären zusammenzuarbeiten, hat wohl auch mit den Enthüllungen der Vorwoche zu tun: Memes der Woche 20. - 27. Oktober: Angela Merkel jetzt im NSA-Land
Vorher war alles nicht so schlimm, und dann war es plötzlich doch ziemlich tragisch. Wovon hier die Rede ist? Der NSA-Abhörskandal, der nun auch die deutsche Kanzlerin erreicht hat. Ganz persönlich, am Handy. Denn Anfang Juni, als Edward Snowden die Abhörpraktiken des US-Geheimdienstes NSA erstmals öffentlich machte, hielt es Merkel offenbar nicht für notwendig sich öffentlich dazu zu äußern - stattdessen erklärte Kanzleramtschef Ronald Pofalla die Affäre Mitte August kurzerhand für beendet. Erst jetzt, wo es "starke Indizien" dafür gebe, dass nicht nur Millionen von Bürgern, sondern eben auch die Kanzlerin betroffen ist, spricht Angela Merkel Klartext: "Ausspähen unter Freunden abhören, das geht gar nicht" Da nimmt es nicht weiter wunder, dass Merkels Protest im Internet nicht nur auf Verständnis stieß. (Infos und Hintergründe zur aktuellen Affäre finden Sie hier). Auf Twitter und Facebook wurden zahlreiche Bilder geteilt, in denen spekuliert wurde, was die NSA wohl gehört haben könnte. Ein eigener Tumblr-Blog namens "Merkelphone" sammelte diverse Beispiele. Einer der besten Sätze, wie wir finden: "Ich dich auch, Barack!" (Hier finden Sie weitere, rein spekulative Sätze, die Angela Merkel so vielleicht gesagt haben könnte.) Nach #Neuland ist das also nur der zweite - zugegeben: deutlich kleinere - Meme-Trend mit Angela Merkel. Damals hatte die deutsche Kanzlerin bei einer Pressekonferenz mit Barack Obama ausgerechnet das Spähprogramm Prism mit den - sehr vorsichtigen - Worten "Das Internet ist für uns alle Neuland", kommentiert. Ausgerechnet. (Einen Überblick über die besten #Neuland-Memes finden Sie hier.) Memes der Woche 13. bis 20. Oktober: Monika Lindner im Kreuzfeuer
Die Entscheidung Monika Lindners, ihr Mandat im Nationalrat entgegen ihrer Ankündigung nun doch annehmen zu wollen, erregte diese Woche die (innenpolitisch-gepolten) Gemüter. "Ich hatte immer den Eindruck, dass sie eine sehr ehrenhafte Frau ist und ich will es eigentlich noch gar nicht wahrhaben, dass sie einen so unehrenhaften Weg geht", zeigte sich etwa Kathrin Nachbauer, designierte Nachfolgerin Frank Stronachs, im Ö1-Morgenjournal von der Entscheidung Lindners enttäuscht. Ehre und Politik - das verträgt sich eben offenbar nicht (immer). Auch in unseren Foren stieß Lindners Rücktritt vom Rücktritt auf Unverständnis. "Monika Lindner ist die personifizierte Bestätigung aller negativen Vorurteile über unsere Politiker", meinte etwa ein User namens OSSI 41. Der "Verein Freunde der Tagespolitik" kommentierte die Entscheidung frei nach Michael Jackson etwas knapper: "Bad". Mit eigens gebastelten Memes nahmen die Macher der Facebook-Seite Monika Lindner in gewohnt bissig-satirischer Form ins Kreuzfeuer. (Hintergründe zur Seite "Verein Freunde der Tagespolitik finden Sie hier, ein ausführliches Porträt von Monika Lindner finden Sie hier.) In Deutschland ging es diese Woche betont ruhiger zur Sache. Nachdem die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und den Grünen scheiterten, stehen die Zeichen wohl auch bei unseren Nachbarn auf "Große Koalition". In den sozialen Netzwerken schlug Angela Merkel nur mit einer Hipster-Adaption einer Fotoaufnahme von ihrer "Sommerreise" nach Borkum aus dem Jahr 2004 Wellen. Der Tumblr-Blog "hipstermerkel.com" wurde zahlreich geteilt. Noch ein Nachtrag zu letzter Woche: Der "Verein Freunde der Tagespolitik" hat auch eine erstaunliche Ähnlichkeit zwischen einer heimischen Politikerin und dem Protagonisten unserer letzten Ausgaben von "Memes der Woche" festgestellt... Memes der Woche 6. bis 13. Oktober: Der Bling-Bling-Bischof von Limburg
