freizeit.at kurier.at events.at motor.at futurezone.at film.at k.at kurier.tv profil.at lust-auf-oesterreich.at phase6 Lernhaus BAZAR IMMMO Partnersuche Spiele
© Bild: Kurier/Andreas Heidenreich
Sport/Fußball
25.05.2012

Weiter Wirbel um Dragovic

Der Schweiz-Legionär brachte sich mit blöden Aktionen und dummen Sprüchen in die Bredouille.

Viel ist passiert um Aleksandar Dragovic in den vergangenen eineinhalb Jahren. Seit seinem Transfer von der Wiener Austria zum FC Basel im Jänner 2011 hat der heute 21-Jährige die Höhen des Fußballerlebens kennengelernt. Zwei Meistertitel, einen Cupsieg und den Einzug ins Achtelfinale der Champions League kann der Innenverteidiger vorweisen. Er wurde mit Lob überschüttet, nachdem er in der Königsklasse zur Höchstform aufgelaufen war und Weltstars wie Wayne Rooney kaltgestellt hatte, wird von europäischen Vereinen umworben und der Blick wählte ihn gar zum Schweizer Spieler des Monats Februar.

Überschwang

Viel Jubel und viel Trubel also, und allzu viel Heiterkeit. Da kann es dann schon einmal vorkommen, dass ein Jungstar im Überschwang der Gefühle über die Stränge schlägt. Dragovic hat das in den letzten Wochen gleich mehrmals getan: Erst am 29. April, als er bei der ersten Meisterfeier am Basler Barfüsserplatz eine pyrotechnische Fackel zündete. Das zweite Mal, als er am 17. Mai bei der Medaillenübergabe nach dem Schweizer Cupsieg Sport- und Verteidigungsminister Ueli Maurer mehrmals vor laufenden Kameras von hinten auf die Glatze tätschelte, um dann mit Unschuldsmiene die Verantwortung von sich zu weisen.

Und zu schlechter Letzt hat Dragovic auch nicht gerade clever reagiert, als er bei der zweiten Meisterfeier um 1 Uhr morgens in der Nacht auf Donnerstag in leicht alkoholisiertem Zustand – wie er selbst gesteht – folgendes Statement zu den Kopfnüsschen für den Politiker abgegeben hat:

Dieser Ueli Maurer, oder wie der auch immer heißt. Ich kann mich nur bei ihm entschuldigen – auch wenn es sehr, sehr schwerfällt. Aber ich muss es leider tun wegen dem Verein. Aber innerlich, und das weiß glaube ich jeder, hat es sehr, sehr viel Spaß gemacht. Und ich glaube, jeder von euch hat gelacht.

Geldstrafe

In der Schweiz freilich fanden den Lausbubenstreich nicht alle so witzig wie Dragovic. Der Österreicher wurde in den Medien als Flegel beschimpft, mittlerweile fordern Schweizer Politiker bereits eine 10-Spiele-Sperre für Dragovic.

Eine Sperre scheint durch die Statuten der Schweizer Liga nicht gedeckt, allerdings verhängte der FC Basel über Dragovic die zweite Geldstrafe binnen weniger Tage. "Diese Aktion jetzt war nicht so toll", erklärt Basels Sportkoordinator Georg Heitz auf KURIER-Anfrage, "die Spieler müssen lernen, dass sie im Erfolg ein wenig zurückhaltender sind. Aber der Drago ist kein Böser."

Diesen Eindruck dürfte auch Ueli Maurer gewonnen haben, der Politiker lud Dragovic am Freitag zu sich ins Büro nach Bern. Dort wurde die Tätschel-Affäre ausgeräumt, und damit hat sich die heikle Sache auch für den FC Basel erledigt. Heitz: "Er hat sich persönlich entschuldigt."

Gesprächsbedarf

Die Aufregung rund um Aleksandar Dragovic wurde auch in Seefeld zum Thema. Marcel Koller war zwar über die jüngsten Entwicklungen noch nicht informiert ("ich höre hier nicht Schweizer Radio"), er zeigte sich allerdings irritiert. "Das finde ich nicht gut. So einen Spaß macht man normal unter Teamspielern, aber das war eine unüberlegte Aktion. Er muss das verantworten."

Koller wird Dragovic, der nach seinem Besuch in Bern am Samstag ins Teamcamp in Seefeld einrückt, zu einem Vieraugengespräch bitten. "Er wäre besser auf der Bremse gestanden."

Mehr zum Thema

  • Bilder

  • Kommentar

  • Hauptartikel