Justin Bieber: Wenn ein Pop(o)star verarscht wird

Die Ereignisse der Woche, kommentiert im Internet. Diesmal: Justin Bieber zeigt seinen Hintern - und das Netz freut sich diebisch.

Vielleicht hätte er seine Hose doch lieber angelassen. Wobei, ein Pofi wie Justin Bieber weiß doch sicher, was man mit so einer Pose povoziert. Vor allem, wenn man diese dann auch noch auf seinem Instagram-Pofil mit 35,9 Millionen Aponnenten hochlädt. Natürlich schimpften viele User auf Bieber. "Zieh dir bitte etwas an", war da noch eines der netteren Postings. Gott sei Dank, weiß das Netz aber auch anderen Pofit aus so einem Poto zu schlagen. Passiert schließlich nicht oft, dass so ein Popostar seinen Hintern blank zieht. Oder? Via Potoshop wurden am Mittwoch innerhalb kürzester Zeit die povokantesten Posen bearbeitet: Popo mit Miley Cyrus - bekanntlich auch nie um eine povokante Aktion verlegen,...  ... oder Popo mit Sponge Pob geisterten da durchs Netz. Es ist also wohl unwahrscheinlich, dass Bieber diese Aktion polongiert. Es sei denn, er möchte wirklich als Popostar enden. Wer weiß das schon so genau? Die 2,2 Millionen Likes, die Bieber für sein Bild bekommen hat, lassen sich jedenfalls sicher auch irgendwie vergolden. Vielleicht stellt er sich dann noch einen Lamporghini zu seinem Porsche (911er Turpo) in die Garage. Warum fällt uns jetzt bloß das Märchen vom "Goldesel" ein? ...  "Tischlein deck dich, Esel streck dich, Knüppel aus dem Sack" ... Memes der Vorwoche: Angela Merkel und die Queen im Photosop-Battle
Es musste ja so kommen. Dass der Besuch der Queen bei Angela Merkel für das eine oder andere lustige Bild sorgen würden, war schon im Vorhinein abzusehen. Allein schon modisch - die Queen im traditionellen Kostümchen mit Hut, die Kanzlerin mit traditionellem Zweiteiler in der Farbe des Tages - geben die beiden einfach ein tolles Bild ab. Und insofern kann es auch nicht weiter verwundern, dass die Reddit-User den Besuch von vergangener Woche (hier geht's zum Bericht) zum Anlass nahmen, wieder einmal eine ihrer berühmt-berüchtigten Photoshop-Battle auszurufen. Eine spezielle Ehre, die das Internet 2.0 da für die Mächtigen und Prächtigen dieser Welt bereit hält.
  Dass dann ausgerechnet das Bild, bei dem Angela Merkel und Queen Elizabeth II. ziemlich unmotiviert nebeneinander stehen, zur lustigen Weiterverwendung ausgesucht wurde, ist dann aber doch verwunderlich. Wobei... Was Merkel hier genau bemisst, ist im Auge des geneigten Betrachters dann vielleicht doch interessanter, als es auf den ersten Blick scheint. Apropos Obama. Dass der US-Supreme Court am Freitag das Verbot der Homo-Ehe in allen US-Bundesstaaten für illegal erklärte, wurde am Wochenende vor allem dem US-Präsidenten gedankt. Internet-gerecht in entsprechenden Memes und Bildbearbeitungen (mehr dazu finden Sie hier). Memes der Vorwoche: Alles geteilt? Alles erfunden
Ein Mann aus Berlin, er nennt sich Martin G., zersägt sein gesamtes Hab und Gut - darunter ein Fernseher, ein Opel Corsa, ein Bett und, tatsächlich, ein Teddybär, in zwei Hälften. Seine Frau Laura hat ihn verlassen, bekam bei der Scheidung die Hälfte des gemeinsamen Eigentums zugesprochen, erfährt man in dem Video von seiner Frustaktion, das er auf YouTube hochgeladen hat. Mehr noch: Sie hat ihn offenbar auch noch betrogen, schickt er in dem Video doch auch noch "schöne Grüße an meinen Nachfolger". Insofern scheint die Aktion von der Gütertrennung doch nur konsequent zu Ende gedacht. i-Tüpferl an der Geschichte: Martin G. stellt seine Hälfte des Hausrats auf Ebay - für den Teddybären stand das Gebot zuletzt bei 56,88 Euro. Unter dem Stichwort "Geteiltes Leid ist halbes Leid" wurde die Geschichte vom gehörnten Ehemann in den vergangenen Tage auch von zahlreichen Medien aufgegriffen. Die Süddeutsche berichtete, Buzzfeed, der Daily Mirror, Fox News und ja, auch wir beim KURIER.at teilten die Geschichte vom anonym gebliebenen Ehemann. Die Geschichte war einfach zu gut. Zu gut, um wahr zu sein, wie sich jetzt herausstellte. Wie die Süddeutsche berichtet, handelte es sich bei der Aktion aber um eine Guerilla-Marketing-Aktion der Deutschen Anwaltauskunft, einem Verbraucher-Rechtsportal des Deutschen Anwaltvereins. Am Samstag bekannte sich die Organisation dazu. Man habe versucht, "auf unterhaltsame Art" darauf hinzuweisen, dass Ehepaare nur selten rechtlich auf eine Trennung vorbereitet seien, zitiert Süddeutsche.de einen Sprecher der Deutschen Anwaltsauskunft, der die Aktion so begründet: Eine normale Aufklärung über rechtliche Fragen werde in den Medien sonst nur zurückhaltend aufgegriffen. Diese aber habe sich "zum Selbstläufer entwickelt". Ein schlechtes Gewissen, die Welt an der Nase herumgeführt zu haben, habe die Deutsche Anwaltauskunft jedenfalls nicht. "Mit der klassischen Werbung erreichen wir heutzutage ja kaum noch Menschen", sagt der Sprecher der SZ.
  Memes der Vorwoche: Angie, Barack und Bilderberg 
Memetechnisch schoss sich das Netz diese Woche vor allem auf Merkel und Obama ein. Das Foto ist eben einfach zu gut - davon haben wir an dieser Stelle bereits berichtet, hier noch ein paar neue Varianten.
