Kovats sieht sich als Unschuldslamm
Der A-TEC-Konzern wird jetzt in Einzelteilen abverkauft. Die Schuld daran gibt Kovats allen Beteiligten außer sich selbst.
Schuld sind der Finanzinvestor Penta "aus dem Ostblock" und die Banken, die die A-TEC bei der Finanzierung einer "österreichische Lösung" mit dem Verkauf an Contor Industries hätten hängen lassen. Und Gläubigerschützer Wilhelm Rasinger, der "Monate lang durch Wien gelaufen ist und die Auflösung der Holding verlangt hat".
Nicht schuld ist Mirko Kovats: Der Industrielle verteilte am Montag vor den Medien großzügig die Verantwortung für das Scheitern des Sanierungsplans seines vor einem Jahr in die Pleite gerutschten Mischkonzerns A-TEC. Man sei "in guten Endverhandlungen" gewesen, die Klage der unterlegenen Penta-Gruppe gegen den Zuschlag an Contor habe aber dann dazu geführt, dass der Käufer für die Kupferhütte Brixlegg abgesprungen sei und "unser Sanierungsplan gescheitert ist". Als einzige Fehler, die er selbst gemacht habe, fallen Kovats eine zu rasche Expansion zu Beginn der Wirtschaftskrise 2008 ein. Und dass er "nie Seilschaften bedient" habe, was ihm "jetzt zum Nachteil" geworden sei.
Zur Erinnerung: Der A-TEC-Aufsichtsrat hatte den Verkauf des restlichen Konzerns an die von Kovats-Berater Thomas Schätti eigens dafür gegründete Contor Industries beschlossen. Dabei sollte Brixlegg an den pakistanischen Milliardär Alshair Fiyaz, der Motorenbauer ATB an die chinesische Wolong-Gruppe und das Kraftwerk Voitsberg an einen arabischen Investor verkauft werden. Mit diesem Angebot über insgesamt 210 Millionen Euro hätte die Gläubigerquote von 47 Prozent erfüllt werden sollen. Nach der Klage von Penta sprang Fiyaz ab, es fehlten 90 Millionen Euro aus dem Brixlegg-Verkauf. Nachverhandlungen mit Penta scheiterten am vergangenen Freitag wenige Stunden vor Ablauf der Sanierungsfrist.
"Jetzt haben alle verloren", ist Kovats überzeugt. Durch den Verkauf des Konzerns in Einzelteilen durch den Sanierungsverwalter Matthias Schmidt würden die Gläubiger nur 25 bis 30 Prozent ihrer Forderungen bekommen. Und selbst das sei wegen der sich wieder abschwächenden Konjunktur schwierig. Kovats und der A-TEC-Vorstand bleiben vorerst an Bord und wollen Schmidt "mit allen Möglichkeiten unterstützen", die bestmöglichen Preise zu erzielen. Allerdings können sie keine Entscheidungen treffen und ab sofort gibt es - so Kovats - auch keine Gage mehr dafür.
Nach der Abwicklung der Pleite will Kovats wieder als Investor tätig werden. Ans Auswandern, etwa in die Schweiz, denke er nicht.
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