© Elisabeth Kudlicki

Buzz
12/05/2011

Die Vamummtn - "Rap is (k)a Ponyhof"

Mit ihrem Debütalbum zeigen die Vamummtn, dass HipHop in Österreich noch lange nicht tot ist. Im Gegenteil, er wächst und gedeiht besser als je zuvor.

von Mathias Morscher

Sie sind maskiert, haben ein gesundes Ego und rappen wie ihnen die "Papp'n g'wachs'n is". Die Vamummtn. Am Freitag erscheint ihr Debütalbum "Rap is (k)a Ponyhof" und hält, was ihre drei Mixtapes versprochen haben. Waren diese noch voller "g'fladerter" Beats, hört man auf dem Erstlingswerk größtenteils Eigenproduktionen. Dabei treffen Oldschool HipHop auf elektronische Beats, beeinflusst von britischem Dubstep. Abwechslung garantiert.

Diese Abwechslung ist auch in den Themen und Lyrics der Songs zu finden. Es wurde als Partyalbum angekündigt, das ist es aber nur teilweise. Es geht tiefer. Wortwörtlich wie in "Schwonz Reloaded" aber auch tatsächlich wie in "Nur Music", bei dem Ansa: "Real is nix wos ma fressa ko, Street Credibility die nutzt nix wennst kaan zum redn host, wos bringt Göd und Erfolg, wennst ned gsund bist?" ins Mikro rappt. Überraschend ernste Worte. Die breite Masse werden sie aber wohl mit den Partynummern, allen voran "Du, da Jimmy", erreichen.

Leidenschaft, Humor und Selbstironie

22 Songs finden sich auf dem Album - damit ist der Silberling bis zum Rand mit Musik voll gepackt. Dennoch lässt sich aber auch nach mehrmaligem Hinhören kein "Füller" finden. Ganz im Gegenteil, es ist für jeden etwas dabei. Ohrwurm-Fetischisten werden mit "Zöön" ihre Freude haben, Bettsport-Freunde mit "Gemma Gemma" und Computer-Zocker mit "Nintendo". Mittels 8-Bit-Sound vertont und "Super Mario" in den Rhymes sind bei diesem Song Kindheitserinnerungen inkludiert. Schön.

Ein gutes Händchen beweisen die Vamummtn auch bei der Wahl ihrer Features. Zu hören sind altbekannte Freunde wie der Salzburger "Slangsta" MOZ oder Emiliano, aber auch internationale Rapgrößen wie der New Yorker R.A. The Rugged oder die britischen Foreign Beggars.

Den Vamummtn ist mit dem Album "Rap is (k)a Ponyhof" ein großer Wurf gelungen. Was dem Zwara und Dreia rapptechnisch noch fehlt, machen sie mit Leidenschaft, Humor und Selbstironie wieder wett. "Und haut's mi auf die Papp'n, werd i imma wida aufstehn". Das ist auch gut so. Allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Vamummtn mit ihrem Debüt auf die "Papp'n" fallen werden. Im Gegenteil, zwischen Möchtegern-Gangsta und Casting-Show-Eintagsfliegen sind sie eine angenehme Abwechslung vom populären Einheitsbrei.

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