CA Immo schielt auf billige Immofinanz-Aktien
Das Russland-Geschäft der Immofinanz interessiert die Konkurrenz derzeit aber nicht.
Der kräftige Absturz der Aktien der Immofinanz in der vergangenen Woche macht der Konkurrentin CA Immobilien AG Appetit auf Zukäufe. Finanzchef Florian Nowotny sagte, es sei nicht auszuschließen, dass die CA Immo ihre Beteiligung an der Immofinanz erhöhen werde. Das Kursniveau sei günstig.
Im Vorjahr ist die CA Immo mit einem Angebot zum Erwerb von 15 Prozent an der Immofinanz zu einem Aktienkurs von 2,80 Euro je Stück gescheitert. Derzeit notiert die Immofinanz knapp über 1,80 Euro. Die CA Immo ist mit einem Anteil von mehr als fünf Prozent zweitgrößte Aktionärin.
Russland-Paket
Kein Interesse hat die CA Immo dagegen, das gesamte Russland-Geschäft der Immofinanz zu übernehmen. Frank Nickel, seit Jahresbeginn Chef der CA Immo, betonte, er kenne den russischen Immobilienmarkt noch zu wenig.
Auf den Märkten Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien ist die CA Immo dagegen selbst gut aufgestellt. 41 Prozent des gesamten Immobilienportfolios der Gesellschaft entfallen auf diese Länder. Nickel will dort weitere Büroflächen zukaufen, falls die CA Immo nicht zum Kerngeschäft zählende Liegenschaften verkaufen könne.
Im Mittelpunkt der Entwicklung neuer Immobilienprojekte steht laut Nickel aber Deutschland, auf das bereits 42 Prozent des Portfolios entfallen. Dort steigen die Preise der Immobilien weiter. Das brachte der CA Immo im abgelaufenen Geschäftsjahr auch ein kräftiges Gewinnplus ein. Denn vor allem die Büros in Deutschland konnten aufgewertet werden. Damit drehte das gesamte Bewertungsergebnis von minus 4,2 Millionen Euro im Jahr 2014 auf plus 213,8 Millionen 2015. Das Konzernergebnis verdreifachte sich auf 220,8 Millionen Euro.
Das ist auch gut für die Aktionäre: Sie erhalten für 2015 eine Dividende von 50 Cent je Aktie nach 45 Cent 2014, nächstes Jahr sollen es 55 Cent werden.