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APA12616352 - 06052013 - HELSINKI - FINNLAND: IIHF EISHOCKEY-WELTMEISTERSCHAFT GRUPPE H - Coach Manny Viveiros (AUT) am Montag, 6. Mai 2013, während einer Trainingseinheit des österreichischen Eishockeyteams in der Hartwall-Arena in Helsinki. +++EDITORIAL USE ONLY+++ APA-FOTO: HELMUT FOHRINGER © Bild: APA/HELMUT FOHRINGER
Eishockey-WM
14.05.2013

„Hatten eine reelle Chance auf das Viertelfinale“

Teamchef Manny Viveiros bilanzierte nach der Vorrunde Österreichs Leistungen und macht einen Ausblick.

Österreichs Eishockey-Team machte bei der WM mit den Siegen gegen Lettland und Vizeweltmeister Slowakei auf sich aufmerksam. Auch wenn es mit Punkten nicht geklappt hat, waren die Leistungen bei den Niederlagen gegen die USA, Frankreich und Deutschland ansprechend. Erstmals seit der WM 2004 in Prag scheint es für das Nationalteam wieder aufwärts zu gehen. Einer der Hauptgründe dafür trägt den Namen Manny Viveiros und ist Teamchef. Der Austro-Kanadier übernahm das Team 2011 nach dem Abstieg bei der WM in der Slowakei und hat vieles zum Positiven geändert. Zum Abschluss der Vorrunde sprach der 47-Jährige über ...

... den Spielplan Wir sind beim 2:7 gegen die Finnen komplett leer gewesen. Wenn du müde bist, dann läufst du immer einen Schritt hinterher. Mit nur einem Tag Pause kann man die Akkus nicht aufladen. Dieses Programm mit sieben Spielen in neun Tagen ist wirklich hart. Und als Aufsteiger hast du den schlechtesten Spielplan.

... die vergebenen Chancen Wir hatten viele gute Möglichkeiten. Wir haben aber nur wenige Scorer. Von den Teamspielern war in der Liga Altmann als Verteidiger drittbester Scorer. Es fehlen Leute wie Thomas Raffl, Michael Grabner, Andreas Nödl, Stefan Geier und Matthias Trattnig. Insgesamt hatten wir eine reelle Chance auf das Viertelfinale. Außer gegen Finnland waren die Partien immer ganz eng.

epa03696401 Goalkeeper Antti Raanta (L) of Finland in action against Thomas Vanek (R ) of Austria during the 2013 Ice Hockey IIHF World Championship preliminary round match between the Finland and Austria at Hartwall Arena in Helsinki, Finland, 11 May 2013. EPA/MAURI RATILAINEN FINLAND OUT © Bild: APA/MAURI RATILAINEN
... Thomas Vanek Er spielt wie in der NHL. Wenn man solche Leute im Team hat, dann muss man ihnen auch mehr Freiheiten geben. Klar müssen defensiv starke Sturmkollegen dabei sein. Das ist bei den Russen mit Ilja Kowaltschuk genauso. In einem Spiel habe ich mir gedacht, warum schießen wir die Scheibe weg, derweil war Vanek vorne und hatte einen Alleingang auf das Tor. Er hat diesen Instinkt.

... das neue Teamgefüge Einstellung und Mentalität der Spieler haben sich stark geändert. Sie haben jede Sekunde bis zum Ende gekämpft.

... die Rahmenbedingungen für die Spieler Die Betreuung für die Spieler war auf NHL-Niveau. Wir haben mit jedem Spieler ausgemacht, dass er zu mir kommt, wenn es Unzufriedenheiten gibt. Es hat sich keiner gemeldet.

APA12706548 - 12052013 - HELSINKI - FINNLAND: IIHF EISHOCKEY-WELTMEISTERSCHAFT GRUPPE H - Coach Manny Viveiros am Sonntag, 12. Mai 2013, während einer Pressekonferenz des ÖEHV in Helsinki. +++EDITORIAL USE ONLY+++ APA-FOTO: HELMUT FOHRINGER © Bild: APA/HELMUT FOHRINGER
... das neue Spielsystem Mit einem Mann-gegen-Mann-System hätten wir gegen so talentierte Spieler keine Chance. Wir übergeben in den Zonen und lassen Schüsse hauptsächlich von außen zu. Wir haben jetzt unser System und unsere Identität gefunden. Für Spieler, die einmal nicht dabei sind, wird es dann leichter, wenn sie wieder zurückkommen.

... künftige Aufgaben Wir müssen uns überall verbessern. Wir werden jetzt beim Nachwuchs beginnen, bei den Teams ab der Unter 16. Wir brauchen in allen Nationalmannschaften die gleiche Spielphilosophie.

... nachrückende Talente 18, 19-Jährige müssten ganz spezielle Spieler sein, damit sie bei einer A-WM zum Einsatz kommen können. Der körperliche Unterschied zu den 100-Kilo-Gegenspielern ist zu groß. Das wird gefährlich. Aber unsere Jungen sind nicht weit weg. Österreichs Problem ist, dass nur fünf, sechs Spieler aus dieser Altersgruppe rauskommen. In Frankreich gibt es von der U 20 abwärts mehr als 9000 Spieler. Wir haben 2300. Deutschland hat 20.000. Verband und Klubs müssen darauf schauen, dass mehr Kinder zum Eishockey kommen. Ich kann aus 30 bis 40 Spielern die Auswahl nominieren. Es sollten aber 100 sein.