Wirtschaft

Jeder dritte Händler in den roten Zahlen

Die Ertragssituation im heimischen Einzelhandel hat sich im Vorjahr weiter verschlechtert, geht aus einer Bilanzen-Auswertung der KMU Forschung Austria im Auftrag der Wirtschaftskammer hervor. Demnach erzielten 35 Prozent der untersuchten Einzelhandelsunternehmen im Jahr 2017/18 Verluste.

In der Bau- und Heimwerkerbranche sowie im Sportartikelhandel ist Ertragslage besser als im Schnitt,  im Buch-, Uhren- und Schmuckhandel sowie Schuh- und Bekleidungshandel jedoch schlechter. So schreibt jeder zweite Buchhändler Verluste.

Dünne Margen

Die Gewinnmarge im Einzelhandel beträgt im Schnitt 3 Prozent, im Lebensmittelhandel oder Kosmetikhandel nur 0,9 Prozent. Bei der letzten Erhebung 2016/17 betrug sie noch 3,6 Prozent.  "Von einem Körberlgeld kann man da nicht sprechen", sagte Handelsobmann Peter Buchmüller im Gespräch mit der APA.  Laut Buchmüller liegt das am hohen Wettbewerb sowie höheren Einkaufspreisen, die die Firmen nicht an die Kunden weitergeben können. Auf Grundnahrungsmittel ließen sich keine hohe Margen aufschlagen.

Etwas besser ist die Lage im Möbelhandel und Uhren- bzw. Schmuckhandel, wo die Gewinnmargen 4,6 Prozent bzw. 4,2 Prozent ausmachen. Auch der Elektrohandel erzielt im Schnitt 4,2 Prozent Gewinn (vor Steuern) vom Netto-Umsatz. "Die Umsatzrentabilität liegt aber nach wie vor unter jener der Gesamtwirtschaft, die 5,5 Prozent ausmacht", so Buchmüller.

Eigenkapital

Die durchschnittliche Eigenkapitalquote der Einzelhandelsunternehmen beträgt 35 Prozent. Doch auch hier gibt es je nach Branche große Unterschiede: Hoch ist sie im Uhren- und Schmuckhandel (45 Prozent), niedrig im Elektro- und Sportartikelhandel (21 bzw. 23 Prozent).

Im Zehn-Jahres-Vergleich haben sich Ertrags- sowie Finanzsituation im Einzelhandel verbessert, liegen aber immer noch unter dem Durchschnitt der Gesamtwirtschaft, zeigt die KMU-Untersuchung. 2007/08 betrug die durchschnittliche Umsatzrentabilität lediglich 1,5 Prozent, die Eigenkapitalquote 25 Prozent. Auch der Anteil der Firmen, die in der Gewinnzone waren, betrug damals erst 53 Prozent.