AUA kürzt die Flugpläne
Der neue Chef, Jaan Albrecht, stellt klar: Auch die AUA wird ihre Kapazitäten reduzieren. Die Sanierung ist noch lange nicht abgeschlossen.
Am 1. November wird der neue AUA-Chef, der bisherige Star-Alliance-Manager Jaan Albrecht, das Chefcockpit in Österreich übernehmen - und ein neues Konzept mitbringen. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in Wien hatte er am Donnerstag erwartungsgemäß keine guten Nachrichten.
Ebenso wie die Mutter Lufthansa wird die AUA angesichts des drohenden Konjunkturabschwungs die Kapazitäten für den mit Ende Oktober beginnenden Winterflugplan reduzieren. Zwei Flugzeuge wurden bereits stillgelegt. Noch wird daran getüftelt, welche Strecken konkret betroffen sind und wo kleinere Flugzeuge eingesetzt werden.
Lufthansa-Vorstand Carsten Spohr hatte bereits gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärt: "Man muss solche Entscheidungen früh treffen, anstatt mit leeren Flugzeugen in der Krise hinterher zu fliegen."
Albrecht ließ keinen Zweifel daran, dass es noch ein harter Weg bis zur Sanierung der AUA ist. Die heimische Airline wird ihr ursprüngliches Ziel, 2011 operativ schwarze Zahlen einzufliegen, nicht erreichen. Ein neues Datum wollte Albrecht nicht nennen, nur soviel: "Je schneller, desto besser." Man sei "unter Zeitdruck, wir müssen schnell Resultate bringen".
Wobei Albrecht betonte, dass die Lufthansa das Drehkreuz Wien nicht aufgeben will. "Ich kann mir Wien ohne die AUA nicht vorstellen. Wir werden den Standort verteidigen und gemeinsam ausbauen, das ist eine Ansage an die Konkurrenz."
Roher Bergkristall
Zur Beschreibung der AUA holte Albrecht in die Mineralogie aus. Die AUA sei "ein roher Bergkristall mit viel Potenzial". Gemeinsam mit der Lufthansa müsse er geschliffen und poliert werden. Die Synergien in der Allianz mit der Lufthansa müssten noch vertieft und die AUA noch enger in den Konzern integriert werden - vom Erlösmanagment über Geschäftskundenprogramme bis zum Vertrieb. Auch der neue Vorstand des Flughafen Wien sowie die österreichische Politik seien bei der Sanierung der AUA gefordert.
Rettungsspritze
Die in der "Star Alliance" fliegende, finanzmarode slowenische Adria Airways bekommt jetzt eine Kapitalspritze von fast 70 Millionen Euro, um die drohende Insolvenz abzuwenden. Der slowenische Staat wird 49,5 Millionen Euro zuschießen, die Gläubigerbanken, darunter die Kärntner Hypo, wandeln Schulden in Beteiligungen um.
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