Bild: Die "Sound of Music"-Ausgabe. Die "Terminator"-Ausgabe. Die "Ich belausche dich noch immer"-Ausgabe. Die "Poolparty"-Ausgabe. Die, ähm, sagen wir einmal "Ich hocke vor dir"-Ausgabe. Das Geld hat die Angie auf jeden Fall, beim Style lässt sich sicher darüber streiten. Ja, so schnell kann es gehen im Internet. Nur mal kurz rasten, schon ist man ein Meme. Übrigens findet die Weltverschwörung gerade in Bilderberg statt. Oder so. Memes der Vorwoche
Als am Freitagnachmittag Burgenlands SP-Landeshauptmann Hans Niessl und der FPÖ-Spitzenkandidat Johann Tschürtz kurzfristig vor die Presse traten, glaubten viele wohl an eine Bildstörung. Das Burgenland soll künfitg von einer rotblauen Koalition regiert werden. Auch wenn Niessl meinte, dass er auf seinem Facebook-Account in den letzten Tagen um neunzig Prozent mehr Likes bekommen hätte, gab es im Netz dennoch massig erboste Reaktionen. Vielen Twitter-Usern schmeckt Rot-Blau sauer. Auch Ilse Benkö, künftige 3. Landtagspräsidentin, war ein Thema. Die "blaue Lady" fiel im Wahlkampf mit einem Wahlkampfvideo im Musikantenstadl-Stil auf. Das Kabarettisten-Duo Gebrüder Moped neigt natürlich zu Übertreibungen. Auch bezüglich der Steiermark griffen sich viele nach der Landtagswahl an den Kopf. Blau ist die Steiermark zwar nicht ganz geworden, aber die FPÖ lag mit den ehemaligen Großparteien fast auf Augenhöhe. Auch so kann man ein Wahlergebnis grafisch darstellen. Das Satire-Portal Die Tagespresse scherzte gar über eine mögliche Grenzschließung. Mehr Freude gab es im Netz über den letztlich überraschenden Rücktritt des umstrittenen FIFA-Präsidenten Sepp Blatter am Dienstagabend. Auch Borat freut sich. Jubelstürme sollte man sich aber wohl verkneifen. Denn der Kampf gegen das Böse in der FIFA ist damit wohl noch nicht überstanden. Dennoch kannte der Spott gegen den allmächtig scheinenden FIFA-Boss keine Grenzen. Satirischer Coverentwurf für die nächste FIFA-Fußballsimulation Bereits in der Woche davor sorgte die FIFA und ihr Chef Sepp Blatter für Schlagzeilen. Der wurde zwar beim FIFA-Kongress noch einmal wiedergewählt, für das Netz war er dennoch schon rücktrittsreif, wie die Memes der Vorwoche beweisen. Beim Thema Korruption kommt sogar der Joker vorbei und applaudiert. Und was macht Herr Blatter ? Er sieht nichts, er hört nichts und sagen tut er natürlich auch nichts. Erinnert doch schon ein bisschen an den Paten, oder? Vielleicht hat auch dieser Meme-Bastler recht und der gute Herr weiß nicht einmal was eine Krise ist. Vielleicht ist er aber auch mit Herrn Escobar verwandt - und hat nur seinen Nachnamen geändert. Es wird übrigens auch Zeit für ein neues Spiel für die Lieblingskonsolen. Ha, ob das wohl funktioniert? Memes der Vorwoche: Schwule U-Boot-Fahrer
An einer Engstelle in der Bucht vor Stockholm platzierten SPAS ihr sogenanntes Unterwasserverteidigungssystem "The Singing Sailor". Darauf ist neben dem Schriftzug "Sweden – gay since 1944" (in diesem Jahr legalisierte Schweden Homosexualität) ein Seemann zu sehen, der in engen Shorts tanzt. Dazu sendet das System auch einen Morse-Code für alle U-Boot-Kapitäne. Die Botschaft: "This way if you are gay.” Hier geht's zum Video der Aktion. Kritik am als homophob geltenden Russland + an der eigenen Rüstungspolitik in einem Video? Dafür gibt's ein Like von uns.  Achso, und dann war da ja noch dieses leidige "TheDress"-Ding. Da überraschte uns diese Woche die Meldung, dass Wissenschaftler jetzt herausgefunden haben wollen, wieso manche Menschen bei obigem Bild die Farben Weiß und Gold erkennen, andere Blau und Schwarz. Jetzt, drei Monate nachdem die Frage die ganze Welt beschäftigt hat (und also schlichtweg zu spät). Deswegen hier nur die Kurzantwort: Alter und Geschlecht spielen eine wesentliche Rolle. Die Langversion der Antwort gibt's hier.  Memes der Vorwoche: Von Umknickern und Reinfallern
Als Star hat man es tatsächlich nicht leicht. Kaum wählt man ein falsches Kleid, schon spottet die Netzgemeinde. So geschehen bei Rihanna, die bei den MET-Gala äußerst oppulent über den roten Teppich spazierte. Ein Ei-Kleid, oder ein Pizza-Kleid sah das Netz darin. Mehr dazu hier. Für andere wiederum war das Outfit der Sängerin nur Teil einer länger angedachten Serie: Rihanna verkleidet sich als Super-Mario-Figuren. Auf der Seite imgur haben sich die Nutzer zusammengetan und eindeutige "Beweise" gefunden. Natürlich gab der Popstar auch schon Prinzessin Peach und wir alle denken dabei an den Satz: "Thank You Mario, But Our Princess is in Another Castle". Für einen weiteren Netzhype sorgte diese Woche Jerome Boateng, der etwas unglücklich im Match gegen Barcelona den Rasen küsste. Mehr dazu gibt es hier. Memes der Vorwoche:  "Sexting" mit der Eierpflanze - das versaute Gemüse
Die Banane hat ausgedient, die Melanzani ist das versauteste Früchtchen im Gemüsebeet - zumindest wenn es nach Instagram geht. Zu Beginn vergangener Woche hatte das soziale Netzwerk die Einführung einer Suchfunktion für Emojis verkündet. 300 Millionen Nutzer weltweit können seitdem nach Bildern suchen, die mit Herzeln, Smileys oder dem lächelnden Kackhaufen (ja, wirklich) markiert sind, denn "über die vergangenen Jahre sind Emojis zur universellen Bildsprache" geworden, so das Netzwerk. Klingt doch praktisch, oder? Blöd nur, dass immer mehr Nutzer das Emoji mit der auch unter dem Namen Eierpflanze bekannten Melanzani vornehmlich dazu nutzten, Bilder von ihren Penissen zu markieren. Sprich: Wer nach Melanzani-Rezepten suchte, fand meistens Gurkensalat. 
