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© Bild: APA/MARKUS LEODOLTER
Sport/Fußball
24.05.2012

Warum sich Foda für Kaiserslautern entschied

Für den Ex-Sturm-Coach ist ein deutscher Zweitligist attraktiver als ein österreichischer Erstligist.

Franco Foda hatte ein himmlisches Vergnügen, als er Mittwoch Vormittag einen ersten Einsatz bei den Roten Teufeln hatte. Die Roten Teufel? So wird der Bundesliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern genannt, der den ehemaligen Sturm-Trainer am Mittwoch öffentlich präsentierte. Aus allen Wolken gefallen sind hingegen zuletzt die Funktionäre von Austria Wien, die den Deutschen eigentlich in Wien vorstellen wollten.

Hoch hinaus will Foda aber nun mit dem Bundesliga-Absteiger, der sofortige Wiederaufstieg ist das Ziel. " Kaiserslautern ist etwas Besonderes, deshalb müssen die Spieler auch was Besonderes leisten", sagte Foda bei seiner Antrittsrede.

Etwas Besonderes? Warum entschied sich Foda für Kaiserslautern und gegen die Austria? Fakt ist, dass er in Österreichs höchster Liga mit der Austria um den Meistertitel mitspielen hätte können (zumindest hofft man dies in Favoriten).

Sollten die Pfälzer nicht überraschend Cupsieger werden, werden sie aber auch in der Europacup-Saison 2013/2014 nicht vertreten sein; in der kommenden sind sie – wie auch die Austria – sowieso nur Zuschauer.

Der 46-Jährige wollte die Chance nützen, um auf dem deutschen Markt zu landen. Und klappt mit Kaiserslautern der Aufstieg, spielt Sturms Meistercoach in der Bundesliga und hat sich obendrein für die ganz großen Klubs empfohlen.

Fan-Vergleich

In Kaiserslautern werden mehr Anhänger über Siege jubeln: 50.000 Zuschauer passen ins Fritz-Walter-Stadion, der noch immer als die Festung Betzenberg gilt, wo die Atmosphäre einzigartig ist. Der Zuschauerschnitt betrug in der abgelaufenen Bundesliga-Saison 42.434.

In Austrias Generali-Arena in Wien passen 13.400 Fans, der Zuschauerschnitt der vergangenen Saison betrug 8277. Nummer eins in Österreich ist übrigens Rapid mit 16.353 vor Fodas Ex-Klub Sturm Graz (ø 10.827). Der Zuschauerschnitt in Österreichs höchster Liga betrug zuletzt 7182, selbst in der 2. Deutschen Liga kamen in der Saison 2011/’12 durchschnittlich 10.000 Fußballfreunde mehr (ø  17.242).

Zahlen-Vergleich

© Bild: dapd

15 Millionen Euro betrug im vergangenen Jahr der Spieleretat bei Kaiserslautern, in der kommenden Zweitliga-Saison werden es zehn Millionen sein. Die Austria hat für die nächste Saison wie schon in der vergangenen ein Gesamtbudget von 18 Millionen Euro, für die Kampfmannschaft werden davon rund zwei Drittel budgetiert. Austrias Gesamt-Umsatz betrug 2010/2011 23,38 Millionen Euro, jener von Kaiserslautern 47,8 Millionen. In der bisher letzten Zweitliga­saison 2009/2010 lag er bei 27,3 Millionen. Der gesamte Personalaufwand betrug 2011/2012 bei der Austria 10,75 Millionen, bei Kaiserslautern 22 Millionen.

Die Fernsehstationen zahlen in Deutschland wesentlich mehr. Rund 378 Millionen Euro wurden an die 18 Klubs nach Leistungskriterien überwiesen. Absteiger Kaiserslautern erhielt rund 15 Millionen. In Liga 2 wird es weniger als die Hälfte sein. In Österreich bekommt die Bundesliga rund 18 Millionen pro Jahr. Davon erhält die Austria einen Sockelbetrag plus Geld aus dem Österreicher-Topf, der aus den TV-Geldern finanziert wird.

Diese Zahlen werden Foda egal sein. Das Gehalt spricht für Kaiserslautern: Foda wird wesentlich mehr verdienen als bei der Austria – eine Million Euro brutto pro Jahr wird kolportiert.

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