Fotopionier Kodak kämpft ums Überleben
Insolvenzgerüchte sorgten für einen Kurssturz der Aktien. Der Erfinder der Filmrolle bietet nun Patente zum Kauf an.
Der mehr als 130 Jahre alte US-Fotofilmhersteller Eastman Kodak steckt erneut in finanziellen Nöten. Meldungen, wonach das Unternehmen kurz vor einer Insolvenz stehe, sorgten am Freitag für einen Kurssturz der Aktie von fast 54 Prozent. Am Montag teilte Kodak zwar mit, vorerst keine Insolvenz anmelden zu wollen, bestätigte aber, dass ein Restrukturierungsexperte an Bord geholt worden sei. Der Erfinder der Filmrolle und somit der klassischen Fotografie hatte bereits den Umstieg auf die Digitalfotografie verschlafen. Das Fotogeschäft brach massiv ein, das Unternehmen rutschte tief in die Verlustzone. Um die Finanzen aufzubessern, griff Kodak zuletzt zu Patentklagen und bot selbst 1100 Patente zum Verkauf an, darunter auch das Patent zur Anzeige von Bildern. Strategisch versuchte das Unternehmen den Schwenk in Richtung Fotodrucker.
Im ersten Halbjahr schrieb Kodak einen Verlust von 425 Mio. Euro, die liquiden Mittel wurden mit 957 Mio. Euro angegeben.