Von „Lean Back-TV“ zu „Individual Involvement“
Als das Fernsehen noch in den Kinderschuhen steckte, hieß es zu viel Fernsehen mache schlechte Augen.
Bezogen auf 1955, dem Startjahr des österreichischen Fernsehens, war dies bei 516 gemeldeten TV-Geräten und mit einem Sender ein schier unmögliches Unterfangen. Das sollte sich aber rasch ändern. Bereits 1960 gab es 193.000 TV-Haushalte. Das sind 374 mal so viel. Rasant ging es weiter. 1990 stand bereits in 2,5 Millionen Haushalten ein Fernsehgerät. Diese Durchdringung hat sicher auch damit zu tun, dass ein Fernseher tendenziell leistbarer wurde. Verglichen mit heute 50 Sendern ist es unvorstellbar, dass sich der Österreicher bis 1990 mit zwei Sendern begnügen musste. Erst 1991 kam es zu einer regelrechten Senderexplosion auf 14 Kanäle - das Privatfernsehen hielt Einzug in Österreichs Wohnzimmer.
Wie sieht es mit der weiteren TV-Nutzung aus? Seit 2000 steigt diese exponentiell an.
Neue Technologien wie Smart TV, Flatscreens, HbbTV oder DVB-T sind Treiber. Parallel dazu machen die Devices dem TV-Spot Füße, denn das Video beginnt seinen Online-Erfolgszug und ist ab da als Verlängerung des TV-Spots zu sehen. Tatsächlich sind es aber die Smartphones und Tablets, welche die Mediennutzung neu definieren. Das ist erster Linie den Smartphones gelungen. Zum einen wegen ihrer rasanten Verbreitung über einige wenige Jahre und zum anderen wegen der Nutzungshäufigkeit: Der tägliche Zugang ins Internet erfolgt über des Österreichers Lieblingsgerät. 3,5 Millionen TV-Haushalte tragen ihres dazu bei.
Wenn man bedenkt, dass auf Social Media-Plattformen laut den „MindMinutes“-Moment-aufnahmen praktisch die Hälfte der User ihre Freunde und Follower auf interessante TV-Inhalte aufmerksam machen, zeigt dies klar die Umwandlung des Fernsehens vom „Lean Back“- hin zum „Individual Involvement“-Medium. Das ist der Beginn für Smart TV ohne Hauptabendprogramm.