Kahn kritisiert Löw-Elf
"Der Bundestrainer muss sich da langsam mal Gedanken machen", sagt Kahn nach dem 1:3 gegen Argentinien.
Nach einem unglücklichen Spielverlauf ist Deutschlands Generalprobe vor der WM-Qualifikation gründlich danebengegangen. Österreichs Gruppengegner erlebte am Mittwoch in Frankfurt ein Spiel zum Vergessen, ging gegen
Argentinien als 1:3-Verlierer vom Spielfeld.
Die deutschen Fans reagierten auf die Niederlage gegen die Argentinier, die man bei der WM 2010 noch mit 4:0 abgefertigt hatte, nicht mit Pfiffen, sondern aufmunterndem Beifall. "Es ist schwer, es auf den Punkt zu bringen, was alles passiert ist in diesem Spiel", meinte Bundestrainer
Joachim Löw: "Der Spielverlauf war einfach gegen uns."
Verteidiger Mats Hummels musste sich nach einem Zusammenprall früh mit einer Halswirbel-Verrenkung auswechseln lassen.
Dann flog Torhüter Ron-Robert Zieler nach einer halben Stunde aufgrund einer Notbremse mit der Roten Karte vom Platz. Und zur Krönung der ersten Spielhälfte traf Sami Khedira mit einem verunglückten Befreiungsschlag ins eigene Tor. "Das war kurios. Es kam alles zusammen heute", meinte Stürmer Miroslav Klose.
Deutschlands Spieler hakten die Partie als unglücklich verlaufen ab. "Nach der Roten Karte mussten wir uns erst finden. Das Ergebnis ist letztlich verdient. Es geht weiter", sagte Khedira. Aktivposten Marco Reus erklärte: "Es war ein unglücklicher Abend. Wir haben gezeigt, dass wir gegen Argentinien schon mitspielen können."
Bierhoff gegen Kahn
Die nach dem Out im EM-Halbfinale gegen Italien aufgekommene Kritik an der Marschrichtung von Löw wird trotzdem nicht verstummen.
Bereits kurz nach Schlusspfiff brachte Ex-Teamtorhüter
Oliver Kahn eine neue Debatte ins Rollen. "Was sich in den letzten Monaten gezeigt hat, ist, dass die Mannschaft im Defensivbereich große Probleme hat. Der Bundestrainer muss sich da schon langsam mal Gedanken machen", sparte der nunmehrige ZDF-Experte nicht mit Kritik.
"Es ist ja alles schön und gut mit Spielphilosophie und Offensive. Grundsätzlich sind es aber zu viele Torchancen, die der Gegner hat. Man kann doch als Spieler nicht immer zufrieden sein. Gegen die Italiener blutleer verloren, heute kriegt man wieder drei Stück. Da stellen sich die Jungs hin und sagen: `Morgen geht`s weiter`. Da muss ich mich doch auch mal ärgern", sagte Kahn.
Teammanager Oliver Bierhoffs konterte prompt: "Nach dem WM-Finale 2002 saß Oliver auch stumm am Pfosten." Deutschland hatte damals nach einem Kahn-Patzer mit 0:2 gegen Brasilien verloren.
Löw ließ die meisten Kahn-Sätze unkommentiert. "Ich teile seine Meinung nur bedingt", sagte er. "Ich kann keinem Spieler einen Vorwurf machen, dass er nicht alles gegeben hat."
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