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Hunde im Frühling: Wenn die Hormone verrückt spielen

Wenn die Sonne Erde, Gras, Blätter und Moos wärmt, liegt Frühling in der Luft. Für sensible Hundenasen kommt noch der Duft von Paarungsbereitschaft dazu: Rüden können läufige Hündinnen über weite Entfernungen und auch noch Tage nach deren Anwesenheit riechen. Dem entsprechend verrückt spielen ihre Hormone.

„Natürlich schießt der Frühling den Tieren ein. Ihr Verhalten lässt sich aber durchaus beeinflussen“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, was der Sexualtrieb v.a. mit jungen Hunden macht, und wie Halter richtig reagieren.

Testosteron

Je nach Rasse werden Hündinnen ab dem sechsten bis zum zwölften Lebensmonat geschlechtsreif. Von da an sind sie in der Regel zwei Mal pro Jahr fortpflanzungswillig und tun das mit Pheromonen kund. Rüden sind prinzipiell immer auf der Suche nach einer Partnerin, die Sexualhormone stets vorhanden. Locken Hündinnen, steigt ihr Testosteronspiegel an, das Gehirn schüttet vermehrt Botenstoffe aus.

„Viele Besitzer denken mit der Geschlechtsreife sofort an Kastration. Doch diese radikale Maßnahme ist nur bei extrem hormongesteuerten Rüden notwendig“, sagt Reitl. Wenn der Vierbeiner in der Pubertät unaufhörlich heult, winselt und das Fressen einstellt, können Spritze oder Chip die Hormone kurzfristig regulieren.

Leine und Erziehung

Bei natürlichem Triebverhalten hindert die Leine am Durchbrennen, gute Erziehung beugt dem Aufreiten vor. „Der Hund muss lernen, dass er in der Familie nicht das Alphatier ist. Wenn er akzeptiert, dass der Mensch der Chef ist, weiß er, dass er nicht decken darf“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn.

Beim Gassigehen und auf der Hundewiese können Jungtiere auch von Artgenossen lernen. „Die Hündin zeigt dem Rüden sehr deutlich, wenn sie nicht bereit ist“, erklärt Reitl. Der unerfahrene Heißsporn wird sich die grobe Abweisung merken. „Eine hitzige Hündin hat in der Freilaufzone nichts verloren – im Sinne aller“, sagt der Zoodoc. Prinzipiell herrscht Damenwahl, vitale Rüden haben bessere Chancen.

Kastration

„Oft wirklich arm sind die kastrierten Hunde“, sagt der KURIER-Tiercoach. Sie riechen neutral, haben keinen Platz in der Hierarchie und verleiten Rüden mit ungezügeltem Fortpflanzungstrieb zu Übersprungshandlungen. Katharina Reitl: „Dabei können sie sich kaum gegen die Machos wehren.“

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