Sport/Fußball

Wie die Red-Bull-Connection Adi Hütter nach Monaco brachte

Mit der Tabellenführung in der französischen Ligue 1 im Gepäck hat Adi Hütter die Länderspielpause in der Heimat besonders genossen. Vier Tage schaltete der Neo-Trainer der AS Monaco in Seekirchen bei Salzburg ab, nach einem Traumstart im Fürstentum mit drei Siegen und einem Remis in den ersten vier Runden.

"Wir sind gut gestartet, ich habe einen absoluten Topclub erwischt", sagte Hütter, dessen Truppe derzeit erster Widersacher des Starensembles von Paris Saint-Germain ist.

Zurück in die Champions League

Nach dem enttäuschenden Saisonende mit drei Niederlagen in Serie und Tabellenplatz sechs wird der Blick bei den Monegassen wieder nach oben gerichtet. "Wir wollen natürlich zurück auf die internationalen Plätze, am liebsten in die Champions League", betonte Hütter im APA-Interview.

"Das ist das Ziel und wir haben noch viel zu tun." Die Mannschaft ziehe aber gut mit und die Ergebnisse haben gezeigt, "dass wir auf einem guten Weg sind".

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Anfragen aus England und Saudi-Arabien

Im Sommer war der frühere Salzburg- Mönchengladbach- und Frankfurt-Trainer nach einem Jahr Auszeit wieder ins Trainergeschäft eingestiegen. "Ich habe mit ein paar englischen Vereinen wirklich gute Gespräche geführt. Bis es zu einem Abschluss kommt, dauert es aber. Auch aus Saudi-Arabien und Abu Dhabi gab es Anfragen", erzählte Hütter.

Am Ende unterschrieb er einen Zweijahresvertrag bei AS Monaco, auch dank des neuen Sportdirektors Thiago Scuro, der zuvor in Brasilien bei Red Bull Bragantino tätig war.

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Red-Bull-Connection

"Er wollte einen Trainer, der die RB-Schule, den Spielstil mit aggressivem Spiel und gutem Gegenpressing nach vorne, lebt", sagte Hütter.

Dieses Spiel sehe er übrigens auch im ÖFB-Nationalteam. "Wir haben viele Spieler, die diese Art und Weise von Fußball spielen können", sagte Hütter bezogen auf die praktizierte "RB-Schule" mit aggressivem Spiel und intensivem Gegenpressing. Allerdings habe jeder Trainer aus der RB-Schmiede "seine eigene Note", betonte der 53-jährige Vorarlberger.

Dass Hütter in ferner Zukunft selbst einmal als ÖFB-Teamchef tätig sein könnte, hält er durchaus für möglich. "Natürlich kann ich mir das vorstellen, dass es eventuell mal ein Thema sein könnte. Es muss der Zeitpunkt passen, der Posten frei sein und sehr viel zusammenpassen", sagte Hütter. "Vielleicht kommt das irgendwann mal."

Pudelwohl

Derzeit habe der frühere Salzburger Meistertrainer aber das Privileg, einen Topclub trainieren zu können. Der Vorarlberger fühlt sich in Monaco pudelwohl, insbesondere das Trainingszentrum des Clubs in den Hügeln über dem Stadtstaat hat es ihm angetan. "Die Trainingsmöglichkeiten sind fantastisch, so etwas muss man sonst suchen gehen."

Erst vor Kurzem hat der 53-Jährige ein "nettes Domizil" im idyllischen La Turbie ganz in der Nähe des Trainingszentrums bezogen, die ersten zwei Monate lebte er in einem Hotel in Monaco.

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Keine Sprachbarrieren

Das sei allerdings kein Problem gewesen, sagte Hütter, die meiste Zeit habe er sowieso im Trainingszentrum verbracht und sich nicht auf die Suche nach Promis begeben. "Monaco ist aber natürlich ein spezieller Ort." Auch seine beiden Co-Trainer Klaus Schmidt und Christian Peintinger wohnen in La Turbie nicht weit entfernt. Das rot-weiß-rote Trio betreut ein Team, das im Transfersommer um mehr als 80 Millionen Euro verstärkt wurde.

"Um wieder neuen Elan in die Mannschaft zu bringen", sagte Hütter. Unter anderem kamen Stürmer Folarin Balogun von Arsenal und Denis Zakaria von Juventus. Durch den Verkauf von Innenverteidiger Axel Disasi an Chelsea wurden etwa 45 Mio. Euro eingenommen.

In der Kommunikation mit Spielern und Mitarbeitern gibt es keine Hürden, ein Französisch-Sprachkurs ist nicht notwendig. "Grundsätzlich wird Englisch gesprochen beim AS Monaco."

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PSG herausfordern

Am Sonntag ist die Hütter-Elf auswärts bei Lorient zu Gast, ehe die Heim-Derbys gegen Nizza (22.9.) und Olympique Marseille (30.9.) auf dem Programm stehen. Vor einer ausverkauften Kulisse in Monaco vor etwa 18.000 Zuschauern.

"Es ist natürlich etwas anderes als in Frankfurt oder Gladbach. Aber ich war positiv überrascht, bei den ersten beiden Heimspielen war eine richtig tolle Stimmung", sagte Hütter, der die Fans mit attraktivem Fußball und Erfolgen ins Stadion locken will.

Und möglicherweise PSG herausfordern wird. "Ich weiß nicht, ob sie unantastbar sind, das kann man jetzt noch nicht sagen." Mit Luis Enrique hat der am Freitag von Nizza besiegte Hauptstadtclub einen neuen Trainer, und musste einige Superstars wie Lionel Messi, Neymar und Sergio Ramos verabschieden. "Wir müssen uns auch einspielen, aber sie sind sicherlich weiterhin das Maß aller Dinge in Frankreich." Hütter hat jedenfalls eine klare Mission: "Länger in Monaco zu bleiben und die Ziele zu erreichen."