Michaels-Beerbaum nach 15 Jahren wieder in Wien
15 Jahre ist es her, da hat sie noch unverheiratet und noch für die USA den Großen Preis in der Wiener Stadthalle gewonnen.
Mittlerweile ist Meredith Michaels-Beerbaum seit Jahren für Deutschland am Start und zählt zur absoluten Welt-Elite. Die 42-Jährige ist erst am Sonntag nach Wien gekommen, dafür mit ihrem derzeit stärksten Pferd, dem 16-jährigen Checkmate.
Sie zählt wie 1996 zum Favoritenkreis für den mit 85.000 Euro dotierten "Amedia-Hotels-Grand-Prix" am Montag (20.00 Uhr/live ORF Sport +). "Damals habe ich mit Just do it den Großen Preis gewonnen, ich freue mich, wieder hier zu sein", erinnert sich Michaels-Beerbaum, deren Ehemann Markus Beerbaum derzeit mehr als Trainer arbeitet und sich auch um die zweijährige Tochter der beiden kümmert. "In der Zwischenzeit habe ich viel Erfolg im Springsport gehabt", freut sich Michaels-Beerbaum, die beim ersten Einsatz in der "Vienna Ladies Trophy" am Sonntag zwar nur Rang neun belegte. Dennoch sollte sie am Montag ganz vorne mitmischen können.
"Es wäre schön, wenn ich das wieder gewinnen könnte. Checkmate ist ähnlich wie damals Just do it. Er hat letztes Jahr die WM-Goldmedaille gewonnen, und hat dieses Jahr wegen einer Verletzung lange pausiert", erklärte die aus Los Angeles stammende, aktuelle Nummer 35 der Welt. Nun sei Checkmate wieder gut in Schuss und frisch, Wien wird der erste Große Preis in diesem Jahr für ihr Erfolgspferd. Trotz der bereits 16 Jahre, die der Wallach auf dem "Buckel" hat, will Michaels-Beerbaum noch länger auf ihn setzen. "Mein Shutterfly ist mit 18 noch gelaufen und ich habe einen frischen Eindruck von ihm."
Doch auch für die Zukunft hat die weltbeste Amazone mit der erst achtjährigen Bella Donna eine vielversprechende Stute im Stall stehen. Michaels-Beerbaum hatte es 1999 als erste Frau ins deutsche Nationalteam geschafft, darauf ist sie heute noch stolz. 2004 führte sie als erste Reiterin auch die Weltrangliste an. Ihre Erfolgsliste ist lang, allein vier Goldmedaillen bei Weltreiterspielen und Europameisterschaften (drei mit der Mannschaft, sowie Einzeltitel EM 2007) hat sie zu Buche stehen. Bei den Olympischen Spielen 2012 will Michaels-Beerbaum endlich die ihr noch fehlende Olympia-Medaille holen. "Gold. Das ist das Ziel", stellt sie ihr Ziel ganz klar fest.
Zunächst steht aber der Grand Prix beim Wiener Pferdefest auf dem Programm. Und auch hier schläft die Konkurrenz nicht. "Es sind ein paar richtig gute Reiter hier. Absoluter Favorit ist Pius Schwizer, der hat in Helsinki und Oslo die Weltcups gewonnen", glaubt die Deutsche, die wie die anderen Damen die Idee begrüßt, bei Turnieren auch einmal einen reinen Frauen-Bewerb abzuhalten. "Es ist schön für uns Frauen, wenn wir nicht immer gegen Männer reiten müssen. Ich würde mir mehr solche Springen wünschen."
Einer ihrer schärfsten Konkurrenten wird am Montag auch der vierfache Wien-GP-Sieger Beat Mändli sein. "Ich hoffe, es wird der fünfte Titel", meinte der Schweizer auf die Frage nach seinen Erwartungen. "Ich habe mit Louis mein bestes Pferd hier." Immer noch einer seiner Konkurrenten ist der 69-jährige Hugo Simon. "In unserem Sport ist vieles möglich und der Hugo zeigt immer wieder, dass er gut drauf ist. Die Konkurrenz ist sehr gut, leider hat man eine noch einfliegen müssen", meinte Mändli grinsend in Richtung Michaels-Beerbaum.
Nur noch zuschauen wird am Montag übrigens Österreich "rookie of the year" Stefanie Bistan. Die Tirolerin gönnt ihrer zehnjährigen Stute Juvina nach ausgezeichneten Leistungen eine Pause. "Der Grand Prix war nie auf dem Plan. Aber wir waren im Eröffnungsspringen, im Derby und heute wieder null - besser hätte es nicht laufen können", freute sich die 19-Jährige, die wie Stefan Eder in Lamprechtshausen trainiert, und fügte ehrlich hinzu: "Der Grand wäre noch einen Tick zu schwer für mich."