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Blockstars: Eine kleine Weltrettungsaktion

In der achtteiligen ORFeins-Sendung "Blockstars" (ab 15. Dezember) castet Sido eine Hip-Hop-Band.

12/05/2011, 07:42 AM

Sido hat es geschafft. Der fliederfarbene Schal seines Hundes hat genau dieselbe Farbe wie die Tischdekoration in dem Lokal, in dem die Pressekonferenz stattfindet. "Ich habe mehr erreicht, als ich mir je erträumt habe," sagt er. "Jetzt will ich etwas weitergeben."

Sidos Geschenk an die Menschheit ist eine Fernsehsendung, die ORFeins ab 15. Dezember ausstrahlt. Für " Blockstars - Sido macht Band" steigt er aus den Höhen des Ruhms und seines (vorübergehend bezogenen) Döblinger Lofts herab, um sechs Nachwuchsrappern mit sozial schwachem Hintergrund ebenfalls zu fliederfarbenen Hundeschals und Döblinger Lofts zu verhelfen.

Das Konzept ist eitel, pathetisch und rührend zugleich: Sido ist es offenbar ernst mit seiner kleinen Weltrettungsaktion. Ein autobiografischer Text, der mit den Presseunterlagen ausgeteilt wurde, gibt die Tonlage vor: "Ich bin acht Jahre alt. Wir sind aus dem Osten. Wir leben mit acht Leuten auf einem Zimmer. Wir sind in einem Asylantenheim in Wedding. Wir sind ziemlich froh, aber wir sind auch am Arsch." Und später: "Ich sitze mit Desue ( ein DJ und Produzent; Anm. ) in einem Studio in L.A. Niemals hätte ich gedacht, dass ich hier ein Album aufnehmen werde. In Amerika? In Polen vielleicht. Ok. Aber nicht in Amerika."

Mit viel Fleiß und Sturheit zum Erfolg. Das ist der Weg, den Sido gegangen ist. Das ist der Weg, auf den er seine Jünger bringen möchte.

Soziale Bedürftigkeit wichtiger als musikalische Qualifikation

In einem monatelangen Castingverfahren wurden passende Kandidaten gesucht. Wichtigstes Kriterium, womöglich wichtiger als die musikalische Qualifikation: die soziale Bedürftigkeit.

Der 21-jährige Dragan Juric wurde von seinem Vater so schwer misshandelt, dass er wochenlang nicht in die Schule gehen konnte. Der 19-jährige Michael Göbl und der 25-jährige Daniel Niedermayr sind Heimkinder. Der 27-jährige Benjamin Koeberlein hat drei Jahre im Gefängnis verbracht, der 21-jährige Claus Willixhofer ist schwer sehbehindert und der 27-jährige Marko Grgic hat keine gültige Aufenthaltsgenehmigung.

Gemeinsam mit drei Sängerinnen (die allesamt aus besseren Verhältnissen kommen, es waren keine anderen zu kriegen) zogen sie Anfang Oktober in eine von Sido beaufsichtigte WG ein. Um Musik und Manieren zu lernen. Wie der Widerspenstigen Zähmung und die Bandgründung genau verlaufen, zeigt die Dokureihe.

Berufsbedingte Spontaneität

Vom ursprünglichen Konzept, am Schluss eine Live-Sendung zu zeigen, ist man inzwischen abgerückt. "Blockstars" will keine Castingshow sein, sondern "eine Doku über ein Projekt von Sido", erklärt Dodo Roscic. Die ehemalige Leiterin der ORF -Entwicklungsabteilung hat das Projekt von Anfang an begleitet. Und lässt sich auch von Sidos berufsbedingter Spontaneität - "An dieser Sendung ist herzlich wenig geplant!" - nicht aus der Ruhe bringen. "Mit uns kann man so was machen, weil wir die Flexibilität haben. Weil es nicht gescripted ist." Warum Sido die "Blockstars" so ein Anliegen sind? Roscic zögert keine Sekunde: "Er hat in einem Interview gesagt, er macht das, weil er in den Himmel kommen will."

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