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© Bild: KURIER/Jeff Mangione
Rekordarbeitslosigkeit
22.03.2016

Ex-IHS-Chef kann sich "Hartz IV" für Österreich vorstellen

Christian Keuschnigg spricht sich für die Schaffung eines Niedriglohnsektors aus.

Der frühere IHS-Chef Christian Keuschnigg spricht sich angesichts der Rekordarbeitslosigkeit in Österreich für die Schaffung eines Niedriglohnsektors inklusive sozialer Absicherung aus. Als Vorbild sollen die "Hartz IV"-Arbeitsmarktreformen in Deutschland dienen. "Jede Beschäftigung entlastet den Sozialstaat", so Keuschnigg.

Dienstleistungsscheck als Beispiel

In Österreich gibt es in nahezu allen Branchen einen Kollektivvertrag (KV) für die Beschäftigten, der Bezahlung und Arbeitszeit regelt. Gewerkschaft und Wirtschaftskammer müssten sich daher gemeinsam auf die Schaffung eines Niedriglohnsektors einigen. Als positiven Anfang bezeichnete Keuschnigg den bereits seit dem Jahr 2006 verfügbaren Dienstleistungsscheck. 2015 wurden knapp 300.000 Dienstleistungsschecks in einem Gesamtwert von 7,8 Mio. Euro ausgegeben. Die Regierung hatte den Dienstleistungsscheck als Instrument zur Legalisierung von Arbeiten im Haushalt eingeführt.

Keuschnigg warnt vor "großen Herausforderungen" bei gering qualifizierten Arbeitslosen, auch durch Zuwanderung und Flüchtlinge. Es müssten in diesem Bereich "alle Instrumente" der Sozial- und Wirtschaftspolitik zusammenspielen. Das wichtigste Ziel sei Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern.