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© Bild: Kurier
Wirtschaft
24.05.2012

Wie DO&CO die ÖBB-Menüs auf Schiene bringen will

Ein Jahr wird es noch dauern, bis Attila Dogudan die Zugverpflegung perfektioniert hat. Vor der EURO 2012 sind die Nerven angespannt.

Das Potenzial bei den ÖBB ist enorm. 160 Züge am Tag, 30 Millionen Kunden im Jahr, fast drei Mal so viel wie bei der AUA. Bis die Zugverpflegung allerdings auf jenem Qualitätsniveau ist, das der Perfektionist Attila Dogudan als Maßstab setzt, wird es bis zum Frühjahr 2013 dauern. "Wir müssen die Infrastruktur in den Zügen verbessern", erklärt der Gründer und Chef des börsenotierten Gourmetkonzerns. So werden für die Zubereitung und die Präsentation der Speisen wesentlich mehr Öfen und Vitrinen gebraucht. Die 400 Mitarbeiter müssen intensiv geschult werden. Ab Juni werden wir "das Produkt schrittweise verändern, zuerst auf der West- und der Südbahn" (Dogudan).

Leichtes Bauchweh hat Dogudan vor dem 8. Juni, wenn der Anpfiff zur Fußball-Europameisterschaft EURO 2012 gegeben wird.
DO&CO wird in Polen und der Ukraine rund 80.000 VIP-Gäste verköstigen. 4000 Mitarbeiter sind im Einsatz, mehr als 40.000 Quadratmeter Zeltfläche werden aufgestellt und 300 Sattelschlepper pendeln zwischen den Stadien. Zwei Standorte sind eine besondere logistische Herausforderung. Von rund 40 Umsatzmillionen sollten zwei Millionen als Gewinn bleiben. Für die nächste EURO in Frankreich will sich Dogudan ebenfalls bewerben, "wer Polen und die Ukraine hinkriegt, der hat auch in Frankreich Überlebenschancen". In der Ukraine übernahm DO&CO den Airline-Caterer Kyiv Catering mit 500 Mitarbeitern. Seit Kurzem wird dort in einer der modernsten Küchen Europas mit 10.000 Quadratmeter Fläche aufgekocht

 

 

Neues AUA-Konzept

Bei der AUA, die die Bordverpflegung in der Holzklasse drastisch hinuntergefahren hat, startet DO&CO demnächst mit einem neuen Catering-Konzept. Wer mehr will als einen winzigen Snack, kann beim Ticketkauf online oder im Reisebüros zwischen acht bis neun Menus auswählen – die freilich extra zu bezahlen sind. Die Umsatz-Ausfälle durch die Sparpakete bei AUA und NIKI konnte Dogudan mit anderen Airlines wettmachen. Mit einer großen europäischen Airline sind die Verhandlungen in der Finalrunde.

DO&CO hat liquide Mittel von rund 100 Millionen Euro in der Kriegskasse, davon 20 Prozent in Form von Gold. Der Gewinn nach Steuern stieg im Geschäftsjahr 2011/’12 um 25 Prozent auf 19,3 Millionen Euro. In einigen Jahren will Dogudan die Umsatzmilliarde erreichen.