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12/05/2011

Grolig & Schaffer

Polizeireporter und Fotograf. Peter Grolig ist seit 1982 beim KURIER, Peter Schaffer brachte seine Kameras 1984 beim KURIER in Stellung.

Dem Bösen auf der Spur und dabei manchmal auch ein bisschen schneller als von der Polizei erlaubt - eines der Markenzeichen von Peter Grolig und Peter Schaffer, den rasenden "Polizei-Reportern" des KURIER. Ob Bankraub, Mord oder ein anderes Verbrechen, die beiden sind seit bald 20 Jahren ein (berufliches) Paar und treten im Regelfall an den verschiedensten Tatorten selbstredend imDuett auf. Grolig Block und Kugelschreiber in der Hand, Schaffer die Kamera schussbereit. Auch wenn mitunter ein krasses Bild der Branche gezeichnet wird, haben die beiden ganz klare Vorstellungen ihres Jobs: "Schlagzeile und/oder Foto um jeden Preis gibt es nicht, auf die Fakten kommt es an. Und die müssen vor allem sauber recherchiert sein. Aufbauschen und auf Tränendrüsen drücken sollen andere".

Im Teenageralter hat es Grolig 1982 für einenMonat als Volontär zum KURIER verschlagen. Sein Vater Erich, 1997 verstorbener Grandseigneur des österreichischen Chronik-Journalismus, bewies sich als harter Lehrmeister. Und weil auch die Mutter in der Branche ist, ließen die Gene einfach nichts anderes zu, als dass der Junior 1983 im Reporter- Team des KURIER anheuerte. Und blieb.

Wenige Jahre später führte eine Bordell-Recherche den Jung-Reporter mit dem um rund 15 Jahre älteren Peter Schaffer zusammen, der damals für die Redaktion seines Heimatbundeslandes NÖ fotografierte. Weil Schaffers damals noch "kleine Kinder stets hungrig waren", wie er scherzte, und weil das Foto-Honorar in der Chronik ein besseres war und zudem mehr Geschichten mehr Geld versprachen, blieb der Fotograf in der Folge dem mitunter doch blutigen und tragischen Metier treu. Das Duo recherchierte seither in fast allen Fällen, die Kriminalgeschichte geschrieben haben. Die Mord-Serie in Lainz brachte Schaffers exklusive Fotos der "Mordschwestern" in Zeitungen rund um den Erdball. Prostituierten-Mörder Jack Unterweger rief Grolig an ("Ich bin’s, der Massenmörder"), ehe er seine Flucht antrat. Und bei der Geiselnahme im Gefängnis in Graz-Karlau machte das Gerücht die Runde, die Polizei hätte mit der Erstürmung auf die Minute genau zugewartet, bis "Peter & Peter" sich vor dem Häfen einbremsten.

Wenn Peter Schaffer nicht gerade einer Razzia (nicht unbedingt in der Sauna) beiwohnt, mit seinem schreibenden Partner bei einem Polizei-Fest bis in den frühen Morgen die Hintergründe der Polizei-Reform oder gerade aktueller Affären diskutiert, sucht er Ausgleich und Entspannung in der Natur. Die Donau-Au ist seine zweite Heimat, doch auch dort hat er die Kamera stets bei der Hand, geht auf Libellen-Jagd und porträtiert Insekten aller Art.

"Freizeit ist bei uns aber leider sehr knapp. Denn böse Buben halten sich nicht an Bürostunden oder Redaktionsschlusszeiten", wissen die beiden.

Und wenn das Handy klingelt, dann heißt’s wieder: "Auf geht’s. Und los". Denn vielleicht ist man ja wieder einmal schneller, als die Polizei es erlaubt. Mal sehen.

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