Loveparade: Gründer grübelt über Wiederauflage

2010 wurden bei der Loveparade 21 Menschen getötet und 500 verletzt.
Foto: ap

Gründer Dr. Motte ist skeptisch gegenüber einer Wiederauflage. Die Katastrophe in Duisburg hätte die elektronische Musikszene krass gespalten.

Angesichts des nahenden Jahrestags der Duisburger Loveparade-Katastrophe, als am 24. Juli 2010 21 Menschen getötet und mehr als 500 bei einer Massenpanik verletzt wurden, zeigt sich Loveparadegründer Dr. Motte skeptisch, ob es nochmals eine Großveranstaltung gleichen Zuschnitts geben sollte. Zwar gebe es einige Initiativen, welche die Loveparade wiederbeleben wollten, "dennoch stehe ich dem Ganzen mit höchster Skepsis gegenüber und kann davor eigentlich nur warnen" so Dr. Motte, der auf den bürgerlichen Namen Matthias Roeingh hört.

"Unsere elektronische Musikszene krass gespalten"

Das Argument "Aber es muss doch weitergehen" alleine zähle nicht: "Unsere elektronische Musikkultur zeichnete sich von Anfang an dadurch aus, besonders tolerant, friedlich und vor allem 'united' zu sein. Doch gerade dieses Gemeinsame hat seit dem Unglück 2010 massiven Schaden genommen. Die Katastrophe in Duisburg hat unsere elektronische Musikszene krass gespalten." Eigentlich sollte man ja gerade in schwierigen Zeiten zusammenhalten, was aus seiner Sicht innerhalb der Szene jedoch nicht gegeben sei: "Wir sollten jetzt lieber darüber nachdenken, wie wir den Opfern, den Angehörigen und Beteiligten helfen können."

"Das eine sollte uns das Unglück in Duisburg wenigstens gelehrt haben: So wie es zuletzt gelaufen ist, kann und darf es definitiv nicht weiter gehen", so Motte. So hätten profitorientierte Unternehmen ihre Finger aus dem Spiel zu halten, und ein neues Konzept müsse entwickelt werden.

(apa / mich) Erstellt am
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