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APA11927178 - 16032013 - WIEN - ÖSTERREICH: ZU APA-TEXT CI - THEMENBILD - Mit Antibiotika kontaminiertes Putenfleisch ist nach Österreich gelangt. Nach Angaben der Agentur für Ernährungssicherheit ist das Fleisch aus Rumänien in Deutschland verarbeitet und dann ausgeliefert worden. Im Bild: Putenfleisch in einer Fleischauslage; fotografiert am Samstag, 16. März 2013, in Wien (SYMBOLBILD). APA-FOTO: GEORG HOCHMUTH © Bild: APA/GEORG HOCHMUTH
Arbeiterkammer
06.09.2013

Putenfleisch: Vier von 20 Proben verdorben

Die AK untersuchte Fleisch aus 20 Wiener Geschäften. Vier Proben waren verdorben.

Die Wiener Arbeiterkammer (AK) hat vorverpacktes bzw. offen verkauftes Putenfleisch in 13 Supermärkten und sieben Fachgeschäften unter die Lupe genommen. Das Testergebnis ist erschreckend: Vier von 20 Proben waren verdorben, neun mit Campylobacter-Keimen, zwei mit Salmonellen belastet. Die Kontrolleure maßen außerdem die Temperaturen der Produkte bzw. in den Geschäften nach: Sieben Produkte wiesen eine höhere Temperatur als vier Grad Celsius auf. Bei zwei Drittel der Supermärkte waren die angezeigten Vitrinentemperaturen niedriger als die tatsächlichen Temperaturen.

Pathogene Keime wie Salmonellen oder Campylobacter hätten sich bei zehn von 20 Proben gefunden, bei vier der Campylobacter-Isolate seien Resistenzen gegenüber einzelnen oder mehreren Antibiotika feststellbar gewesen, teilte die Arbeiterkammer am Freitag in einer Aussendung mit. Ein schwacher Trost: Die Untersuchung auf Rückstände von Antibiotika ergab bei keiner Fleisch-Probe einen nachweisbaren Rückstand. Das sei aus Konsumentensicht positiv zu werten, hieß es.

Probleme in Kühlkette

Probleme ortete die Kammer auch bei der Kühlkette: "Pute sollte nach den angegebenen Lagerbedingungen Temperaturen von maximal vier Grad Celsius aufweisen, bei zwei Supermarktprodukten war das nicht der Fall", berichtete AK-Experte Heinz Schöffl. Bei den Fachgeschäften wiesen fünf von sieben Produkte mehr als vier Grad Celsius auf, eines davon überschritt mit mehr als acht Grad Celsius sogar die gesetzlich vorgeschriebene maximale Lagertemperatur für Fleisch. Diese beträgt sieben Grad Celsius.

Auch die Supermarktvitrinen wurden kontrolliert. In acht der 13 Ablagen war die angezeigte Temperatur um bis zu drei Grad niedriger als die von den Prüfern gemessene. "Das zeigt, dass die eingebauten Anzeigegeräte bzw. die Positionierung der Temperaturfühler überprüft gehören, wenn damit eine seriöse Temperaturkontrolle erfolgen soll", wurde in der Aussendung gemahnt.

Mehr Kontrollen

Aufgrund der schlechten Testergebnisse forderte die Arbeiterkammer, bessere betriebliche Eigenkontrollen zur Sicherstellung der lückenlosen Einhaltung der Kühlkette. Weiters müsse der Antibiotika-Einsatz reduziert werden. Und die Konsumenten erinnerte Schöffl: "Küchen-Hygiene ist nach wie vor oberstes Prinzip bei rohen Lebensmitteln wie Geflügel, Eier oder Fleisch."

Außerdem heißt es aufpassen, denn: Keime können sich während der Lagerung oder bei der Zubereitung auch auf andere Lebensmittel übertragen. "Daher Schneidebrett, Messer und Co immer sehr heiß abwaschen oder in den Geschirrspüler geben", riet der AK-Experte. Rohe Lebensmittel, insbesondere Geflügel, müssen immer vollständig durcherhitzt werden, damit die Keime absterben.