Gefährliche Weihnachtsfallen für Vierbeiner
Was Menschenherzen höher schlagen lässt, kann Haustieren das Weihnachtfest bitter verderben.
Funkelnde Christbaumkugeln, Schokolade in glitzerndem Stanniolpapier und glänzende Geschenkbänder lassen zu Weihnachten nicht nur Menschenherzen höher schlagen - auch Haustiere fühlen sich von dem schillernden Beiwerk wie magisch angezogen. Tierschützer und Tierärzte warnen daher bereits im Vorfeld vor allfälligen Gefahren, die rund um Weihnachten auf Haustiere lauern können. Der KURIER hat die wichtigsten Tipps gesammelt, mit denen sich Tierleid verhindern lässt.
Christbaum und Co.
Haustiere sollten mit dem Christbaum nicht allein gelassen werden. Um zu verhindern, dass neugierige Vierbeiner diesen auf ihrer Erkundungsreise zu Fall bringen, sollte er fest im Ständer verankert sein, zusätzlich kann man ihn auch an den Wänden sichern.
Auch der Baumschmuck sollte möglichst tiergerecht ausgesucht werden. Gerade Hunde würden gern das eine oder andere Stück vom Baum stibitzen, weiß der Wiener Tierarzt Markus Haidacher.
Damit den Tieren hastig hinuntergewürgte Süßigkeiten in Stanniolpapier nicht schmerzhaft im Magen liegen, sollte man in Höhe der empfindlichen Hundenase besser darauf verzichten. Zudem enthält vor allem dunkle Schokolade reichlich Theobromin, das in größeren Mengen für Hund und Katz gefährlich werden kann.
Wenn sich nach der Bescherung Verpackungsmaterial in der Ecke stapelt , ist ebenfalls Vorsicht geboten. Verschluckte Geschenkbänder können zu Darmverschluss und damit zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen. Das gleiche gilt übrigens auch für Lametta.
Giftige Pflanzen
Eine andere Gefahrenquelle birgt eine Topfpflanze, die zu Weihnachten in vielen österreichischen Haushalten zu finden ist. Haidacher räumt in diesem Zusammenhang mit dem Mythos auf, dass sich Katzen instinktiv von giftigen Pflanzen fernhalten, denn „Katzen fressen so ziemlich alles, was ihnen unterkommt“, so der Mediziner zum KURIER.
Gerade rund um Weihnachten häuften sich in seiner Praxis demnach auch die Fälle von Vergiftungen, hervorgerufen meist durch Weihnachtssterne, die für die Samtpfoten hochgiftig sind - ebenso wie Stechpalme und Mistel. Erste Vergiftungssymptome sind starkes Erbrechen und Übelkeit. In diesem Falle ist ein Besuch beim Tierarzt dringend angeraten.
Sterblichkeit um Weihnachten erhöht
In seiner langjährigen Praxis als Tierarzt hat Haidacher beobachtet, dass sich rund um Weihnachten die Sterblichkeit von Haustieren erhöht. Das liege aber vor allem an den von der Natur gegebenen, äußeren Umständen - weniger Licht und niedrige Temperaturen können auf den Gesundheitszustand Einfluss nehmen. Betroffen seien daher auch vor allem ältere oder bereits durch eine Vorerkrankung geschwächte Tiere.
Kampagnen zeigen Wirkung
Erfreut zeigt sich der Experte über eine andere Sache: "Es kommt kaum mehr vor, dass der Onkel am Heiligen Abend überraschend mit einem Hundewelpen unter dem Christbaum steht", so Haidacher. Entsprechende Kampagnen hätten mittlerweile Wirkung gezeigt.
Zahlen und Fakten
In Österreich leben rund 700.000 Hunde und 1,6 Millionen Katzen.
Laut einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts Spectra, deren Ergebnisse heuer im März veröffentlicht wurden, haben fast 40 Prozent der Bevölkerung zumindest ein Haustier.
Am beliebtesten sind Katzen, gefolgt von Hunden, Nagetieren und Fischen.
Lesen Sie hier, wie Sie ihre Vierbeiner für die Silvesterknallerei rüsten können.
Wunschliste für vierbeinige Lieblinge: