„Hatten eine reelle Chance auf das Viertelfinale“
Teamchef Manny Viveiros bilanzierte nach der Vorrunde Österreichs Leistungen und macht einen Ausblick.
Österreichs Eishockey-Team machte bei der WM mit den Siegen gegen Lettland und Vizeweltmeister Slowakei auf sich aufmerksam. Auch wenn es mit Punkten nicht geklappt hat, waren die Leistungen bei den Niederlagen gegen die USA, Frankreich und Deutschland ansprechend. Erstmals seit der WM 2004 in Prag scheint es für das Nationalteam wieder aufwärts zu gehen. Einer der Hauptgründe dafür trägt den Namen Manny Viveiros und ist Teamchef. Der Austro-Kanadier übernahm das Team 2011 nach dem Abstieg bei der WM in der Slowakei und hat vieles zum Positiven geändert. Zum Abschluss der Vorrunde sprach der 47-Jährige über ...
... den Spielplan Wir sind beim 2:7 gegen die Finnen komplett leer gewesen. Wenn du müde bist, dann läufst du immer einen Schritt hinterher. Mit nur einem Tag Pause kann man die Akkus nicht aufladen. Dieses Programm mit sieben Spielen in neun Tagen ist wirklich hart. Und als Aufsteiger hast du den schlechtesten Spielplan.
... die vergebenen Chancen Wir hatten viele gute Möglichkeiten. Wir haben aber nur wenige Scorer. Von den Teamspielern war in der Liga Altmann als Verteidiger drittbester Scorer. Es fehlen Leute wie Thomas Raffl, Michael Grabner, Andreas Nödl, Stefan Geier und Matthias Trattnig. Insgesamt hatten wir eine reelle Chance auf das Viertelfinale. Außer gegen Finnland waren die Partien immer ganz eng.
... das neue Teamgefüge Einstellung und Mentalität der Spieler haben sich stark geändert. Sie haben jede Sekunde bis zum Ende gekämpft.
... die Rahmenbedingungen für die Spieler Die Betreuung für die Spieler war auf NHL-Niveau. Wir haben mit jedem Spieler ausgemacht, dass er zu mir kommt, wenn es Unzufriedenheiten gibt. Es hat sich keiner gemeldet.
... künftige Aufgaben Wir müssen uns überall verbessern. Wir werden jetzt beim Nachwuchs beginnen, bei den Teams ab der Unter 16. Wir brauchen in allen Nationalmannschaften die gleiche Spielphilosophie.
... nachrückende Talente 18, 19-Jährige müssten ganz spezielle Spieler sein, damit sie bei einer A-WM zum Einsatz kommen können. Der körperliche Unterschied zu den 100-Kilo-Gegenspielern ist zu groß. Das wird gefährlich. Aber unsere Jungen sind nicht weit weg. Österreichs Problem ist, dass nur fünf, sechs Spieler aus dieser Altersgruppe rauskommen. In Frankreich gibt es von der U 20 abwärts mehr als 9000 Spieler. Wir haben 2300. Deutschland hat 20.000. Verband und Klubs müssen darauf schauen, dass mehr Kinder zum Eishockey kommen. Ich kann aus 30 bis 40 Spielern die Auswahl nominieren. Es sollten aber 100 sein.