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Nacht gegen Armut: „Es wäre genug für alle da“

Lerne geben und du wirst gerne leben – ein simpler (und doch unwiderlegbarer) Schüttelreim wie vom Abreißkalender.

Die simple Wahrheit freilich: Es schüttelt einen angesichts der Ungereimtheiten, die das grobe Missverhältnis zwischen „Öster-Reich“ und „Öster-Arm“ auch und just in unserem glücksbeschienenen Wohlfahrtsstaat offenbart.

Die klirrenden Daten und Fakten: 1.051.000 Menschen sind hierzulande „armutsgefährdet“ (13 Prozent der Gesamtbevölkerung), 253.000 davon Kinder und Jugendliche (bis 19 Jahre). 431.000 Mitbürger gelten als „manifest arm“ (5 Prozent von uns allen). Menschen, die nichts oder viel zu wenig zum Heizen, Wohnen, Kleiden und Essen haben ... Das darf doch auch einmal auf so einer „Gesellschaftsseite“ stehen, hm?

Vor allem, um uns selbst zu fragen: Auf welcher Seite der Gesellschaft stehen wir? Die 9. „Nacht gegen Armut“ der Volkshilfe im Wiener Rathaus (Schirmfrau Margit Fischer, die mit First Husband Heinz kam) stand erneut im Zeichen von Promis & Scheinwerfern. Im Sinn von: Promis werfen Scheine in die Spendenboxen. Beklemmend: der Auftritt von Ursula Strauss. Sie las original Ansuchen an die Volkshilfe vor – und hatte „schnell ermittelt“, woran es krankt: „10 Prozent besitzen 60 Prozent – das kann nicht länger gut gehen. Dabei wäre doch genug für alle da ...“