Hans Hass verschenkt Filme und Fotos

Porträt eines älteren Mannes mit grauem Haar und Bart.
Das Archiv des ersten Unterwasserfilmers ist in Wien zu sehen.

Als Hans Hass und seine Freunde 1939 die ersten Tauchgänge vor der Karibikinsel Curaçao unternahmen, „war es keine Selbstverständlichkeit, dass Meeresforscher nass wurden. Damals inspizierten die Wissenschaftler nur das, was in den Netzen der Fischer lag.“ Laut dem Meeresbiologen Michael Stachowitsch war Hans Hass der erste, der unter Wasser forschte, und Sakko und Krawatte gegen selbst gemachte Taucherbrille und Flossen tauschte.

Eine Sammlung von Büchern, Filmpostern und persönlichen Gegenständen von Hans Hass.
Vorlass von Hans Hass im NHM
Am Dienstag fand im Naturhistorischen Museum Wien ein Symposium zu Ehren der 94-jährigen Forscherlegende statt. Anlass war die Schenkung von Hass’ Nachlass an das Museum: Filme und Bücher, Notizbücher, Zeichnungen, Krankengeschichten, Auszeichnungen sowie Fotos von Hans Hass und seiner Frau Lotte.

Hass hatte 1937 während seiner Maturareise an der französischen Riviera das Harpunieren von Fischen unter Wasser erlernt. Daheim wollte ihm keiner glauben, dass so etwas möglich ist, daher begann er Beweise von seinen Tauchgängen mitzubringen – Fotos und Filme, auf denen er mit Haistock, Mantas, Pottwalen oder Walhaien zu sehen war. So wandelte sich Hass vom Jäger zum Fotojäger und weltberühmten Unterwasserfilmer.

Der „Fisch unter Fischen“ (O-Ton Hass) öffnete den Menschen daheim die Augen für die Welt unter dem Meeresspiegel.

Zuletzt ging Hass 2007 im Roten Meer tauchen, in Begleitung des Naturfilmers Erich Pröll. Der damals 88-jährige Hass tauchte vor Port Sudan und saß inmitten von Riffhaien auf dem Meeresboden. Pröll, bewegt: „Als ich vor 45 Jahren begonnen habe zu tauchen, wusste ich, wie ich mich Haien gegenüber verhalten muss. Aber warum wusste ich das? Wegen Hans Hass.“

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