Protz und Prunk sollen in der katholischen Kirche ja durchaus schon praktiziert worden sein. Dass sich der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst einen neuen Amtssitz um stolze 31 Millionen - inklusive einer Badewanne für 15.000 Euro - geleistet hat, sorgte vergangene Woche dann aber doch für Empörung.  Weltweite Medienberichte über den Protz-Bischof aus dem 34.000-Einwohner-Nest in Hessen waren die Folge (weitere Infos finden Sie hier) - und natürlich wurde das barocke Gebaren des strittigen Bischofs auch im Netz entsprechend kommentiert (es überwiegen Spott und Häme). Ein neuer Spitzname war auch schnell gefunden: Bling-Bling-Bischof.  Dabei gäbe es sogar ein eigenes Wort für herrschaftliche Prunksucht, das in der katholischen Kirche geprägt wurde: Barock. Man denke nur an die vergoldeten Kirchen aus dem 16. Jahrhundert. Doch was heutzutage protzt und glänzt, wird eben - ganz im HipHop-Sprech - "bling bling" genannt. Manche Dinge ändern sich eben doch. Es kursiert bereits ein eigener "Ego"-Bausatz im Internet. User @wortfeld twitterte dazu: "Jetzt, wo die FAZ die Baupläne des Bischofssitzes veröffentlicht hat, ahne ich, was Weihnachten unter dem Baum liegt." Themawechsel: Abseits von Prass und Prunk wurde auch der Start des deutschen Ablegers der Huffington Post mit regem Interesse begleitet. ​250.000 Visits und 750.000 Seitenabrufe soll die Nachrichten-Seite laut Meedia.de an ihrem ersten Tag verzeichnet haben - kein schlechter Start. Nettes Detail am Rande: Noch besser schnitt ausgerechnet der Satire-Blog Der Postillon ab. Der hatte sich kurzerhand in Huffington Postillon umbenannt und vor allem die Aufmachung der deutschen "HuffPo" aufs Korn genommen (siehe Bild) und kam damit auf 286.000 Visits. Zum Schluss noch ein kleiner Tipp für die nachmittägliche Sonntagsunterhaltung: Der Tumblr-Blog "Brides Throwing Cats" wurde diese Woche zahlreich empfohlen und hält genau das, was der Name verspricht: Bräute, die mit Katzen werfen. Sehr schön. Memes der Woche 30. September bis 6. Oktober: Wien bebt und Twitter fällt 
In Wien bebte am Mittwoch wieder die Erde - mit einem Wert von 4,2 auf der Richterskala. Ein Wahnsinn. Da kann es doch kein Zufall sein, dass ausgerechnet diese Woche ein neuer Twitter-Trend die Runde macht: Menschen, die sich beim Stürzen fotografieren. "Twipping" nennt sich die neue Trendsportart für internetaffine Selbstdarsteller, soll so etwas wie ein schrecklich misslungenes Selfie sein, ... ... und ist damit der mit Abstand dümmste in der langen (und nicht gerade vor intelligentem Einfallsreichtum strotzenden) Liste an viralen Trends. Aua. Sollten sie wirklich mehr davon sehen wollen, dann finden Sie unter dem Hashtag "#Twipping" auf Twitter mehr Bilder als Ihnen Recht sein wird. Wir für unseren Teil wollen es an dieser Stelle belassen. Bevor wir aber mit unserem Wochenrückblick weitermachen, müssen wir noch kurz klarstellen, dass das Wiener Beben natürlich nichts mit dem "halsbrecherischen" Trend zu tun hat. Wegen 4,2 auf der Richterskala ist wohl noch niemand die Treppen runtergestürzt. Wir haben das Erdbeben vor allem wegen dieses Bildes, das auf Facebook die Runde machte, in unseren "Memes der Woche" erwähnt. Lustig. Von dieser Gelassenheit hätte sich die Tageszeitung Österreich eine Scheibe abschneiden können. Die titelte am Donnerstag: "Angst vor Mega-Beben in Österreich". Und wieso? Weil es laut Statistik "in 25 Jahren wieder so weit sein" dürfte. Naja.
