Von Heesen stellt sich die Sinnfrage
Erste Liga: Die Lustenauer Austria bleibt Titelfavorit, Absteiger Kapfenberg abgeschlagen.
Am Freitag untermauerten die Vorarlberger eindrucksvoll ihre Favoritenrolle in der Ersten Liga. Im Duell mit dem Zweiten St. Pölten setzten sich die Schützlinge von Trainer Helgi Kolvidsson im Reichshofstadion mit 3:0 durch und führen nun die Tabelle mit drei Punkten Vorsprung an.
St. Pölten präsentierte sich vor 5700 Zuschauern nicht unbedingt als schwächere Mannschaft. Den Unterschied zugunsten der Hausherren machte die größere Effizienz aus. Während St. Pöltens Spanier Gorka nach zehn Minuten nur die Latte traf, wuchtete Dürr eine zu kurze Kopfballabwehr der Gäste aus knapp 20 Metern ins Netz. St. Pölten kam weiterhin zu Angriffen, getroffen hat jedoch nur noch der Austro-Brasilianer Thiago zwei Mal.
Die Lustenauer haben in dieser Saison erst einmal nicht gewonnen – beim 2:2 gegen Grödig bekam das Team auch die einzigen Gegentore in der laufenden, sechs Runden alten Saison.
Es ist die Mischung, die diese Mannschaft ausmacht. In der Verteidigung hat man mit Jürgen Patocka einen Routinier geholt, der auch in der Bundesliga noch für den einen oder anderen Klub eine Verstärkung wäre.
Dazu wurde mit Patrick Salomon ein Spieler zurückgeholt, der nicht nur torgefährlich ist, sondern auch das Spiel gestalten kann. Stürmer Thiago, der den Kameruner Pierre Boya (will den Klub verlassen) ersetzt, erlebt seinen zweiten Frühling in Lustenau. Die größte Überraschung ist aber der 22-jährige Jan Zwischenbrugger, der vor zwei Jahren von Altachs Amateuren kam. Und dann gibt es ja noch Harald Dürr, der 1997 zum damaligen Bundesliga-Aufsteiger Austria Lustenau kam und dem Klub seitdem die Treue hält.
Abstiegskampf
Die schärfsten Herausforderer der Lustenauer bleiben St. Pölten und Grödig. Die Salzburger kamen aber im Heimspiel gegen Hartberg über ein 0:0 nicht hinaus.
Absteiger Kapfenberg wird dem Titelaspiranten nicht gefährlich werden können. Die Steirer kamen gegen zehn Vienna-Spieler nur zu einem 3:3 und warten weiterhin auf den ersten Sieg seit dem Abstieg – saisonübergreifend schon seit zehn Spielen. Eine Tatsache, die wohl auch Thomas von Heesen zu denken gibt. Man müsse sich überlegen, ob es überhaupt noch Sinn mache, mit dieser Mannschaft zu trainieren, sagte der (Noch?)-Kapfenberg-Trainer am Freitag.
Sein Wiener Kollege wartet zwar auch seit acht Spielen auf einen Sieg, schien aber zufriedener. "Unsere Arbeit trägt Früchte", sagte Tatar nachdem er mit dem Schlusslicht Vienna den zweiten glücklichen Punkt der Saison geholt hatte.
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