Razzia bei HypoVereinsbank
Die HVB soll an Steuerhinterziehung beteiligt gewesen sein. Zwölf Gebäude wurden untersucht.
Einmal mehr steht eine Bank im Fokus krimineller Machenschaften. Wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung haben mehr als 60 Staatsanwälte, Polizisten und Steuerfahnder 13 Gebäude der Münchener HypoVereinsbank (HVB) durchsucht. Laut Süddeutscher Zeitung gehen die Behörden dem Verdacht nach, die Bank sowie ein Börsenhändler könnten sich auf Kosten der Finanz den Gewinn bei Aktienhandelsgeschäften geteilt haben. An die Bank sollen 65 Prozent des Profits geflossen sein. Die Schadenshöhe soll 113 Millionen Euro ausmachen.
Die HVB, wie die Bank Austria Tochter der italienischen UniCredit, sicherte den Behörden ihre Unterstützung zu. Die Bank habe bereits 2011 eine eingehende Prüfung der Vorgänge mit Unterstützung externer Anwälte und Spezialisten veranlasst und kooperiere mit den Behörden. Nach Angaben der HVB geht es bei den Ermittlungen um Aktientransaktionen in den Jahren 2006 bis 2008. Diese wurden in zeitlicher Nähe zu Dividendenzahlungen getätigt. „Hieraus resultierende Gutschriften der Kapitalertragssteuern werden durch das Finanzamt beanstandet“, sagte eine HVB-Sprecherin.
Laut Zeitung richten sich die Ermittlungen aber nicht gegen die damaligen Vorstände, sondern gegen Mitarbeiter deutlich unterhalb der Führungsebene.
Milliardenschaden
Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums in Berlin prüfen die Steuerbehörden von Bund und Ländern mehrere ähnliche Vorgänge bei Banken. Um wie viel Geld es gehe, sei nicht bekannt, teilt das Ministerium mit. Nach Einschätzung in Ermittlerkreisen könnte der deutsche Staat über Jahre hinweg sogar insgesamt um Milliardenbeträge erleichtert worden sein, berichtet die SZ.