ÖBB 2025: 400km mehr Netz, 2000 Züge mehr
Bis ins Jahr 2025 wollen die ÖBB das Eisenbahnnetz ausbauen und modernisieren, mehr Züge bereitstellen und so mehr Passagiere anlocken.
Die Bahn will in den nächsten Jahren schneller werden. Durch die Milliarden-Investitionen in den Ausbau und Neubau von Strecken soll man 2025 etwa von Wien nach Klagenfurt in 2 Stunden und 40 Minuten fahren. Derzeit brauchen die
ÖBB für diese Strecke noch 3:50 Stunden. Die Fahrzeitverkürzung auf der Westbahn nach München fällt schon bescheidener aus: Statt jetzt 4:20 künftig nur noch 3:45 Minuten.
Die kürzeren Fahrzeiten haben freilich ihren Preis: In den nächsten 14 Jahren werden jährlich rund 2 Milliarden Euro in die Modernisierung des Streckennetzes und in den Neubau (Koralmbahn, Semmeringtunnel, Brennertunnel) gesteckt. In Summe kostet das Ausbauprogramm, das 400 zusätzliche Bahnkilometer bringt, 27 Milliarden Euro. Vorausvalorisiert (eine erwartete Preissteigerung von 2,5 Prozent pro Jahr eingerechnet, Anm.) sind es sogar 36 Milliarden.
Verlagerung
Mit den Milliarden soll - so Verkehrsministerin
Doris Bures bei der Präsentation des "Zielnetzes 2025" - der Großteil des erwarteten Verkehrsaufkommens im Personen- und Güterverkehr weitgehend von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Bis 2025 wird laut Prognosen der Güterverkehr um 42 Prozent, der Personenverkehr um 17 Prozent steigen.
Die Umsetzung dieses Zielnetzes erfolgt in drei Schritten:
- Der erste Schritt ist mit dem Ausbau der Westbahn, dem Bau der Koralmbahn, dem Wiener Hauptbahnhof und dem für 2012 geplanten Baubeginn am Semmering bereits voll im Gang.
- Die zweite Phase sind der Ausbau der Nordbahn, der Phyrnstrecke und Lückenschlüsse.
- In der dritten Stufe kommt der Ausbau der S-Bahn zwischen Meidling und Mödling sowie der Westbahn rund um Salzburg.
Nebenbahnen
Die Kehrseite der Medaille: Die Bahn wird im selben Zeitraum den Betrieb auf 700 Kilometern schlecht ausgelasteter Strecken einstellen. Die meisten Verbindungen sollen durch Busse ersetzt werden. Künftig wollen die ÖBB - so Bahnchef
Christian Kern - nur noch Strecken mit mindestens 2000 Reisenden pro Tag bzw. mindestens 50 Passagieren pro Zug aufrechterhalten. Auch die Zahl der Haltestellen wird "optimiert", bei weniger als 80 Ein- und Aussteigern pro Tag werden sie aufgelassen. Und Güterstrecken müssen es auf 250 Tonnen Volumen täglich bringen, sonst werden sie eingestellt.
Auf den verbleibenden Strecken sollen dafür mehr Züge fahren. Statt derzeit 7000 künftig rund 9000 pro Tag. Die Zahl der Passagiere soll von 240 auf 300 Millionen pro Jahr steigen.
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