Der Hashtag #eggplantfriday etablierte sich laut jetzt.de als Sammelbegriff "für Shots mit und ohne Hose." Das passte Instagram, das sich zusehends dem Kampf gegen das sogenannte "Sexting" widmet, so gar nicht ins Konzept und verbannte die Melanzani nur wenige Tage nach Einführung der neuen Funktion von der Emoji-Suche. Auch wenn Instagram eine deutlich weniger rigide Politik als Facebook verfolgt, wo auch Bilder bekannter Popstars gelöscht werden, die zuviel Nacktheit zeigen, war die Eierpflanze dem Bild-basierten sozialen Netzwerk offenbar doch zu viel des Guten. Bananen sind aber nach wie vor verfügbar. Wer dennoch nicht auf seine Melanzani verzichten will, der kann auf die App Flirtmoji ausweichen. Dort sollen sich laut standard.at eine Vielzahl nicht-jugendfreier Symbole finden. Im Netz erfuhr die Eierpflanze jedenfalls ungekannte Solidarität. Die News-Seite TMZ widmete der diskriminierten Melanzani sogar eine eigene Bilderstrecke und zeigte "10 #EggplantFriday Photos, That Totally Missed The Mark". Memes der Vorwoche: Wenn der Joker zur Witzfigur wird
Man hat es nicht leicht, wenn man eine Figur verkörpert, die zuvor schon so ziemlich perfekt dargestellt wurde. Die Rede ist von Jared Leto als Joker. Kaum wurde das erste Foto am Freitag präsentiert, gab es auch schon ordentlich Spott. Zumal eine gewisse Ähnlichkeit mit Marilyn Manson nicht abzusprechen ist. Aber auch der Schrei vom Joker erinnert an einen Film mit einem gewissen Kevin: "Joker allein zu Haus" Zur Insane Clown Posse würde Herr Leto in dieser Aufmachung auch gut passen. Natürlich könnte man die Tattoos auch dazu verwenden, um Product Placement zu betreiben. Rennt er immer ohne Hemd durch das Bild, käme da eine ordentliche Summe zusammen. Und außerdem: Warum trägt Batman sein Logo nicht auch auf der Haut? Bei so viel Farbe auf der Haut fragt sich selbst ein Chefredakteur: "Hat er auch ein Arschgeweih?" Jetzt versteht Leto übrigens auch, wie Magnete funktionieren. Endlich. In der Vorwoche wurde einem anderen Fankult gefrönt: Die besten Reaktionen zum "Star Wars"-Trailer
Als am Donnerstag der neue "Star Wars"-Trailer zu "Episode VII - Das Erwachen der Macht" veröffentlicht wurde, kannte zumindest das Netz kein anderes Thema mehr. Entweder, es wurde jede einzelne Sequenz bis ins letzte Detail zerpflückt, oder man zeigte einfach sein pures Erstaunen . . . In den neuerdings so beliebten Reaction-Videos filmten sich viele Youtuber beim ersten Betrachten des Trailers. Hier der blonde Kerl beim "Nerd-Gasm", hier die vergleichsweise nüchterne Reaktion der Youtuberin rechts oben. Dieser "Star Wars"-Fan fürchtet am Ende des Trailers, durch seine Begeisterung über Sternenzerstörer-Wracks usw. "wie ein Nerd" zu wirken. Ach komm', steh dazu! Youtube-User unge war auf Einladung von Disney bei der "Star Wars Celebration" in Anaheim (Kalifornien) zu Gast und filmte dort unter anderem die frenetischen Livereaktionen bei der großen Trailer-Premiere. Begeisterung pur ... Matthew McConaughey weint sich die Augen aus. Am witzigsten war freilich dieser fiktive Zusammenschnitt mit Material aus Christopher Nolans Weltraumepos "Interstellar", wo McConaughey als Astronaut eine Videobotschaft seiner Tochter betrachtet.  "McConaughey Reacts" ist zwar kein brandneues Meme, man ließ den Schauspieler bereits auf Keyboard spielende Katzen oder ähnliches reagieren, aber im Kontext mit dem "Star Wars"-Trailer erreicht es nun zurecht große Verbreitung. Natürlich wurde auch ansonsten wieder viel Schabernack betrieben, und Sequenz für Sequenz humoristisch zerlegt. Crystal Meth ist auch für einen Sith Lord keine gute Idee. Patton Oswalt (ja, das ist Spence aus "King of Queens") twitterte: "Ich hoffe, der abgestürzte Sternenzerstörer wird nun alternativ für Künstler-Lofts und eine Lebensmittel-Kooperative genützt." Da hat jemand eine neue Lieblingsfigur: ein durch die Luft gewirbelter Stormtrooper. VIelleicht gibt man dem armen Kerl im Endschnitt von "Episode VII" ja noch einen "Wilhelmsschrei" . . . Das kreuzförmige Lichtschwert war das große Thema nach der Veröffentlichung des ersten Teasers. Auch jetzt machen sich Scherzbolde wieder Gedanken, wer diese Waffe führt. Um Finn (John Boyega) macht sich so mancher Sorgen. In jeder Szene in allen Trailern ist er schwer außer Atem. Ein TIE Fighter jagt den Millennium Falcon, boah! Unter anderem auf dem Blog NCOTB wurde auf ein Detail hingewiesen, das den meisten durch die Begeisterung entgangen sein soll. Haben die Leute von Lucasfilm etwa tatsächlich die Wüstendurchkämmer aus Mel Brooks' "Star Wars"-Verarschung "Spaceballs" in dieser Szene versteckt? Ein Blick auf den Trailer zeigt: Keine Spur von dem schwarzen Punkt. Natürlich war hier Photoshop und viel Schmäh im Spiel. Jar Jar Binks inmitten des Kampfgetümmels? Auch hier hat Photoshop nachgeholfen. Jaja, die zeitlichen Abläufe. Regisseur J.J. Abrams wird Harrison Ford wohl keinen Hut aufsetzen, nur weil der nach "Star Wars" zum "Indy" wurde. Die "Chewie ... we're home"-Szene fand freilich besondere Beachtung bei den Memebastlern. Hier wird darauf verwiesen, dass Han Solo und Chewbacca 30 Jahre nach "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" das Greisenalter erreicht haben müssten. Deswegen muss man aber noch lange noch keinen Big Foot aus Chewie machen. "Chewie ... we're home" - das ist für die meisten beim Trailerschauen halt doch die Couch. Und dort müssen wir weiter ausharren, bis "Episode VII" im Dezember in die Kinos kommen wird. In der Vorwoche wurde einem anderen Fankult gefrönt: 18,6 Millionen Menschen haben die vierte Staffel von "Game of Thrones" (GoT) auf dem Muttersender HBO im Schnitt gesehen. Das ist natürlich viel - aber den Erfolg der Serie rein mit Quoten bemessen zu wollen, würde ihr nicht gerecht werden.