Auch Thema Nummer drei unserer dieswöchigen Ausgabe beschäftigt sich mit Verstolperern, Fallern und ihren Auswirkungen. Genauer gesagt: Scarlett Johansson's Verstolperer, der vergangene Woche zum Internet-Meme wurde. Das Originalbild wurde bereits im Oktober vergangenen Jahres in Glasgow, Schottland während der Dreharbeiten zu ihrem neuen Film "Under the Skin" aufgenommen. Ein Jahr später wurde es dann von einem User auf auf die Social News-Seite Reddit.com hochgeladen und das Meme nahm seinen Lauf. Seit Anfang Oktober wird die junge Schauspielerin in allerlei mögliche... ... und unmögliche Situationen kopiert. Mittlerweile gibt es auch schon einen eigenen Tumblr-Blog, das einige der besten Photoshop-Adaptionen gesammelt... ... und mit alten Memes kombiniert werden. Hier läuft der "In The Way Guy" durchs Bild. So schnell kann's manchmal gehen. Memes der Woche 22. - 29. September: Promis als Trittbrettfahrer
Wahlen, wohin wir schauen. Abseits von Merkels Triumph und des heimischen TV-Geplänkels gab es vergangene Woche nur ein mediales Thema, das in einen breiteren Fokus der Öffentlichkeit rücken konnte: die Emmys. Die sind zwar seit Montag wieder Geschichte - auf Twitter waren die US-Fernsehpreise jedoch noch länger Thema. Zwei Promis bewiesen dabei besonders viel Humor und posteten eigens produzierte Memes von sich, in der sie die erfolgreichsten Serien der 65. Verleihung zitierten. So zeigte sich etwa Shaun White, seines Zeichens Amerikas erfolgreichster Snowboarder, im Chemie-Anzug seines Namenskollegen Walter White aus "Breaking Bad" (Bild 1) - und setzte damit eindeutig auf das richtige Pferd. Die Serie um den Chemie-Lehrer, der zum Drogenproduzenten wird, gewann den wichtigsten Emmy als "Beste Dramaserie". Weniger glücklich: "Winter Is Coming", eine Anspielung auf die Erfolgsserie "Game of Thrones", die sich trotz 16 Nominierungen mit zwei Creative Arts Emmys begnügen musste. Auch Richard Simmons bewies Humor und zeigte sich in Walter Whites Unterhose. Der 65-Jährige wurde in den USA mit - nennen wir es "eigenwilligen" - Fitnessvideos berühmt - mit Afro und Glitzerkostümchen. (Zu Richards' Verteidigung: "eigenwillig" sind solche Videos wohl immer). In diesem Tweet bezog sich Simmons auch auf den großen Gewinner des Abends: "Behind the Candelabra" gewann elf Emmys - so viel wie keine zweite Produktion. Michael Douglas spielt darin darin den prunksüchtigen Starpianisten Liberace, der 1987 an Aids starb. Auch viral wurde die Emmy-Verleihung zum Erfolg. Verantwortlich dafür war dieser Mann, der im Hintergrund langsam aus dem Bild schleicht. Eine "Photobomb" auf Show-Niveau also, die in den nächsten Tag auf Social News-Seiten wie buzzfeed.com zahlreiche Erwähnungen fand.
(KURIER / kob) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?