Papierfachgeschäfte sind zu, die Diskonter verkaufen die Produkte weiter
© Bild: APA/HERBERT PFARRHOFERAppell an Spar, Lidl und Hofer: "Schränkt euer Sortiment ein!"
Covid-Verordnung: Wirtschaftsvertreter aus Niederösterreich protestieren gegen Lebensmittelketten: "Völlig inakzeptabel"
Eine Initiative des Wirtschaftsbundes Niederösterreich fordert in einem offenen Brief die Lebensmittelhändler Spar, Lidl und Hofer auf, sich an die Covid-Notmaßnahmeverordnung zu halten und ihr Sortiment einzuschränken. Um einen unfairen Wettbewerb zu verhindern, sollten Spielwaren, Konsumelektronik, Blumen oder Sportartikeln derzeit nicht angeboten werden.
„Wir appellieren an eure Solidarität und eure Reputation als verlässliche Partner: Haltet euch an die Anordnungen der Covid-19-Notmaßnahmenverordnung und schränkt euer Sortiment auf die typischen Produkte des Lebensmittelhandels ein. Der Verkauf von anderen Produktgruppen muss sofort eingestellt werden!", heißt es in dem offenen Brief. Unterzeichnet wurde er von Spitzenvertretern der niederösterreichischen Wirtschaft, allen voran Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger und Wirtschaftskammer-Präsident Wolfgang Ecker.
Typisches Warensortiment
Laut Verordnung dürfen im Lockdown nur Waren angeboten werden, die dem typischen Warensortiment des Lebensmittelhandels entsprechen. Spar, Lidl und Hofer stellten jedoch kürzlich in einer Aussendung klar, sich nicht an die Vorgaben der Regierung halten zu wollen, weil der Gesundheitsminister laut Covid-19-Maßnahmengesetz zwar eine Schließung von Geschäften verordnen kann, er jedoch keine Ermächtigung habe, bei denen, die geöffnet haben, eine Sortimentsbeschränkung vorzunehmen.
Spar, Hofer und Lidl wollen Sortiment nicht einschränken
Spar, Hofer und Lidl wollen ihr Sortiment im Corona-Lockdown nicht einschränken. Die Billa-Mutter Rewe verzichtet auf den Verkauf von Non-Food-Artikeln. Mit der ab Dienstag gültigen COVID-19-Notmaßnahmenverordnung dürfen Supermarktketten und Diskonter nur mehr ihr "typisches Warensortiment" anbieten. Beim ersten Lockdown führte der Verkauf von sogenannten Non-Food-Artikeln durch die Supermarktketten zu großem Unmut von anderen Händlern, die geschlossen halten mussten.Die kleineren Händler sehen das nicht ein. Im offenen Brief heißt es weiter: „Die Tatsache, dass ihr im Gegensatz zu anderen Mitbewerbern im Handel und der regionalen Nahversorgung euer Sortiment entgegen der geltenden Rechtslage nicht einschränkt, ist völlig inakzeptabel“, bringen die Unterstützer des offenen Briefes ihren Protest zum Ausdruck. „Mit diesem Verhalten setzt ihr nicht nur den Erfolg und die Wirkung des Lockdowns aufs Spiel. Es ist ein untauglicher Versuch auf Kosten anderer Händler euren Umsatz zu steigern und entbehrt jeglicher Solidarität gegenüber jenen Unternehmerinnen und Unternehmern, die ihre Geschäfte derzeit geschlossen halten müssen.“