Bild: "Impin' ain't easy" - also "zwergen ist nicht einfach" GoT ist ein popkulturelles Phänomen. Serien wie "CSI: Vegas" mögen mehr Seher haben, wenn der x-te Mord nach 45 Minuten geklärt ist, schert sich aber niemand mehr darum. Nicht so bei GoT. Um die Serie hat sich ein wahrer Fankult entwickelt. Da werden ganz eigene Version des Vorspanns gebastelt (siehe hier), ... ... die Charaktere in neue Kleider gesteckt, oder darüber spekuliert, wer wohl als nächstes sterben wird (die Auskenner haben natürlich die Bücher gelesen und geben in eigenen Videoblogs Auskunft, wie es denn weitergehen wird - siehe hier). Und natürlich: Auch Memes, wie wir sie hier zeigen, gehören zu jedem Internet-Hype-Thema. Dass dieselben Fans zuerst auch den Trailer zur heute startenden fünften Staffel geleakt haben und es jetzt offenbar auch geschafft haben, die ersten vier Folgen schon vorab ins Netz zu stellen, ist da wohl ein Nebeneffekt, mit dem die Macher leben müssen. Seit Staffel zwei ist die Serie führend, was illegale Downloads betrifft. Konnte man dem Ruf als meist-geklaute Serie anfangs noch etwas abgewinnen, schließlich würde es die Serie im Gespräch halten, meinte Regisseur David Petrarca damals, dürfte man inzwischen nicht mehr ganz so erfreut darüber sein. Mit HBO Go hat man mittlerweile einen eigenen Streaming-Dienst, mit dem Fans weltweit die Serie auch legal online sehen könnten. Hierzulande ist Staffel 5 zeitgleich zum Start in den USA auf Sky Go abrufbar. David Benioff und D. B. Weiss dürften inzwischen jedoch andere Sorgen plagen: George R. R. Martin schreibt seit gefühlten Ewigkeiten an Band 6 seines "Feuer und Eis"-Epos, auf dem die Serie basiert. Fans fürchten schon, dass der Serie der Stoff ausgehen könnte. Insgesamt sieben Staffeln, so viele wie es Königslande in Westeros gibt, sind geplant. Memes der Vorwoche: Ungewöhnliche Ehren für Kohl
Reddit ist da, wo im Internet vorne ist. Viele jener Memes und Internet-Trends, über die wir an dieser Stelle allwöchentlich berichten, wurden von der Community der Social-News-Seite initiiert und von dort in die Welt getragen. Ein besonderer Quell für diese Internet-Besonderheit sind die sogenannten Photoshop-Battles. Dafür postet ein User ein Original-Bild und fordert andere Reddit-User auf, es nach Belieben zu verändern und zu bearbeiten. Dabei geht es freilich nicht um irgendeine besondere Aussage, es reicht ein lustiges Original-Bild - und doch ist es eine spezielle Ehre, die bereits Pharrell Williams oder Scarlett Johannson zu Teil wurde. Auch Kim Jong-un (besonders oft und genüsslich) bearbeitet, wurde so zu Meme. Und jetzt - und damit zur dieswöchentlichen Ausgabe unserer Serie - hat es auch Altkanzler Helmut Kohl erwischt. Am Freitag feierte der deutsche Langzeitkanzler (1982 - 1998) seinen 85. Geburtstag. Grund genug für Reddit-User namens "TheLiftingManlet" zur Photoshop-Battle zu rufen und ein Bild des Kanzlers Kohl zu posten, wie er das Gemüse Kohl hält. Das Original-Bild verlinken wir hier nur. Stattdessen zeigen wird die Bearbeitungen der Reddit-User, inklusive Katy Perry und den Specht, der vor wenigen Wochen für Aufregung im Netz gesorgt hat (mehr dazu hier). Aus der Vorwoche: Money Boy ist kein Witz zu blöd
Normalerweise lassen wir an dieser Stelle die unterhaltsamsten, lustigsten "Memes der Woche" Revue passieren. Doch diese Woche war eben nicht normal. Der tragische Absturz des Germanwing-Fluges 4U 9525 dominierte auch im Netz die Diskussion. Verständlich, dass auf Twitter und Facebook wirklich niemandem zu lachen zumute war. Nur einer glaubte, auf Kosten der Opfer des Airbus-Absturzes Witze machen zu müssen. "Ich finde es nicht ganz korrekt das (sic!) die Kanzlerin Merkel die verstorbenen German Wings passagiere (sic!) zusätzlich noch als "Opfer" beleidigen tut", verlautbarte der Wiener Rapper Money Boy am Dienstag. Ein schlechter Scherz, aber leider noch lange nicht der dümmste, der dem Rapper zu dem Unglück einfiel. "Was ist der Unterschied zwischen German Wings und KFC Hot Wings?", fragte er seine 74.000 (!) Follower. "Die Hot Wings kommen in Deutschland gut an". Die Empörung folgte auf den Fuß. Auch deutsche Medien berichteten über die geschmacklosen Kommentare des Rappers, der mit bürgerlichem Namen Sebastian Meisinger heißt. Als Money Boy war dieser 2011 quasi über Nacht bekannt geworden. Mit seinem Song "Dreh den Swag" auf landete er damals einen echten Youtube-Hit. 21 Millionen Mal wurde der Song (im Original von Soulja Boy) angeklickt. Seitdem ist es still geworden um Money Boy. Nachdem er zunächst einen Plattenvertrag bei Sony ergattern konnte, veröffentlicht er seine Songs mittlerweile wieder in Eigenregie - vorzugsweise auf Youtube. Das Spiel mit den Medien beherrscht der studierte Kommunikationswissenschaftler aber noch immer aus dem Effeff. Nach der Provokation folgte der dazugehörige Song. "Hot Wing" ist seit Donnerstag online abrufbar. Traurig. Auch wenn sich Money Boy inzwischen entschuldigte: "meine jokes gestern sind maybe zu weit gegangen. aber besser zu weit gegangen als zu kurz geflogen". Manche lernen's eben nie. Deswegen wollen wir sie zum Abschied mit einem tatsächlich lustigen Witz in die raue Welt des Internets entlassen. Dort schlagen ihnen zwar Shitstorms und Geschmacklosigkeiten entgegen, aber eben mitunter auch solche Beiträge: Seit rund zwei Wochen bringt dieser Mann das Internet zum Lachen. Juan Joya Borja war schon Aktivitist in Ägypten, Fifa-Funktionär, Designer bei Apple, und Putin-Gegner in der Ukraine und seit vergangener Woche auch Cutter beim Neo Magazin Royale.  Aber eigentlich, also im Original, erzählt Juan "Risitas" Borja von einem früheren Horrorjob als Küchenhilfe in einem Restaurant an der Küste Andalusiens. Das Video stammt bereits aus dem Jahr 2007 - untertitelt mit den tagesaktuellen Geschichten, entwickelte sich daraus aber der lustigste Running Gag der vergangenen Wochen. Herrlich. Memes der Vorwoche: Ein Mittelfinger zeigt auf 
Ein einziger kleiner Fingerzeig und die ganze deutsche Medienlandschaft stand diese Woche Kopf. Nein, gemeint ist nicht der Mittelfinger, den Yanis Varoufakis "ganz Deutschland" gezeigt hat, wie sich nach Günther Jauch in der ARD die gesamte Kollegenschaft aus der Bundesrepublik  - allen voran die Bild-Zeitung - zu Beginn vergangener Woche echauffierten. Die Rede ist vom Fingerzeig des Jan Böhmermann. Sein #Varoufake-Clip - also dem Fake des vom griechischen Finanzminister als Fälschung bezeichneten Clips, klar? - ist neben genialer Satire (ein letztes Mal: Varoufakis hat tatsächlich irgendwo in Kroatien irgendwann mal im Jahr 2013 tatsächlich den Mittelfinger gezeigt) vor allem ein längst überfälliger Hinweis an die Kollegen in den Redaktionen: Nicht der Mittelfinger, der aus dem Zusammenhang gerissene Clip, war unter der Gürtellinie. Denn die deutschen Medien berichteten auch schon zuvor lieber Befindlichkeiten ("Und schon wieder die faulen Griechen"), anstatt sich mit der Situation Griechenlands objektiv auseinanderzusetzen. Das sehen nach dem #Varoufake-Clip von Jan Böhmermann auch immer mehr Kommentatoren so. Dass es dazu noch einer Klarstellung des ZDF bedurfte ("Böhmermann-Sendung ist Satire") und Yanis Varoufakis auf Twitter tatsächlich eine Entschuldigung von Günther Jauch forderte, hätte sich Jan Böhmermann wohl nicht einmal erträumen lassen. Und natürlich: Auf Twitter und Facebook sorgte der Clip (2,27 Mio. Aufrufe auf Youtube) für jede Menge Reaktionen. Der Witz an der Sache war dabei aber (man möchte fast sagen: "Gott sei Dank") für wirklich jedermann erkennbar. So wurde der griechische Finanzminister unter anderem auch für die partielle Sonnenfinsternis ... ... oder, wie die taz das Phänomen nannte: "die Islamisierung des Abendlandes" verantwortlich gemacht. Andere Meme-Bastler bedienten sich für Internetmaßstäbe klassischerer Erklärungsmuster: Demnach hat die kleine Miley Cyrus wieder einmal dazwischengefunkt... ... vorausgesetzt natürlich, man konnte etwa von der Sonnenfinsternis sehen. Memes der Vorwoche: Die Apfeluhr und das Internet 
