"Des Teufels Gras" - Anti-Kiffer-Kampagnen von anno dazumal

Schocktherapie: In den 1930ern setzte man auf harte Sprüche und Aufklärungsfilme.

Genaue Zahlen gibt es in Österreich zwar nicht, aber in einem Bericht vom Bundesministerium für Gesundheit ist von rund einem Drittel der österreichischen Jugend die Rede, die bereits mit der Droge Cannabis in Kontakt geraten sind. Die Diskussion wird in absehbarer also nicht an Brisanz verlieren. Dabei ist sie altbekannt. Schon in den 1930ern war Cannabis-Konsum ein kontroverses Thema - allerdings mit einem ganz eigenen "Twist" versehen. Sex und unschuldige kleine Mädchen etwa . . . In sogenannten Exploitation-Filmen, billig produzierten Streifen, wurdn die schädliche Eigenschaften des "teuflischen Krauts" beschworen. Mit der Verbindung von Sex, Gewalt und Drogen wollte man die Zuschauer auf einer emotionalen Ebene treffen: "Mörder der Jugend: Marihuana!" "Mörder der Jugend" aus dem Jahr 1937 . . . . . . oder der bekanntere Film "Reefer Madness" ("Joint-Wahnsinn") aus dem Jahr 1936 waren beide billig produzierte Propaganda-Filme. In den 70ern wurden die Filme wegen ihrer unfreiwilligen Komik neu entdeckt. Hier ist es wieder - "Das Kraut des Teufels" Ein erzieherisches Buch: "Joint-Junge" von Hal Ellson war 1955 für Amerika, was "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" Ende der 70er für Deutschland war. "Sie verkaufte ihren Körper für Drogen und den Kick" "Marihuana - Kraut mit Wurzeln in der Hölle" ist ein Exploitation-Film von Dwain Esper.

Die einen schwören auf die auflockernde, beruhigende, oder zum Teil heilende Wirkung von Marihuana. Die anderen sehen darin vor allem eine niederschwellige Einstiegsdroge mit Nebenwirkungen auf die Psyche. Alles eine Frage der Gewichtung. Für rund 250 Krankheiten gilt Cannabis als wirksames Medikament. Als Medizin ist die Droge in mittlerweile 19 US-Bundesstaaten zugelassen. In Österreich unterliegt Cannabis nach wie vor dem Suchtmittelgesetz, während Organisationen wie der "Österreichische Hanfverband" (ÖHV) seine Legalisierung fordern. In den USA der 1930er war die Diskussion noch weniger differenziert, wie die Beispiele im Folgenden zeigen . . .

(KURIER / kob) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?