Buzz 17.01.2012

70 Dylan-Songs für Amnesty International

Im Jahr 1969 tauchte in den Plattengeschäften denn auch ein (illegales) Album mit dem mysteriösen Titel "Great White Wonder" auf… © Bild: dapd(C) AP

Mehr als 70 Künstler coverten für Amnesty International Lieder von Bob Dylan. Auf "Chimes Of Freedom" findet man die Queens Of The Stone Age genauso wie Ke$ha.

Bob Dylan und Amnesty International verbindet die Zahl 50: Vor so vielen Jahren unterschrieb der Künstler seinen Plattenvertrag bei Columbia, während fast zur selben Zeit die Menschenrechte-Organisation gegründet wurde. Letzteres Jubiläum wird mit der Vierfach-CD "Chimes Of Freedom - The Songs Of Bob Dylan" (Universal) gefeiert.

Mehr als 70 Acts haben dafür Lieder des Meisters gecovert (und Amnesty kostenlos zur Verfügung gestellt). Manche Beiträge sind extra für diese Benefiz-Sammlung eingespielt, manche bereits bekannt (etwa Adeles gefühlvolle Interpretation von "Make You Feel My Love", hier in der Live-Version, bisher nur auf der Sonderedition von "19" enthalten). Manche Versionen sind nah am Original ( Kris Kristoffersons "Quinn The Eskimo") oder sehr konventionell (Pete Seegers "Forever Young"), manche kitschig (Natasha Bedingfields "Ring Them Bells"), manche innovativ ("Love Sick" in der Überarbeitung von Mariachi El Bronx).

Die besten Arbeiten haben Queens Of The Stone Age ("Outlaw Blues"), Gaslight Anthem ("Changing The Guards") und My Morning Jacket ("You`re A Big Girl Now") abgeliefert - die Coverversionen klingen, als wären sie Originalsongs dieser Bands. Weitere interessante Neufassungen kommen von Carly Simon ("Just Like A Woman" als jazzige Piano-Ballade), Flogging Molly ("The Times They Are A-Changin`" im Punk mit irischen Folk-Elementen) und Rage Against The Machines Tom Morello ("Blind Willy McTell").

Gute Mischung

Mehr als 70 Künstler sind auf "Chimes Of Freedom - The Songs Of Bob Dylan" vertreten.
© Bild: Universal

Auch wenn nicht alle Tracks dieses Niveau halten, so macht die Mischung durchaus Spaß. Neben Altmeistern wie Sting (dessen "Girl From The North Country" allerdings recht zahnlos wirkt), Elvis Costello, Joan Baez, Eric Burden und Jackson Brown findet man jüngere Kollegen von Bands wie Rise Against, The Airborne Toxic Event und Silversun Pickups (die sich an das superbe "Not Dark Yet" wagen). Sogar Miley Cyrus und Ke$ha durften mitmachen, was Dylans Generationen übergreifendes Wirken unterstreicht.

Eröffnet wird der Reigen von Johnny Cash. Produzenten-Guru Rick Rubin ließ ein Fragment von "One Too Many Mornings" von 1969 (von Cash seinerzeit im Duett mit Dylan aufgenommen) überarbeiten und von The Avett Brothers vervollständigen. Würdiger kann man eine solche Collection nicht beginnen.

Erstellt am 17.01.2012