Als Apple-CEO Tim Cook vergangenen September zum ersten Mal die Apple Watch vorstellte, rückten natürlich sofort die Meme-Bastler aus und schnallten sich echte Äpfel oder iPhones ums Handgelenk. Oder sie demonstrierten die Funktionsvielfalt des angekündigten Apple-Produkts. Komiker Rick Gervais meinte hingegen: "Gerade 350 Dollar gespart!" Manche Gags über den Minicomputer am Handgelenk sind ja auch wirklich lustig. Auch diese Woche, als die letzten Details und die Starttermine für die Smartwatch von Apple bekannt gegeben wurden, schnitzten manche Twitter-User wieder in Äpfeln herum. Wir wollen Ihnen weitere Beispiele von zweckentfremdeten Lebensmitteln ersparen. Man musste wieder an diesen Bildwitz denken: Egal, was Apple auch ablässt, die Netzwelt stürzt sich nur so darauf. Auch Firmen aus IT-fernen Branchen sprangen auf den Hype auf und posteten ihre eigene Version der Apple Watch. Gut, dass hier wenigstens ausgebildete Grafiker am Werk sind. Ein paar Beispiele . . .

  Der letzte Schrei in Apfel-Technologie . . . Wenn man seine Uhr nur essen könnte . . . Dieser Bierhersteller meint: Alles schon einmal da gewesen. Zeitlos gibt sich hingegen diese Biermarke. Dem Grafiker dieser Supermarktkette scheint eher wenig zum Thema eingefallen zu sein. Three apples a day keep . . .? Wer braucht schon eine Uhr, die einem sagt, wann man Hunger auf einen Burger hat? Eine amerikanische Frühstücks-Kette fragt sich, ob die Uhr der Zukunft nicht lieber Waffeln servieren und "I love you" sagen sollte. Der Werbebär eines Klopapierherstellers antwortet: "OK, aber kann einem die Uhr auch sagen, wann man muss . . .?" Die Memes vom 7.3. 2015:
Dem Ornithologen Martin Le-May ist ein unglaublicher Schnappschuss gelungen: Zufällig fotografierte der Hobbyfotograf im Londoner Hornchurch Country Park, wie ein kleines Wiesel auf dem Rücken eines fliegenden Grünspechts "reitet". Es soll sich dabei um einen Kampf gehandelt haben. Seltenes Naturschauspiel - oder perfekte Photoshop-Arbeit? Diese Frage schied im Folgenden die Geister. Aber die wirklichen Photoshop-Spaßvögel waren ohnehin längst am Werk ...
  Schnell wurde aus "Weasel" (engl. für Wiesel) und "Woodpecker" (Specht) ein Meme geboren: #Peckerweasel! Oder ist es ein #Weaselpecker?
  Auch Miley Cyrus kam wie ein #Weaselpecker herein. Im britischen Unterhaus geht's ja ohnehin immer turbulent zu, aber das hier ...? So kommt garantiert jeder Pass an. John Travolta busselt seit der Oscar-Gala alles und jeden ab. Zauberer Gandalf reitet nicht nur Adler . . . Ballast für den #Weaselpecker. Das #Peackerweasel hat die Haare (zu) schön. Dieses Meme sprengte dann alles: Putin reitet sogar den #Weaselpecker. Sofort nahm ein Stormtrooper aus "Star Wars" die Verfolgung auf. Gandalf hatte sich mittlerweile seinen Adler geholt. Aber eigentlich war alles so . . . Hatte das Wiesel jetzt ein weiß-goldenes oder ein blau-schwarzes Kleid an? Aber das ist eine andere Geschichte . . . Die Memes der Vorwoche: 
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Oder wer hätte zu Beginn dieser Woche geglaubt, dass die einfache Frage, welche Farbe dieses Kleid (siehe oben Mitte) hat, zu einem kleinen Internet-Meltdown führt. Die sonst so einige Community aus Ätschipätschi-Schreiern war sich quasi erstmals uneins: Ganz eindeutig Weiß/Gold, sagten die einen - Schwarz/Blau waren sich die anderen sicher. Wir geben ja gerne zu, dass man "12 Katzen, die es gerade nicht fassen können" auch schon mal mit wirklich relevanten Nachrichten verwechseln kann, wenn man zu lange im Internet unterwegs ist. Was die als #Dressgate in die Annalen der viralen Internettrends eingegangene Frage betrifft, sind wir uns aber sicher: Der Hype um das Kleid war gerechtfertigt. Wir diskutieren noch heute, wer nun wirklich recht hat (hier gibt's übrigens die Auflösung).


  Auch zu Lady Gagas Oscar-Outfit gab es diese Woche einige Fragen - oder zumindest verwunderte Blicke. Kaum am Roten Teppich bei den Oscars gesichtet, hatten die ersten Meme-Bastler auch schon ihren Photoshop angeworfen und losgelegt. Anders als beim #Dressgate ist sich die Community noch einhellig sicher - die roten Handschuhe erinnerten wirklich jeden an Putz-Outfit. Und auch Madonna hatte diese Woche so ihre Outfit-Probleme. Bei ihrem Auftritt bei den Brit-Awards schaffte sie es nicht rechtzeitig, den Knoten ihres Umhangs zu lösen. Und so riss der Tänzer, der ihr den Umhang schwungvoll vom Leib hätte reißen sollen, selbige gleich mit in die Tiefe. Madonna landete am Hinterkopf, trug sogar ein Schleudertrauma davon - und machte trotzdem tapfer weiter. Respekt. Und wie gesagt: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Memes der Vorwoche: "Bad Hair Day" für den Lieblingsdiktator
Neuigkeiten vom Lieblingsdiktator des Internets: Kim Jong-un hat einen neuen Haarschnitt. Sensationell? Ja, schon. Immerhin hat es der kleine dicke Mann geschafft, jetzt noch schlimmer auszusehen als jemals zuvor. Das ist natürlich eine Leistung für sich. Und die wurde diese Woche auch ordentlich honoriert: Standesgemäß, mit diversen Memes. Denn wie gesagt: Kim Jong-un ist der Netzgemeinde liebstes Spottziel, und das nicht erst seit "The Interview" (hier der Beweis). Und so können wir jetzt auch die neue Frisur von Barack Obama bestaunen. Photoshop macht's möglich - und das übrigens seit 25 Jahren. Am Donnerstag vergangener Woche feierte das Programm von Adobe, das längst zum Synonym für Bildbearbeitung überhaupt geworden ist, runden Geburtstag. Die Kollegen von Mashable haben übrigens auch die neuen Augenbrauen von Kim Jong-un zum Anlass genommen ein paar Modifikationen an den diesjährigen Oscar-Kandidaten vorzunehmen. Eine gelungene Aktion, wie wir finden. (Mehr davon gibt's hier) Den besten Beitrag zur neuen Haarpracht des Diktators fanden wir aber auf kotaku.com. In diesem Artikel mit dem klingenden Namen "A Haircut Odyssey" ist die Evolution des Nordkoreanischen Topfschnitts anschaulich illustriert... ... - mit Bildern vom jungen Kim Jong-un, als er noch Internatsschüler in der Schweiz war, seinem Vater Kim Jong-il und natürlich Großpapa Kim Il-sung.
