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© Bild: EPA
Sport/Motorsport
27.05.2012

Lokalaugenschein in Monaco

Nirgendwo sind Fans und Stars der Formel 1 einander so nahe wie in Monaco. Zu Kontakten kommt es aber nur selten.

Es ist friedlich in dem kleinen Park gegenüber dem Casino. Menschen sitzen kurzärmelig vor dem Kaffeehaus und plaudern, eine Ente watschelt über die Wiese, eine Mutter schiebt einen Kinderwagen über den Weg. Doch plötzlich verstummen die Gespräche, die Ente flattert auf, die Mutter hält ihrem Baby panisch die Ohren zu. Hinter der blauen Plane fährt mit abartiger Lautstärke der Marussia von Charles Pic vorbei, der das Qualifying eröffnet hat.

Monaco ist eine angenehme Stadt. Doch am Rennwochenende kann sich niemand der Formel 1 entziehen. Der Lärm wird von den Häusern reflektiert und bis in die hintersten Gassen der Stadt getragen.

Gemütlich

Doch für die Fans ist der Höllenlärm Musik. Etwa für die Mitglieder des Fernando-Alonso-Fanclubs. Das Geld für die teuren Eintrittskarten haben sich die Spanier gespart und dafür in komfortable Campingsessel gesteckt, die sie am Hügel oberhalb der Rascasse-Kurve aufgestellt haben.

Durch Ferngläser versuchen sie einen Blick auf ihr Idol zu werfen. Andere haben sich am Geländer der Pont Sainte-Dévote postiert, wo weit unten etwa 30 Meter der Rennstrecke erkennbar sind. Durch die Straßen promenieren die Fans, vorbei an Porsche und Ferrari, vorüber an den Schaufenstern von Gucci und Chanel, hinein in ein kleines Gasthaus. Der Wirt legt Wert auf die Feststellung, dass er seine Preise trotz der Formel 1 nicht erhöht hat, und dass einmal sogar schon Lewis Hamilton eine Pizza abgeholt habe. Ungläubiges Staunen.

Alles ums Eck

Der McLaren-Pilot gehört neuerdings auch zur Riege der Formel-1-Piloten, die ihren Wohnsitz ins Fürstentum verlegt haben. Aus steuerlichen Gründen, natürlich. Doch auch die Lebensqualität ist hoch. Die Weltstars können sich im Alltag frei bewegen. Es gibt wenig Paparazzi, die Privatsphäre wird respektiert. "Auch in der Schweiz, wo ich vorher gelebt habe, war’s schön", sagt Hamilton. "Aber ich musste für jeden Weg ins Auto steigen. In Monaco ist alles ums Eck – ein Fitnesscenter, ein Restaurant. Alles. Und das Wetter ist schön."

Doch kein Fahrer kennt das Leben in Sonnenschein und Luxus so gut, wie Nico Rosberg. Der Sohn des früheren Formel-1-Weltmeisters Keke Rosberg wuchs hier auf, sein Schulbus fuhr durch den berühmten Tunnel am Hafen. "Aus meiner Wohnung, in der ich das ganze Jahr lebe, fahre ich mit dem Motorroller an die Strecke", sagt der Deutsche. "Und dann in meinem Silberpfeil mit 300 über meine Straßen. Das ist schon cool."

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