Die unsichtbaren Porträts von Chris Buck

Chris Buck ist ein Meister der absurden Fotografie. Für seinen Bildband "Presence - The Invisible Portrait" lichtete er fünfzig Stars ab - jedoch ist keiner zu sehen.

Der kanadisch-amerikanische Fotograf Chris Buck ist ein Meister der absurden Fotografie. Für seinen Bildband "Presence - The Invisible Portrait" lichtete er fünfzig Stars ab - jedoch ist keiner zu sehen. Die Porträtierten versteckten sich hinter einer Couch, einem Gebüsch, einem Auto oder hinter etwas anderem, das groß genug war. In dem Bildband sind unter anderem Stars wie Robert De Niro, Michael Stipe, David Lynch, Jay Leno, Snoop Dogg oder Nick Cave nicht zu sehen. Na wo ist er denn? Irgendwo in diesem Bad versteckt sich niemand geringerer als Schauspieler Robert De Niro. Wo genau weiß nur er, der Fotograf Chris Buck und ein anwesender Zeuge. "Presence - The Invisible Portrait" ("Anwesend - Das unsichtbare Porträt") taufte Buck seine Fotoserie, die nun ihm gleichnamigen Bildband erschienen ist. In diesem Bild ist R.E.M.-Frontman Michael Stipe nicht zu sehen. Buck erklärt die Produktion der Fotos selbst: "Ich oder das Modell wählten eine Location für das Foto. Das unsichtbare Porträt von Regisseur David Lynch. Das Modell betrat dann die Szene so, dass ihr oder sein gesamter Körper vor der Kamera verborgen war. Selbst als Künstlerin tätig, stellt sich auch Cindy Sherman zur Verfügung. Das Versteck konnte eine Couch sein, ein Gebüsch, ein Auto – einzige Bedingung war, dass es einen erwachsenen Menschen verdecken konnte.Autonarr und Nighttalker Jay Leno versteckte sich natürlich hinter oder in einem seiner Autos. Das Ergebnis sind Porträts, in denen die Berühmtheiten unsichtbar anwesend sind."Auch der deutsche Autor Günter Grass wurde nicht abgelichtet. Buck porträtierte für seinen Bildband insgesamt fünzig Stars.Ob sich Jack Nicklaus hinter dem Bären versteckt? Darunter Namen wie Robert De Niro, Paul Anka, Jay Leno, Chevy Chase, Archbishop Desmond Tutu, Cindy Sherman, Russell Brand, Snoop Dogg, Nick Cave, David Lynch, Sarah Silverman, Jack Nicklaus, Jonathan Franzen, Chuck Close oder Nas.Jonathan Franzen versteckte sich im Wald. Chris Buck wurde in Kanada geboren, lebt und arbeitet aber in New York und Los Angeles. Sarah Silverman ist wahrscheinlich unter dem Tisch. Seit über 20 Jahren arbeitet er als Profifotograf für Kunden wie Rolling Stone, Entertainment Weekly, GQ und Esquire. 2007 war er der erste Gewinner des renommierten Arnold Newman Portrait Prize.Rapper Snoop Dogg tauschte für das Foto seine Villa gegen einen Schuppen. Buck arbeitet gern mit Konzepten und hat einen Hang zum Absurden. So fotografierte er Mickey Rourke mit Schoßhündchen, Russ Meyer mit dem Gesicht in einer gewaltigen busenförmigen Torte und Eminem mit dem Kopf in einem Auqarium.Uwe Boll fliegt wohl gerne Holzklasse. Der Coverdesingner des Esquire sagte einmal über ihn: "Jedes Foto von Chris Buck ist einRätsel, eine abschreckende, alles durchdringende Idee, immer konzeptuell, oft instinktiv und manchmal unergründlich."Chuck Close soll in diesem Bild nicht zu sehen sein. Besser kann man es nicht audrücken.
Chris BuckPresence - The Invisible Portrait"Kehrer Verlag, 112 Seiten, 50 Farbabbildungen, 30 Euro
(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?