  Die Kritiken bestätigten es diese Woche quasi offiziell: "50 Shades of Grey" ist ein Film für Masochisten - nur nicht in dem Sinne, wie sich E.L. James das so vorgestellt hat. Also nicht für jene, die sich im Schlafzimmer auch schon mal gerne mit der Rute über den Hintern streicheln lassen. Mehr für jene (sicher überschaubare Anzahl an Menschen), die aus 125 Minuten Langeweile und gestelzten Dialogen tatsächlich einen Lustgewinn generieren können. Zugegeben, dass "50 Shades of Grey" nicht unbedingt der Kritikerliebling 2015 werden würde, hatte man sich schon im Vorfeld ausmalen können. Wie verheerend die Kritiken dann aber ausfielen, überrascht dann aber doch (es war die einzige Überraschung des supersoften Films). Statt (zumindest andeutungsweise) expliziter Szenen gab es Blümchensex mit ein bisschen Peitsche. Immerhin, Christian Grey zeigte Literaturstudentin Steele sein "Spielzimmer".   Steele: "Deine X Box und sowas?" Grey: "Es ist wichtig, dass du weißt, du kannst jederzeit wieder gehen". Autsch (nicht sexuell gemeint). Im Internet setzte es schon für weniger peinliche Filme Spott und Häme - entsprechend interessant fiel die Reaktion der Meme-Bastler aus. Die zeigten sich jedenfalls deutlich kreativer ins Sachen schmutziger Fantasie... ... hier der Beweis. Zum Abschluss noch Grumpy Cats Beitrag zum Schmuddelfilm der Woche. Memes der Vorwoche: Seit 1980 hält sich Robert Mugabe an der Spitze von Simbabwe. Dreieinhalb Jahrzehnte, in denen Mugabe das Land im Süden Afrikas mit eiserner Faus regiert hat. Trotz seiner bald 91 Lenze, ist eine Ende der Macht Mugabes nicht absehbar. Mit einem Fall des Diktators hätte vor dieser Woche jedenfalls keiner gerechnet. Am Mittwoch war es aber dann doch so weit, wenn auch nur im Kleinen: Bei einem Jubelauftritt vor seinen Anhängern geriet Mugabe beim Verlassen des Podiums am Flughafen der Hauptstadt Harare ins Stolpern. Ein bescheidenes Zeichen eines taumelnden Staatschefs... ... das sogleich seinen Niederschlag in Dutzenden Memes fand. Laut Spiegel.de sollen seine Bodyguards die umstehenden Fotografen noch aufgefordert haben, ihre Speicherkarten abzugeben, damit ja kein Bild dieses Zwischenfalls an die Öffentlichkeit gelangt. Der Schaden scheint jetzt umso größer: Unter dem Hashtag #Mugabefalls verbreiteten sich entsprechende Photoshopadaptionen in Windeseile. Sie zeigen Mugabe auf der bekannten Kanonenkugel von Miley Cyrus... ... oder im Matrix-Style (siehe rechts oben). Auch ein eigener Mugabe-Dance scheint schon erfunden. Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit Jahren Mugabes Unterdrückung der Meinungsfreiheit, Verfolgung von Journalisten und andere Verstöße gegen die Menschenrechte. Die Memes, die nun auf Twitter die Runde machen, haben also vielleicht auch eine ganz real-politische Sprengkraft. Humor und Diktaturen sind bekannterweise nicht die besten Freunde. Memes der Vorwoche: Macht und Ohnmacht von Facebook
Vergessen Sie die Bilderberger, Illuminati oder Freimaurer. Facebook ist das mächtigste Netzwerk, das die Welt jemals gesehen hat. 150 Milliarden Freundesbeziehungen sprechen für sich. Nur vergangenen Dienstag nicht. Da war Facebook - oh Schreck - weltweit mehr als eine Stunde lang nicht erreichbar. Wieso, weshalb, warum, das weiß man bis zum heutigen Tag nicht. Waren gar die Illuminati am Werk? Im Netz sah man jedenfalls keine Veranlassung die nächste Verschwörungstheorie in den Äther zu schicken. Es reichten einige hämische Reaktionen zum Totalausfall. Weil: "Wie sollen die Leute jetzt wissen, dass es kompliziert ist?" ... Ganz auf die leichte Schulter ist der Zwischenfall dennoch nicht zu nehmen. Zumindest fünf US-Amerikaner sollen während des Totalausfalls allen Ernstes den Notruf gewählt haben (mehr dazu hier). Wie "mächtig" Facebook inzwischen geworden ist, zeigt sich an dieser Episode aus dem sozialen Netzwerk, die uns diese Woche erreichte: Der Photoblogger Brandon Stanton, den wir hier schon einmal vorgestellt haben, betreibt die überaus erfolgreiche Seite "Humans of New York". Darauf veröffentlicht er Bilder von Passanten, die ihm auch aus ihrem Leben erzählen. Tausende Fotos hat er so schon online gestellt. Dieser Junge Mann sticht dabei jedoch besonders hervor. Auf die Frage, wer die Person sei, die ihn besonders beeinflusst habe, antwortete Vidal Chastanet: "Meine Direktorin, Ms. Lopez... Einmal hat sie uns alle aufstehen lassen und jedem einzelnen gesagt, dass wir wichtig sind." (das gesamte Statement finden Sie hier) Der 13-Jährige geht auf die Mott Hall Bridges Academy in Bronsville in Brooklyn. Eine berührende Geschichte, die mehr als eine Million Menschen veranlasste auf den "Gefällt Mir"-Button zu klicken. Das brachte Stanton auf die Idee, sich mit besagter Frau Lopez in Verbindung zu setzen. Gemeinsam initiierten sie die Crowdfunding-Kampagne "Let's send Kids to Harvard". Und jetzt kommt's: Mehr als eine Million Dollar sind inzwischen auf das Konto eingengangen, die Daily Mail, BBC, CNN und zahlreiche andere Medien griffen die berührende Geschichte auf. Eine Geschichte, die ohne Facebook nicht möglich gewesen wäre. Memes der Vorwoche: Trennung tut weh
