FPÖ: Austritt statt Rausschmiss
Die Freiheitlichen fordern, dass sich die potenten Staaten von der EU abspalten
Die Euro-Krise ändert alles. Auch den Kurs der FPÖ. Früher war die Linie: die anderen müssen raus. Ausländer in Österreich? Raus. Wirtschaftlich schwächere Staaten in der EU? Raus. FPÖ-EU-Mandatar Andreas Mölzer stellte gestern sein neues Buch "Kerneuropa" vor. Parteichef Heinz-Christian Strache formulierte aus dem Anlass die neue Linie zum Euro: Die FPÖ fordert nicht mehr, schwache Volkswirtschaften wie Griechenland aus der Euro-Zone zu werfen. Sondern, dass potente Staaten gehen und ein Kerneuropa bilden sollen.
Die anderen sollen den weichen Euro behalten. Offen ließen Strache und Mölzer die entscheidende Frage, ob die neue Zone eine gemeinsame Währung bekommen soll oder die nationalen Währungen wieder eingeführt werden sollen. Als Mitglieder der Zone kämen Österreich, Deutschland, die Niederlande, Belgien und "vielleicht Frankreich" infrage. Diese Länder seien "volkswirtschaftlich zu den stärkeren zu zählen"; Details zu den Auswahlkriterien wollte Strache nicht nennen.
Jedenfalls würden viele Experten die Variante empfehlen, für den Austritt kriselnder Staaten sei es zu spät. so Strache: Griechenland sei pleite, man müsse das Land in Insolvenz schicken, die Banken sollen auf die Hälfte ihrer Forderungen verzichten. Wenn Ende des Monats der Euro-Haftungsrahmen für Österreich erhöht werden soll, werde die FPÖ "jedenfalls sicher nicht zustimmen".
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