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Bernie Ecclestone stimmt mit den Fahrern überein. © Bild: APA/AFP/Tom Gandolfini
Formel 1
24.03.2016

Ecclestone stellt sich auf Seite der Fahrer

Der offene Brief der Formel-1-Fahrer stößt nur bedingt auf Unterstützung

Am Mittwoch veröffentlichte die Gewerkschaft der Formel-1-Fahrer GPDA einen offenen Brief an die Verantwortlichen der Formel 1, in dem die Piloten geschlossen zu Reformen im Sport aufrufen. Der Entscheidungsfindungsprozess sei überholt und fehlkonstruiert und stehe dem Fortschritt im Weg, heißt es unter anderem in dem auf Twitter veröffentlichten Schreiben.

Die Reaktion der FIA auf diesen Brief war mit Spannung erwartet worden. Überraschend stellte sich Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone auf die Seite der Fahrer. Die englische BBC zitierte aus einem Schreiben Ecclestones: "Es ist nicht immer einfach mit euch überein zu kommen, aber ihr habt recht. Wir ihr angeregt habt, müssen wir die Besitzer und Anteilseigener der Formel 1 dazu bringen, die Führungsstruktur zu überdenken."

Die Reaktion der FIA fiel jedoch wenig überraschend nicht sonderlich positiv aus. Formel-1-Rennleiter Charlie Whiting erklärte, dass die Formel-1-Fahrer bereits umfangreiche Mitspracherechte hätten, diese jedoch nicht nutzen würden. "Zu den Treffen der Technischen und Sportlichen Arbeitsgruppe sind die Fahrer immer eingeladen", erklärte Whiting. "Das wird allerdings kaum wahrgenommen." Deshalb glaubt Whiting auch nicht, dass die Fahrer mehr Mitspracherecht erhalten sollten. "Sie haben viele, viele Gelegenheiten, mit uns über die Regeln zu sprechen."

epa04440101 International Automobile Federation (FIA) race director Charlie Whiting holds a press conference at the Sochi Autodrom circuit, in Sochi, Russia, 10 October 2014. The 2014 Formula One Grand Prix of Russia will take place on 12 October 2014. EPA/YURI KOCHETKOV © Bild: APA/EPA/YURI KOCHETKOV

Auf die Fahrer wird nicht gehört

Damit widerspricht Whiting der unter anderem von Weltmeister Lewis Hamilton geäußerten Kritik, dass auf die Meinungen der Fahrer in der Formel 1 nicht gehört werde. Am Rande des Melbourne-Grand-Prix hatten sich zahlreiche Fahrer beklagt, dass die FIA ihre Warnungen bezüglich des neuen Qualifyings in den Wind geschlagen hätte. Aber auch aus dem Fiasko von Australien scheinen die Verantwortlichen nichts gelernt zu haben: Für den Grand Prix von Bahrain laut Ecclestone in Erwägung gezogen, das in Melbourne grandios gescheiterte Qualifying-System leicht abgewandelt erneut zum Einsatz zu bringen.

Aufsehen erregte unterdessen die am Donnerstag erfolgte Bekanntgabe, dass die Formel 1 in einem ihrer Mutterländer, in Großbritannien, ab 2019 ausschließlich im Pay-TV zu sehen sein wird. Angesichts ständig sinkender Zuschauerzahlen kritisieren zahlreiche Fans in den sozialen Medien die Entscheidung, die Königsklasse in Zukunft nur noch kostenpflichtig auszustrahlen.

epa03857867 Formula One fans celebrate during the podium ceremony of the Grand Prix of Italy at the Italian Formula One circuit in Monza, Italy, 08 September 2013. EPA/DANIEL DAL ZENNARO © Bild: EPA/DANIEL DAL ZENNARO
Nicht weniger besorgniserregend ist die Entwicklung für eine der letzten Traditionsrennstrecken im Kalender: Der Große Preis von Italien in Monza ist in akuter Gefahr. Weil sich die Rennstreckenbetreiber nicht mit Formel-1-Promoter Ecclestone einig werden, könnte das Rennen am 4. September das letzte in Monza sein. Angelo Damiani, Präsident des italienischen Automobilclubs CSAI, erklärte der ZeitungIl Fatto Quotidiano, dass es "keinen Spielraum mehr für Verhandlungen" gebe. Monza ist die einzige Strecke im Kalender, auf der seit 1950 (mit einer Ausnahme wegen Umbauten) in jedem Jahr ein Formel-1-Grand-Prix durchgeführt wurde.