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Das letzte Juwel Thailands: Ex-Königin Sirikit wird 90

Keine Frage: Die Monarchie Thailands steckt in einer tiefen Krise. Der seit 2016 amtierende Regent, Rama X. (70), vermutlich der reichste König der Welt (mit rund 68 Milliarden Euro Gesamtvermögen), ist bei seinem Volk extrem unbeliebt, seit er mit angeblich mehreren Frauen die meiste Zeit in Saus und Braus in Bayern residiert.

Die politische Lage in seiner Heimat ist noch dramatischer: Es herrscht keine Meinungsfreiheit, Kritik am Palast wird mit bis zu 15 Jahren Gefängnis geahndet, Aktivisten fordern (bisher vergeblich) Reformen, Widerstände werden vom Militär rigoros unterbunden. Was für ein Filmriss, wenn man das Rad der Zeit nur ein wenig zurückdreht ...

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Österreicher in ihren mittleren 60ern kriegen, wenn sie an die mittleren 60er Österreichs denken, heute noch große Kinderaugen. 1964 war’s, als viele noch „Siam“ zu Thailand sagten, da besuchten König Bhumipol (offiziell Rama IX., 2016 mit 88) und seine Gemahlin Sirikit (heute, Freitag, 90) anlässlich ihres mehrtägigen Aufenthalts Rathaus, Belvedere und das SOS-Kinderdorf in der Hinterbrühl.

Gemma Sirikit schau’n!

Die exotische Anmut des Gastes (offizieller Name: Somdet Phra Nang Chao Sirikit Phra Borommarachininat Phra Borommaracha Chanini Phanpi Luang) verzückte die Massen. Das Motto hieß: „Gemma Sirikit schau’n!“

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Doch nicht nur ihr Äußeres beeindruckte. Sirikit, was so viel wie Schönheit und Ehre bedeutet, stand zeitlebens auch für Güte und Weisheit. Beides scheint ihren Millionen Anhängern von zeitloser Gültigkeit, obwohl sich die „Mutter aller Thailänder“ seit ihrem Schlaganfall, den sie während eines Gymnastik-Programms 2012 erlitt, nahezu gänzlich rar macht.

Ihr Weg klingt märchenhaft: Als ihr Vater Botschafter in Frankreich, später in Dänemark und in England wurde, lernte sie Welt, Weltsprachen und Weltgewandtheit.

In Paris begegnete Sirikit 1947 zum ersten Mal Bhumibol Adulyadej, dem späteren König. Die beiden sind durch ihre blaublütige Abstammung entfernt verwandt. Nach Bhumibols schwerem Autounfall 1948 bei Lausanne besuchte ihn Sirikit, noch Studentin in Genf, oft im Krankenhaus.

Es entwickelte sich eine Beziehung, die im Juli 1949 zur Verlobung und dann zur Heirat am 28. April 1950 im Sra-Pathum-Palast Bangkoks führte. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Prinzessin Ubol Ratana (71), der spätere König Maha (70), Prinzessin Sirindhorn (66) und Prinzessin Chulabhorn (54).

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Sirikit trat stets fürs Volk – und damit gegen alle militärischen Putschisten und Machthaber – auf den Plan. Sie darf, bei all dem Reichtum der Dynastie, mit Fug und Recht als „letztes Juwel Thailands“ bezeichnet werden – welch ein seltenes Adelsprädikat!