EU-Razzia als "peinliche Überraschung"
Die Razzien der EU-Kommission wegen des Verdachts auf ein Gaskartell bezeichnet Gazprom-Chef Alexej Miller als "peinliche Überraschung".
Eine "peinliche Überraschung" seien sie gewesen, die Razzien der EU-Kommission vergangene Woche, sagt Gazprom-Chef Alexej Miller. Die EU hatte Büros des russischen Staatskonzerns und anderer Gasversorger (darunter die OMV) durchsucht. Die Wettbewerbshüter verdächtigen die Unternehmen, Märkte aufgeteilt, Preise abgesprochen und Konkurrenten behindert zu haben. Im Fokus steht freilich die Gazprom, deren Marktmacht gebrochen werden soll. Die Langzeit-Lieferverträge, die die Gazprom mit den EU-Staaten abgeschlossen hat, werden genau durchleuchtet. Russlands Regierungschef Wladimir Putin kündigte an, die Entwicklungen genau zu verfolgen. Er ordnete an, dass die Gazprom mit den EU-Behörden kooperieren soll.
Auch an einer anderen Front droht der Gazprom Ungemach: Die Türkei, immerhin zweitgrößter Gas-Abnehmer der Russen, kündigte an, ihre Langzeitverträge nicht zu verlängern. Laut Medienberichten, weil Ankara die gewünschte Preisreduktion nicht durchsetzen konnte.
Die OMV gab indes am Montag bekannt, dass der Großaktionär IPIC (Staatsfonds aus Abu Dhabi) seinen Anteil am heimischen Öl- und Gaskonzern von 20,4 auf 24,9 Prozent aufgestockt hat.
OMV raus aus Tschechien?
Die jüngst präsentierte neue Strategie der OMV sieht ein Desinvestment bei Raffinerien und Tankstellen vor. Welche Standorte konkret verkauft werden, verrät der Konzern noch nicht. Medienberichten zufolge will sich die OMV aus dem tschechischen Tankstellenmarkt komplett zurückziehen. Der Verkauf der 220 Tankstellen würde kolportierte 163 Millionen Euro bringen. Auch die Länder Ungarn, Slowakei, Bulgarien und Italien stünden zur Disposition.
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