Fast, aber wirklich nur fast, könnte einem der arme Cristiano Ronaldo ja leid tun. Da gewinnt die portugiesische Personalunion aus Edelkicker und Superpfau zum dritten Mal die Wahl zum Weltfußballer des Jahres... ... und dann das: Er und seine Freundin, das russische Model Irina Shayk verkünden nur tags darauf ihre Trennung. Der Herrgott gibt, der Herrgott nimmt. Oder wie es dieser Memebastler mit einem offenkundigen Hang zum gepflegten Männerwitz ausgedrückt hat: Zuerst hat er den einen Goldenen Ball gewonnen, dann zwei verloren. So schnell kann's gehen. Grund der Trennung soll laut Klatschpresse übrigens Cristianos Mutter gewesen sein. Die war u.a. sauer auf Shayk, weil diese nicht an ihrem 60. Geburtstag aufgetaucht war. Zugeben, das ist jetzt schon ein bisschen länger her als eine Woche, aber so eine Trennung ist ja meistens noch lange nicht das Ende so einer Geschichte und ... ... das heißt in diesem Fall: Irina Shayk hat einen Neuen - und das ist kein Unbekannter: Niemand Geringerer als Dwayne "The Rock" Johnson wurde diese Woche an der Seite des Supermodels gesichtet. Autsch! Noch eine Trennung stand diese Woche im Fokus der Medien, Verzeihung: "Lügenpresse". Auf Facebook hatte Pegida-Chef Lutz Bachmann Bürgerkriegsflüchtlinge als "Viehzeug und Dreckspack" beschimpft (dass er ein Foto von sich veröffentlichte, in dem er sich als Hitler verkleidet hatte verteidigte er noch als "Spaß"). Zuviel des Unguten. Bachmann musste gehen. (Die Hintergründe dazu lesen Sie hier) Aber wie das Satiremagazin Extra 3 auf der ARD am Freitag in einem Tweet zeigte: Die "verlassene" Kathrin Oertel hat schon einen neuen Freund... Also: Alles heile Welt. Memes der Vorwoche: Die Grenzen der Symbolpolitik: 
Große Gesten und kleine Schritte: Symbolpolitik ist Politik für Medien. Die Inszenierung ist wichtiger als das Ergebnis. Aber was, wenn's am Ergebnis der Inszenierung hapert? So gesehen diese Woche beim türkischen Premierminister Recep Tayyip Erdoğan und Frankreis Ex-Präsident Nicolas Sarkozy (im Bild). Im Internet kam die Profilierungswut des einen wie des anderen nämlich so gar nicht gut an. Symbolpolitik für Online-Medien und soziale Netzwerke ist eben noch einmal eine ganz andere Sache. In Memes wird auch der kleinste Fehltritt verarbeitet. Hätte Nicolas Sarkozy - Frankreichs nunmehriger Oppositionsführer - die hämischen Reaktionen auf Twitter und Co. geahnt, er hätte sich wohl genauer überlegt, ob er sich für ein Bild wirklich in die erste Reihe des Solidaritätsmarsch der Staatsoberhäupter in Paris drängen muss. Mehr als 40 Politikerinnen und Politiker hatten dabei den Opfern der Charlie-Hebdo-Anschläge gedacht - in der ersten Reihe zeigten Francois Hollande, Angela Merkel, Mahmud Abbas und Benjamin Netanjahu Geschlossenheit - Sarkozy wäre eigentlich ein Platz in den hinteren Reihen zugedacht gewesen. Aber das wollte sich der kleine Franzose nicht bieten lassen. Das Egebnis dieser gierigen Aktion: Sein Konterfei wurde innert kürzester Zeit in diverse Bildikonen gephotosopt. Mehr dazu finden Sie hier. Ähnlich erging es diese Woche Recep Erdoğan. Der türkische Premierminister hatte sich für den Empfang von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Männer in Kampfmonturen "der 16 türkischen Reiche, die von den Hunnen bis zu den Osmanen mehr als 2.000 Jahre über Vorderasien geherrscht hatten", so heißt es in der offiziellen Erklärung, säumten den Weg des mächtigen Premier (das ist übrigens kein Meme, sondern das Originalbild). Auf Twitter und Co. kam das - wen wundert's - weniger gut an. "Armee des Möchtegern-Sultans" wurde dort gespottet. Symbolpolitik im Machogehabe hat in den sozialen Medien eben keinen Platz mehr. Gut so. Mehr dazu finden Sie hier Was Symbolpolitik auch bewirken kann, das zeigten diese Woche mehr als 40 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt, die sich zu besagtem Solidaritätsmarsch in Paris verammelt hatten. Auch die deutsche Kanzlerin hatte am teilgenommen ein wichtiges Zeichen der Solidarität gesetzt, das jeder versteht - sollte man zumindest meinen. Die ultraothodoxe israelische Zeitung sah nämlich gar nicht gerne, dass da eine Frau auf dem Bild war und retuschierte Merkel kurzerhand aus dem Bild. Der Grund: Ultraorthodoxe Zeitungen drucken aus religiösen Gründen keine Abbilder von Frauen ab (mehr dazu finden Sie hier). Im Netz reagierte man verschnupft. Das liberale jüdische "Tablet Magazin" postete dieses Bild auf Twitter und rief zum "Million Merkel March" -
Symbolpolitik 2.0.  Rückblick: Die wichtigsten Memes des Jahres 2014
Die Besten und die Schönsten, die Weitesten, Schnellsten und natürlich auch die Wichtigsten: Zum Jahresende ereilen uns wieder die beliebten Listen der Superlative. Aber Relevanz ist relativ - und im Netz zählen eindeutig andere Kriterien. Was unterhält, aufregt oder einfach nur schräg aussieht, wird da schnell zum Meme, wie wir in unserer Serie "Memes der Woche" zeigen. Wir haben die besten "Running Gags" des Internets  2014 zusammengefasst. Für erste Regungen in der Meme-Welt sorgten im Februar die Olympischen Winterspiele in Sotschi. 37 Milliarden Dollar, ein Vielfaches der Budgets aller Olympischen Winterspiele zuvor, ließ sich Russlands Allmachtspräsident Putin "seine" Spiele kosten. Als Demonstration der neuen Stärke geplant, wurden die Spiele schnell zum PR-Supergau. Bei der Eröffnung öffneten sich nicht alle fünf olympische Ringe, was Meme-Bastler zu dieser Anspielung auf die Krim-Besetzung (im März) inspirierte. Dazu wiesen die eilig fertiggestellten Hotels so große Mängel auf, dass sich Journalisten aus der ganzen Welt öffentlichkeitswirksam über die nur halbfertigen Unterkünfte für Medienvertreter mockierten (Bild). Abseits von so weltbewegenden Events (Sotschi war auch unter den Top 10 der meistgegoogelten Begriffe des Jahres) fand dieses Bild viral seinen Weg in die Nachrichten. Als "Bahnsteig-Gleichnis" bezeichnete etwa Blogger Richard Gutjahr das Bild mit dem "Typ ohne Telefon". Das ironische Kommentar des australischen Fotografen Cameron Power, der das Bild auf seinem Account twitterte: "WTF ist wrong with this dude? What is he looling at? The World?" Mitte März wurden Uli Hoeneß und Ernst