Schüsse und Küsse auf der Croisette
Filmreife Ereignisse überschatten den Glanz und Glamour bei den Filmfestspielen: Neben einem spektakulären Juwelenraub löste eine Schießerei vor dem Hotel Martinez Massenpanik aus.
Ausnahmezustand. Den sind die Franzosen während der Filmfestspiele gewöhnt. Menschenansammlungen, Verkehrschaos und Party-Gedröhne gehören dazu. Doch die Szenen, die sich in den vergangenen Tagen in Cannes abgespielt haben, bekommt man sonst nur auf der Leinwand zu sehen.
Entwarnung gab es erst 30 Minuten später: Ein 42-jähriger Mann, der mit einer Granaten-Attrappe und einem Klappmesser bewaffnet war, hatte mit einer Schreckpistole geschossen. Er konnte von der Polizei zum Glück überwältigt und abgeführt werden.
"Es war beängstigend."
Und auch Caroline Scheufele-Gruosi braucht Erholung – von einem Ereignis, das nur wenige Stunden davor stattgefunden hat: Nachdem die Chopard-Präsidentin Donnerstagabend mit Colin Firth die „Trophee Chopard“ an die Nachwuchstalente Blanca Suarez und Jeremy Irvine überreicht hatte, wurde der Zimmersafe eines Mitarbeiters im Hotel herausgebrochen: Schmuck im Wert von 1,1 Millionen Euro, so die Ermittler, wurde gestohlen.
Während des Juwelenraubs feierten die VIP-Gäste des Nobeljuweliers nichtsahnend bei der Aftershow-Party im Hotel Martinez. Auch Topmodel Cara Delevingne (20) mischte sich mit vier jungen Männern im Schlepptau unter das feiernde Volk und tanzte ausgelassen bis in den frühen Morgen. Colin Firth zählte hingegen nicht zu den Party-Tigern dieser Nacht: Der „The King’s Speech“-Star ergriff nach einer halben Stunde mit seiner Frau Livia die Flucht.
Steven Spielberg, der heuer den Jury-Vorsitz hat, wurde bisher auf keiner Party gesichtet: Der Oscar-gekrönte Regisseur verbringt lieber Zeit mit Ehefrau und Freunden auf seiner eigenen Yacht, die im Hafen von Cannes ankert.