Beruf Star-DJ: Filmdoku für Guetta-Fans

Die Karriere des Hit-Fabrikanten David Guetta wird in einer Doku präsentiert, die in der Nacht auf Freitag auf ORFeins zu sehen ist (0.20 Uhr).


Kurz nach dem neuen Album wurde der gleichnamige Film präsentiert: "Nothing but the Beat". Außer Beats ist in David Guettas Musik tatsächlich nicht viel zu finden. Seine eingängig-poppigen Sounds brachten dem Franzosen weltweit Millionen Fans. Und diese verhalfen ihm in den letzten Jahren zu einer derart bemerkenswerten Erfolgsgeschichte, dass es jetzt schon Zeit für eine Verfilmung ebendieser wurde.

Das Phänomen David Guetta - zum Durchklicken ... Das befand jedenfalls sein Sponsor, ein Energiedrink-Hersteller und produzierte eine Doku, die sogar mehr zu erzählen hat als erwartet. Zwei Erzählstränge leiten den Zuschauer durch die 90 Minuten: Einerseits werden die Fans mit pathetischen Zeitlupe-Sequenzen und Konzert-Szenen des Crowdpleasers belohnt, andererseits kommen Guetta und Freunde zu Wort ... Das Lob geht sogar so weit, dass der DJ und Producer als vereinendes Element zwischen schwarzer und weißer Musik emporgehoben wird. Naja. Gleichzeitig kommt die Hervorhebung seiner "epochalen" musikalischen Leistung etwas ins Straucheln, wenn Guetta selbst die inhaltliche Leere seiner Tracks entblößt ... Die Lieder bekommen die Namen der Städte, in denen sie produziert wurden und nach monatelangem Posing zum gleichen Set ist es eine Ausnahme, wenn der DJ mal wieder wirklich auflegt. Es geht eben doch mehr um die Party. Und die funktioniert, wie man sieht. Zwischen den Einblicken in das Leben in Clubs und Hotels wird ein bisschen Musikgeschichte gelehrt: Der Musiker und seine Frau erzählen von seinen Anfängen in einem Schwulenclub, wo Guetta Acid House aufgelegt hat über die Einflüsse von Detroit Techno und Chicago House bis hin zu aktuellen Vermischungen von Techno, Dubstep und Hip Hop. Letzteren holt er sich zum Beispiel durch Kooperationen mit Usher (Bild) oder Snoop Dogg ins Boot. Guetta wird als bodenständiger, immer gut aufgelegter und hart arbeitender Musiker porträtiert, der sich den Ruhm gemeinsam mit seiner Frau erarbeitet hat. Wir sehen den schillernden Star-Kosmos, in der sich der DJ und seine Freunde intensiv mit Musik auseinandersetzen. Die Fan-Welt wird wohl absichtlich nicht gezeigt - denn dann wäre es eher eine weitere Folge von "Saturday Night Fever" geworden. So bleibt es ein solider Fan-Film mit ein bisschen Musikgeschichte.

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(kurier) Erstellt am
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