Strasser innerhalb weniger Stunden zu je 3,5 Jahren Haft verurteilt. Grund genug für den Verein Freunde der Tagespolitik dem Ereignis ein eigenes Meme zu widmen. Die Facebookgruppe war auch 2014 eine der aufmerksamsten Beobachterinnen  der heimischen Politik. Dieses Ereignis dürfte an den meisten von uns vorbeigegangen sein. In der Netz-Welt ist die Wahl zum "Meme des Jahres", die Ende Mai bei den Webby-Awards stattfand, aber keine unwichtige. Nach "Grumpy Cat" 2013 und "Nyan Cat" 2012 durfte sich diesmal ein Hund freuen: Doge. Der Begriff tauchte erstmals 2005 auf, als in einer US-Serie für Kinder das Wort "dog" absichlicht falsch buchstabiert wurde. Was es bedeuten kann, so ein erfolgreiches Meme zu sein, wurde erst Anfang Dezember klar. Dass Grumpy Cat seiner Besitzerin in den vergangenen zwei Jahren 100 Millionen Dollar beschert haben soll, sorgte für erstaunte Gesichter. Und dabei fing alles ganz klein an, als Vorlage für Meme-Bilder wie diesem hier. Und damit sind wir auch schon beim Ereignis des Jahres - jedenfalls aus österreichischer Sicht: Am 10. Mai gewann Conchita Wurst den 59. Eurovision Song Contest und wurde damit über Nacht zum Star. Die "bearded Lady" sorgte weltweit für Schlagzeilen, Solidaritätsbedkundungen und natürlich: Memes. Ob als Kaiserin Sissi... ... oder Mona Lisa. Tom Neuwirth alias Conchita Wurst macht in jeder Rolle eine gute Figur. Welche er beim Song Contest "dahoam" spielen wird? Am 23. Mai wissen wir mehr.  Das nächste Großevent stand im Juni am Programm: Vom 12. Juni bis zum 13. Juli kämpften in Brasilien 32 Nationen verbissen um den Copa do Mundo. Das Ende ist bekannt. Den prägendsten Eindruck hinterließ aber nicht Weltmeister Deutschland (historisch: der 7:1-Sieg gegen Brasilien), sondern... ... Luis Suárez. Der sorgte mit seiner Bissattacke gegen Italiens Chiellini für den kuriosen Höhepunkt einer an Kuriositäten ohnehin (man denke noch einmal an das 7:1 Deutschlands gegen Brasilien) nicht armen Fußball-WM. Vielleicht ist ihnen dieser gut aussehende Herr noch in Erinnerung? Sein Name ist Jeremy Meeks und er ist eigentlich kein Model, sondern ein Straftäter. Der 30-jährige Kalifornier wurde im Juni mit drei Kollegen wegen "öffentlichen Umgangs mit schweren Schusswaffen" in der Kleinstadt Stockton verhaftet. Der "Mugshot" (Polizeifoto) erhielt auf der Facebook-Seite der Polizei in Stockton innert einer Woche mehr als 99.000 Likes und wurde knapp 13.000 Mal geteilt - Meeks hat mittlerweile tatsächlich einen Modelvertrag. Dieses Bild ist aber noch gephotoshoppt, wie Hunderte andere Memes auch, die Meeks zu einem der viralsten Memes des Jahres machen. Im August erheitere eine Schmierenkomödie der besonderen Art die Gemüter. Nordkoreas Diktator Kim Jong-Un schaut ja gerne allerlei Dinge an (siehe tumblr-Blog kim jong-un looking at things). Bei seinen Besuch in einer Schmiermittelfabrik gab es dann aber endgültig kein Halten mehr.
  Auf der Online-Community Reddit wurde sogleich ein Photoshop-Battle ausgerufen. Die User ließen sich nicht lange bitten und zeigten, was man mit ein bisschen Schmiere alles anfangen kann. Gut möglich, dass 2014 als absolutes Seuchenjahr in die Konzerngeschichte von Apple eingeht. Schon die Präsentation der mit Spannung erwarteten Apple-Watch sorgte Anfang September für allerlei Spott im Netz. Schlimm genug für die sonst so erfgolgsverwöhnten Kalifornier - doch das war noch nicht alles. Kaum waren die Unkenrufe wegen der Apple Watch verklungen, da ereilte den Konzern aus Cupertino schon das nächste PR-Debakel im Netz. Besitzer des neuen iPhone 6 Plus berichteten, dass sich das Apple-Smartphone verbogen habe, nachdem es in der Hosentasche transportiert wurde. Dieses "Bendgate" wurde von der Netzgemeinschaft natürlich sofort aufgegriffen. Autsch. Vielleicht hätte sich Apple diese Frau um Rat fragen sollen. Kim Kardashian ist ein wahres PR-Genie. Keine Promi der Welt vermarktet sich so gut wie die Frau von Kanye West. Wie sonst soll man nur fürs berühmt sein berühmt werden? Eben. Zuletzt - Mitte November - warf sie sich am Cover des New Yorker Paper-Magazines in Po-se... ... und löste damit mittlere Meme-Stürme im Netz aus. Mit den Nacktfotos wurde nämlich auch gleich ein Auftrag veröffentlicht: "Spreng das Internet" lautete die Mission, die ihr das Paper-Magazine mitgab. Egal, ob es Neuigkeiten zu berichten gibt, oder nicht, im Internet ist "Star Wars" eigentlich immer präsent. Ein Fan, der die Sternensaga mit Lego-Figuren nachstellt oder eine Web-Serie dreht, findet sich immer. Wie groß muss da erst der Aufschrei sein, wenn erstes Bildmaterial eines neuen Kapitels, also von Episode VII, die 2015 in die Kinos kommt, veröffentlicht werden? Eben.  Der 88-sekündige "Teaser zum Trailer zum Film" löste Ende November wahre Begeisterungsstürme und eine Flut von Memes aus. Im Fokus dabei: Dieses neue Laserschwert, das Memebastler entweder in eine Kettensäge, ... ... oder gar ein Taschenmesser verwandelten. Zuletzt sorgte Nordkoreas Diktator Kim Jong-un für Aufregung. Und zwar nicht nur im Netz, sondern auch zum Beispiel bei Präsident Obama - oder Sony Pictures Entertainment. Das Netzwerk des Filmstudios war nämlich gehackt worden, interne, teils geheime, jedenfalls nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Informationen waren veröffentlicht worden. Und dafür sollte ausgerechnet Nordkorea verantwortlich sein. Dass die Aufregung dann mit der Kontroverse um "The Interview", einer gewohnt klamaukigen Komödie von Seth Rogen, noch ihre Fortsetzung fand, macht diese Auseinandersetzung definitiv zur skurrilsten des Jahres. 
(KURIER / kob) Erstellt am
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